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22.09.2014

12:01 Uhr

Carsten Rodbertus

Ex-Chef von Prokon steht vor der Privatinsolvenz

VonKatharina Schneider

In einem Schreiben an die Prokon-Anleger hat sich der Gründer des Windenergieunternehmens offenbart. Immer mehr Anleger würden ihn auf Schadenersatz verklagen, ihm drohe die Privatinsolvenz.

Prokon-Gründer Carsten Rodbertus im Gespräch mit Anlegern: Erneute E-Mail an die Aktionäre. dpa

Prokon-Gründer Carsten Rodbertus im Gespräch mit Anlegern: Erneute E-Mail an die Aktionäre.

DüsseldorfProkon-Gründer Carsten Rodbertus steht nach eigenen Angaben vor der Privatinsolvenz. Wie die Wirtschaftswoche berichtete, hat sich der langjährige Chef des umstrittenen Windenergieunternehmens vor wenigen Tagen in einer E-Mail an die Prokon-Anleger gewandt: „Zu meiner Privatinsolvenz gibt es voraussichtlich keine Alternative“, schrieb Rodbertus.

Auch zu den Gründen nahm er Stellung: „Immer mehr Anleger werden durch Beratungen der Anlegeranwälte motiviert, mich privat auf Schadenersatz zu verklagen.“ Zugleich betonte Rodbertus, er habe sich nie persönlich bereichert, sondern ebenfalls „alle meine Ersparnisse und meine vollständige Rente bei Prokon in Genussrechten angelegt.“ Ein Grund, „weshalb die Privatinsolvenz noch nicht eingeleitet wurde, ist der Umstand, dass ich meinen Wohnsitz verlegen werde“, so Rodbertus.


Prokon hatte bereits im Januar Insolvenz angemeldet. Bei einer Gläubigerversammlung Ende Juli hatte Rodbertus vergeblich versucht, wieder Einfluss auf die weiteren Entwicklungen der Firma zu nehmen. Tausende Anleger konnten über die Zukunft des Unternehmens abstimmen, die Mehrheit der Gläubiger bestätigte den Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin und stimmte seinem vorläufigen Sanierungsplan zu.

Prokon in Zahlen

Rahmendaten

Gegründet 20. Oktober 1995, beschäftigt Prokon 1306 Mitarbeiter (Stand: Oktober 2013). Zum Portfolio gehören 314 Windparks.

Genussrechtinhaber

75.115

Genussrechtkapital

Knapp 1,4 Milliarden Euro

Gezahlte Zinsen

300,4 Millionen Euro (per 31. Oktober 2013).

Verlust

209,9 Mio. Euro (per 31. Oktober 2013)

Er hoffe, sich im nächsten halben Jahr „hoffentlich in Ruhe der Sanierungsarbeit zuwenden zu können“, sagte Penzlin damals.

Kommentare (5)

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22.09.2014, 12:18 Uhr

Die ganze Erneuerbare Energiebranche ist und bleibt eine Mafiabranche. Wer sein Geld dort investiert hat, der muss froh sein, wenn er es überhaupt wieder zu sehen bekommt. Die Energiewende basiert nicht auf der Marktwirtschaft, sonderen auf einen perfiden und asozialen EEG! Die Erneuerbaren Energien war und bleiben in der Marktwirtschaft ein Nischenprodukt. Solarworld betreibt auch schon seit Jahren Insolvenzverschleppung.

Herr John Harris

22.09.2014, 13:01 Uhr

Auf's falsche Pferd gesetzt und verloren, dass passiert eben. Jetzt muss natürlich wieder geklagt werden, logisch.

Was die Anleger wollten, war eine Garantierendite zu Lasten aller Elektrizitätsverbraucher. Wenn man dann auch noch Genüsse zeichnet muss man sich wohl nicht wundern, wenn alles verloren gehen kann. Gerade deswegen sollte man ja auch nicht alles aufs selbe Pferd setzen.

Herr Hans Maiser

22.09.2014, 14:30 Uhr

Das System von Prokon war schon eher ein Schneeballsystem.
Ich gebe Ihnen Recht, dass die Anleger genauso eine Mitschuld trifft, aber Rodbertus ist ein Betrüger.

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