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28.06.2011

09:35 Uhr

Der Streitfall des Tages

Wann die Kasse den Zahnarzt im Ausland nicht zahlt

VonUlrich Lohrer

Durch eine Zahnbehandlung im Ausland lassen sich schnell tausende Euro sparen. Doch vielfach lehnen die gesetzliche Kassen die Zahlung dafür ab. Was Versicherte bei einer Behandlung im Ausland achten sollten.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall


Eine AOK-Versicherte erhielt aufgrund eines Heil- und Kostenplans eines deutschen Kassenarztes auch eine Genehmigung von ihrer Kasse für eine zahnprothetische Versorgung. Sie ließ sich aber erst eineinhalb Jahre später wegen der geringen Kosten in Tschechien behandeln und dort eine Zahnprothese anfertigen.

Aufgrund der vom tschechischen Zahnarzt an die AOK gestellte Rechnung, lehnte die deutsche Krankenkasse jedoch die Zahlung des Festzuschusses ab. Begründung der AOK: Die erforderliche Genehmigung sei für diese Behandlung nicht gegeben worden.

Die Relevanz

In den vielen ausländischen Zahnkliniken in Polen, Westungarn oder Tschechien ist die Behandlung sogar ohne jeden Zuschuss um 40 bis 60 Prozent billiger als in Deutschland. Das liegt an den wesentlich niedrigeren Löhnen, Mieten und Laborkosten vor Ort. Ausbildung, Laborqualität und zahnärztliche Behandlung hingegen sind oft den deutschen Standards ebenbürtig.

Weil die Kosten für Anreise wie Flugkosten und Unterkunft berücksichtigt werden müssen, hängt die Ersparnis durch eine Behandlung im Ausland sehr vom Umfang der zahnärztlichen Leistungen ab. Bei einer umfangreiche Gebisssanierung oder der Einsatz mehrerer Implantate kann der Zahn-Tourismus aber durchaus rechnen.

Pro & Contra Gesetzliche Krankenversicherung

Pro: Verteilte Risiken

Solidargemeinschaft von Alten und Jungen, Gesunden und Kranken – die Risiken werden ständig gemischt.

Quelle: wiwo.de

Mitversichert

Kinder und nicht berufstätige Ehegatten sind kostenlos mitversichert

Leistung inbegriffen

Viele Leistungen für Kinder sind bei der GKV vorgeschrieben, die die PKV nicht ohne höhere Beiträge bietet.

Einfache Abrechnung

Pharmafirmen, Ärzte oder Kliniken bekommen feste Kostensätze erstattet – die Leistungserbringer können nicht pokern wie in der PKV und mehrfache Sätze abrechnen.

Moderate Steigerungen

Von politischen Kostensenkungsmaßnahmen oder Kosten-Nutzen-Analysen profitieren die Versicherten, weil so die Beitragssteigerungen moderater ausfallen

Contra: Politik bestimmt

Den Leistungskatalog bestimmt die Politik – das heißt: nichts ist sicher

Festgelegte Beiträge

Die monatlichen Beiträge werden von der Politik festgelegt – Kassen, die gut wirtschaften, können keine niedrigeren Beiträge anbieten

Keine Ideen

Die Politik bremst Kassen aus, die neue Ideen z.B,. bei Kooperationen oder im Krankheitsmanangement realisieren wollen.

Keine Reserve

Die GKV legt keine Altersreserven an, das Geld wird ausgegeben, wie es reinkommt

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