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13.01.2005

16:29 Uhr

Bundesfinanzministerium entbürokratisiert den Nachweis

Betriebe können Flut-Spenden leichter von der Steuer absetzen

Betriebe können ihre Spendensammlungen für die Flutgebiete in Südasien einfacher als andere Spenden von der Steuer absetzen. Das Bundesfinanzministerium will spätestens Anfang kommender Woche in einem Verwaltungsschreiben die Regeln veröffentlichen, denen die Bundesländer bis Mittwoch zugestimmt haben.

HB/dri BERLIN. Der Entwurf des Schreibens liegt dem Handelsblatt vor. Die Vorschrift, die bis zum 30. Juni gelten soll, orientiert sich an den Erleichterungen, die vor drei Jahren während der Oderflut in Deutschland galten.

Unternehmen können Spenden auch in normalen Zeiten als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen - wenn sie damit öffentlich werben, zum Beispiel also in einer Fernsehgala auftreten. Die Unternehmensberatung Ernst & Young weist darauf hin, dass auch ein Aufkleber auf dem Firmenwagen oder Aushänge in den Verkaufsräumen als "öffentlichkeitswirksam" anerkannt werden. Allerdings sollte ein Unternehmer die Werbung am Jahresende dokumentieren können.

Zusätzlich gelten jetzt auch Sachspenden aus dem Betriebsvermögen in voller Höhe als Betriebsausgaben. Darunter fallen etwa Maschinen, die an einen hochwassergeschädigten Geschäftspartner oder an eine Tochterfirma im Katastrophengebiet geschickt werden. Auch Hilfen für die Belegschaft dieser Unternehmen müssen nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Diese Regeln erleichtern die Aufbauhilfe, die zum Beispiel mehrere Handwerkskammern direkt vor Ort einzelnen Projekten zugute kommen lassen wollen. "Wir sind sehr zufrieden, dass dies jetzt offenbar kurzfristig erreicht werden konnte", sagte Matthias Lefarth, Steuerexperte des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. "Vielleicht ist aber der Zeitraum etwas kurz gewählt, wenn man das Ziel verfolgt, nachhaltige Wiederaufbauhilfe zu leisten", gab er zu bedenken.

Die vereinfachten Vorschriften unterstützen auch Lohnspenden der Arbeitnehmer. Wenn zum Beispiel, wie etwa beim Handelsblatt, die Arbeitnehmer eine Spende direkt vom Lohn abziehen lassen können, zählt dieser Betrag nicht mehr zum lohnsteuerpflichtigen Gehalt. Die Steuerersparnis bekommen sie also sofort, nicht erst nach Abgabe der Steuererklärung.

Weitere Vereinfachungen gibt es für Körperschaften öffentlichen Rechts, zum Beispiel Handwerkskammern, die nicht gemeinnützig sind. Sie können Konten für die Seebebengebiete einrichten. Das Geld, das darauf gesammelt wird, bleibt steuerfrei. Allerdings müssen die Organisationen dann vom Empfänger der Spende eine Zuwendungsbestätigung verlangen.

Freundlich wollen die Finanzämter mit den deutschen Flutopfern umgehen: Sie sollen in jedem Fall den Ersatz für verlorene Kleidung steuerlich absetzen können, wenn sie keine Versicherung gegen Elementarschäden haben. Diese Versicherung sei schließlich nicht allgemein üblich, so die Begründung in dem Verwaltungsschreiben.

Spenden an die Opfer der Flutkatastrophe sind darüber hinaus von der Schenkungssteuer befreit. Anders als während der Oderflut werden Spenden allerdings nicht von den Beiträgen zur Sozialversicherung befreit. Dies sei nur bei inländischen Katastrophen gerechtfertigt, hieß es zur Begründung im Arbeitsministerium.

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