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04.07.2011

09:56 Uhr

Der Streitfall des Tages

Wenn Facebook den Ruf ruiniert

VonBettina Blaß

Viele Facebook-Nutzer finden sich plötzlich in zweifelhafter Gesellschaft wieder. Freunde können Mitglieder ohne Zustimmung bei Hooligan- Sex- oder Nazi-Gruppen einsortieren. Das kann für Betroffene böse Folgen haben.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall


In unerwünschter Gesellschaft geraten Nutzer von sozialen Netzwerken schneller, als sie denken. Auch Nutzer der weltgrößten Netzwerkes Facebook müssen aufpassen.

Da ist beispielsweise ein Bundesligaspieler, der wie rund 20 Millionen andere Deutsche ein Facebook-Konto hat. Plötzlich ist er im sozialen Netzwerk Mitglied einer Hooligan-Gruppe. Ohne etwas getan zu haben. Oder ein Lokalpolitiker wird kurz vor einer anstehenden Wahl ohne seine Zustimmung Mitglied einer rechtsgerichteten Gruppe bei Facebook, obwohl er überhaupt nicht deren Meinung teilt. Beide Fälle liegen Handelsblatt Online vor.

Auch den durchschnittlichen Arbeitnehmer kann es treffen: Er wird ungefragt Mitglied einer Gruppe von Kollegen, denkt sich nichts Böses dabei, klickt unter einer in der Gruppe veröffentlichten Meldung auf „Gefällt mir!“ - und wird zur Personalabteilung gebeten. Kurz: Neben einem Imageschaden kann es beispielsweise am Arbeitsplatz großen Ärger geben, wenn man in sozialen Netzwerken nicht auf der Hut ist.

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Die Gegenseite


Wer sich bei Facebook registriert hat, kann Mitglied einer Gruppe werden, ohne dazu seine Zustimmung zu geben. Der Sinn dahinter: „Die Nutzer sollen sich so leichter in kleinen Kreisen miteinander vernetzen können, beispielsweise mit der Familie oder Schulfreunden“, heißt es bei Facebook. Dort weist man darauf hin, dass man nur von Freunden einer Gruppe beigeordnet werden kann.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Wird ein Fußballer zum Mitglied einer Hooligangruppe, muss er jemanden in seinem Freundeskreis haben, der dort auch Mitglied ist. Tipp von Facebook: “Wie auch im realen Leben sollte man darauf achten, wen man in den Kreis seiner Freunde aufnimmt.“

Facebook betont außerdem, dass benachrichtigt wird, wer einer Gruppe zugefügt wird, und dass der Betreffende auf der Seite der Gruppe sowohl sofort wieder austreten als auch die Gruppe melden kann, wenn er sie „unangebracht oder unangemessen“ findet. Die Benachrichtigung kommt direkt auf die eigene Profilseite und per E-Mail.

Kommentare (2)

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Michel07

04.07.2011, 11:29 Uhr

Das moderne Leben wird immer komplizierter und die Zeitraubenden Informationen mit denen man sich auseinanderstzen muß immer qualvoller.
Also denkt daran man muß nicht überall dabeisein und nicht immer alles wissen müssen.......

Nixda

04.07.2011, 16:55 Uhr

Ja, dass möchte man meinen. Doch facebook hat mittlerweile eine Größe erreicht, wo viele Leute mehr und mehr aus Zwang aufspringen. Man meint ohne Facebook geht nix mehr, was ja teilweise sogar stimmt. Die Diskussionen um Imageschaden usw. sehe ich anders, denn facebook ist cool, facebook ist inn, facebook bescheinigt Ansehen, soziales Engagement usw.. So etwas kommt ja schon.

Für mich ist das alles Blödsinn, denn facebook ist für die Mehrzahl Show und die Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Virtuelle Freunde was für ein Gewinn. Wenn Du dein Account nicht ständig mit interessanten Daten fütterst, bist auch hier schnell uninteressant.

Fakt ist, wer cool und trendy sein will, muss gezwungener Maßen Mitglied in irgendeinem Netzwerk sein. Wenn ich aufs WC gehe, soll dass ruhig jeder erfahren. Gut ist dabei einzig und allein, dass man sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen kann, sofern man größeres anstrebt, denn dann hat man mit facebook und co. verloren. Das Netz vergisst nichts.

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