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16.10.2013

12:52 Uhr

Bundesgerichtshof

Ex-Ehepartner streiten über Lottogewinn

Muss ein Mann seinen Lottogewinn mit seiner Ex-Ehefrau teilen? Das muss nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden. Es geht um eine halbe Million Euro, von der die Frau 242.500 im Zuge der Scheidung beansprucht.

Sechser im Lotto: Ob der BGH am Mittwoch in der Sache auch entscheidet, ist noch offen. dpa

Sechser im Lotto: Ob der BGH am Mittwoch in der Sache auch entscheidet, ist noch offen.

KarlsruheDer Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe prüft seit Mittwoch, ob ein Mann eine halbe Lottomillion mit seiner Ex-Frau teilen muss (Az. XII ZR 277/12). Die Frau beansprucht 242.500 Euro im Zuge der Scheidung. Den Sechser im Lotto hatte der Mann allerdings erst erzielt, nachdem er und seine damalige Frau schon acht Jahre getrennt gelebt hatten. Erst dann reichte er die Scheidung ein.

Das Gericht muss nun entscheiden, ob das Geld zum Zugewinn gehört – bisher gängige Praxis. Denn: Der Scheidungsantrag wurde der Frau erst zwei Monate nach dem Lottogewinn zugestellt. Bis dahin wird im Scheidungsfall das Vermögen zweier Parteien gegeneinander aufgerechnet, der Überschuss muss geteilt werden. Ausnahmen von der Regel waren bislang nur Erbschaft oder Schenkung.

Während die erste Instanz der bisherigen Rechtsauffassung folgte, fand das Oberlandesgericht Düsseldorf es grob unbillig, den Gewinn trotz so langer Trennungszeit teilen zu müssen. Die Frau ging leer aus.

Ob der BGH am Mittwoch in der Sache auch entscheidet, ist noch offen. Die Klägerin und ihr Ex-Mann werden nach Auskunft ihrer Anwälte nicht vor Gericht erscheinen. Die Verhandlung sollte eigentlich nicht öffentlich sein. Unter anderem wegen des Medieninteresses wurde die Öffentlichkeit jedoch hergestellt.

Von

dpa

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