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09.10.2013

13:58 Uhr

Bundesfinanzhof

Mehr Spielraum für Betriebsfeiern

Teure Partys werden günstiger: Bei Betriebsfeiern fallen nicht mehr für alle getätigten Ausgaben Steuern an. Die Freiheitsgrenze pro Feiergast bleibt allerdings bestehen.

Eine Frau schüttet Sekt in Gläser. Bei Betriebsfesten sind – nach neuer Rechtsprechung – Getränke wie Sekt lohnsteuerpflichtig. Der Veranstaltungsort hingegen nicht mehr. dpa

Eine Frau schüttet Sekt in Gläser. Bei Betriebsfesten sind – nach neuer Rechtsprechung – Getränke wie Sekt lohnsteuerpflichtig. Der Veranstaltungsort hingegen nicht mehr.

MünchenBetriebsveranstaltungen dürfen künftig mehr kosten, ohne dass Lohnsteuer anfällt. In zwei am Mittwoch veröffentlichten Urteilen behielt der Bundesfinanzhof (BFH) in München die bisherige Freigrenze von 110 Euro zwar bei - ein Großteil der Ausgaben zählt künftig aber nicht mehr mit (Az: VI R 94/10). Zudem werden begleitende Angehörige nicht mehr dem jeweiligen Arbeitnehmer zugerechnet (Az: VI R 7/11).

Nach bisheriger Rechtsprechung gelten Betriebsfreiern und andere betriebliche Veranstaltungen als steuerpflichtige Sachleistung, wenn der Arbeitgeber mehr als 110 Euro je Arbeitnehmer ausgibt. Sie wird dann insgesamt, also auch für den Anteil bis 110 Euro, lohnsteuerpflichtig. Üblich wird die Steuer allerdings nicht vom Arbeitnehmer bezahlt, sondern pauschal vom Arbeitgeber.

Im Dezember 2012 hatte der BFH den Gesetzgeber aufgefordert, die Steuerpflicht von Betriebsveranstaltungen neu, großzügiger und zeitgemäßer zu regeln. Dies ist bislang nicht geschehen. Mit seinen neuen Urteilen ließ der BFH die Freigrenze von 110 Euro unverändert und veränderte nun in zwei Punkten die Grundlage für ihre Berechnung.

Im ersten Fall hatte der Arbeitgeber ein ganzes Stadion angemietet. Nach dem Münchener Urteil bleiben solche „Kosten für den äußeren Rahmen der Veranstaltung“ ebenso außen vor wie die für einen Eventmanager. Zu berücksichtigen sind „nur solche Leistungen, die von den teilnehmenden Arbeitnehmern unmittelbar konsumiert werden können, also vor allem Speisen, Getränke und Musikdarbietungen“.

Im zweiten Fall waren auch die Angehörigen mit zu der Feier geladen. Wie nun der BFH entschied, sind die auf sie entfallenden Kosten nicht mehr dem jeweiligen Arbeitnehmer zuzurechnen. Vielmehr seien die Kosten „auf alle Teilnehmer zu verteilen“.

Von

afp

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