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05.09.2014

13:04 Uhr

Check24 und Co.

Ministerium will Vergleichsportale verbessern

Das Verbraucherschutzministerium möchte mehr Transparenz: Verbraucher sollen künftig auf Vergleichsportalen besser über die Portale selbst informiert werden. Amazon sagte die Einladung des Ministeriums allerdings ab.

Kundenberatung vor Ort. Viele Verbraucher nutzen mittlerweile Vergleichsportale für verschiedene Dienste. Diese Vergleichsseiten sollen nun transparenter werden. dpa

Kundenberatung vor Ort. Viele Verbraucher nutzen mittlerweile Vergleichsportale für verschiedene Dienste. Diese Vergleichsseiten sollen nun transparenter werden.

BerlinDas Verbraucherschutzministerium will die Zuverlässigkeit und die Transparenz von Vergleichsseiten und Bewertungsportalen im Internet erhöhen. Dazu traf Staatssekretär Gerd Billen am Freitag zunächst mit Vertretern von Vergleichsportalen wie Check 24 oder guenstiger.de zu Gesprächen zusammen, wie das Ministerium mitteilte. Es sei wichtig, dass sich Verbraucher auf die Informationen von Vergleichs- und Bewertungsportalen auch verlassen könnten, erklärte Billen. „Mein Ziel ist es, hier eine qualitativ hochwertige, verlässliche Verbraucherinformation sicherzustellen.“

Vergleichs- und Bewertungsportale, besonders übergreifende, seien bei Verbrauchern zunehmend beliebt, erklärte das Ministerium. Die Methoden der Portale seien aber oft undurchsichtig: Der Verbraucher könne nicht einschätzen, wie ein Ranking ermittelt werde; welche Anbieter, Waren und Dienstleistungen berücksichtigt oder ob negative Bewertungen überhaupt überprüft würden. Auch die Frage, wie manipulationsanfällig die einzelnen Portale seien, stelle sich.

So vergleichen Sie richtig

Tipps der Verbraucherzentrale

Vergleichsrechner im Internet sind eine sinnvolle Hilfe bei der Suche nach einem günstigen Stromtarif. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie Verbraucher die Rechner richtig nutzen.

Mehrere Preisrechner nutzen

Im Internet finden sich zwar etliche Vergleichsrechner, viele davon greifen aber auf dieselben Preis-Datenbanken zurück. Die größte Transparenz verschafft sich, wer parallel bei verschiedenen Anbietern sucht wie zum Beispiel Verivox, Check 24, Toptarif oder Mut-zum-Wechseln.

Voreinstellungen bewusst wählen

In vielen Eingabemasken sind bestimmte Suchkriterien voreingestellt. Wer mehrere Rechner nutzt, sollte immer dieselben Einstellungen wählen. Die Verbraucherzentrale rät, Angebote mit Vorkasse oder Kaution von der Suche auszuschließen. Auch Boni sollte man zunächst ausblenden, um den Preisvergleich nicht zu verzerren.

Hervorgehobene Angebote hinterfragen

Zurzeit finden sich bei manchen Vergleichsrechnern hervorgehobene Angebote ganz oben in der Ergebnisliste, beim Preisrechner Verivox etwa heißen sie „Tipp“, gleichzeitig sind sie als „Anzeige“ ausgewiesen. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass bezahlte Anzeigen in Preisrechnern oft nicht deutlich genug markiert sind. Für Verbraucher ist in vielen Fällen nicht erkennbar, aus welchem Grund manche Angebote besonders empfohlen werden.

Nicht nur auf den Preis schauen

Wer bei der Suche den billigsten Anbieter wählt, kann später Probleme bekommen. Bei der Verbraucherzentrale häufen sich Beschwerden über Stromanbieter, die sich oder ihre Markentöchter mit besonders preiswerten Angeboten an die Spitze der Preisvergleiche schieben. Vor dem Zuschlag sollte jeder im Internet recherchieren, welche Erfahrungen andere Kunden mit dem Anbieter haben.

Vor Vertragsschluss recherchieren

Zur Suche gehört auch: Nicht sofort über den Preisrechner einen neuen Vertrag abschließen. Die Rechner übernehmen nämlich keine Gewähr für Konditionen. Verbraucher sollten sich erst auf den Internetseiten des jeweiligen Stromanbieters informieren, ob der ausgewählte Tarif noch aktuell ist. Auch ein Vertragsabschluss ist natürlich mit dem Stromanbieter direkt möglich, statt über einen Stromvergleichsrechner.

Sich höchstens für ein Jahr binden

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mit dem neuen Anbieter einen Vertrag von nicht länger als einem Jahr Laufzeit zu vereinbaren. Die Kündigungsfrist sollte höchstens einen Monat betragen. Denn auch vermeintliche Preisgarantien werden im Kleingedruckten manchmal eingeschränkt, so dass die Preise weiter steigen können. Verbraucher und Verbraucherinnen sollten sich die Chance lassen, auf neue Marktentwicklungen schnell zu reagieren.

Billen traf sich daher zunächst mit Betreibern von Vergleichsportalen. Gespräche mit Vertretern von Bewertungsportalen sollen folgen, erklärte das Ministerium. Bislang habe hier kein Termin vereinbart werden können, erfuhr AFP aus Ministeriumskreisen. Unternehmen wie Amazon, booking.com oder Yelp hätten die Einladung abgesagt.

Von

afp

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