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25.01.2004

08:54 Uhr

Der Vorsteuerabzug macht den Unterschied

Wohnen im Betrieb: So spart der Chef Steuern

VonJan Keuchel

Deutschlands Unternehmer sollten sich bei Wolfgang Seeling bedanken. Der Inhaber eines Baumpflege- und Gartenbaubetriebs ließ sich nicht unterkriegen und klagte sich durch alle Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH).

HB DÜSSELDORF. Am Ende ging er aus seinem Kampf mit den Finanzbehörden nicht nur als strahlender Sieger hervor - er bescherte auch allen Firmenchefs in Deutschland gleich ein neues Steuersparmodell. "Wohnen im eigenen Betrieb" heißt das neue Zauberwort - das auch Experten klasse finden. "Das ist wirklich ein attraktives Gestaltungsmodell mit erheblichen Steuereffekten", sagt Dirk Eisolt, Anwalt und Steuerberater bei RölfsPartner in Berlin.

Geld sparen mit dem Vorsteuerabzug, lautet die Devise. Der kommt immer dann ins Spiel, wenn ein Unternehmer für gekaufte Ware Umsatzsteuer zahlen muss. Da die nur den Endverbraucher belasten soll, kann sich der Unternehmer die gezahlte Steuer vom Fiskus erstatten lassen oder von seiner eigenen Steuerschuld abziehen.

Baut der Firmenchef zum Beispiel ein Firmengebäude, kann er für alle Kosten diesen Vorsteuerabzug geltend machen. Nicht selten will er aber auch in einem Teil des Hauses wohnen. Und damit fingen bei Seeling die Streitereien an. Denn Seeling machte für sämtliche Kosten den Vorsteuerabzug geltend. Auch für den Privatbereich. Das Wohnen behandelte er lediglich als steuerpflichtigen Eigenverbrauch; sehr zum Unmut des Finanzamts. Denn der Eigenverbrauch ist für den Unternehmer steuerlich wesentlich günstiger als der anteilige Verzicht auf den Vorsteuerabzug.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Seelings Einordnung jetzt mitgemacht, der Bundesfinanzhof (BFH), der die Sache in Luxemburg vorgelegt hatte, entschied anschließend zwangsläufig genauso. Und damit hat Finanzminister Hans Eichel ein Problem. Er muss sich auf saftige Steuerausfälle gefasst machen.

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