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18.02.2016

12:09 Uhr

Deutsche Bank

Teure Kaufempfehlung

VonFrank Wiebe

Die US-Wertpapieraufsicht bestraft einen ehemaligen Analysten der Deutschen Bank, weil er entgegen seiner Überzeugung eine Aktie angepriesen hatte. Neben einer Geldstrafe darf er auch für ein Jahr nicht mehr arbeiten.

Die Deutsche Bank gerät immer wieder in den Fokus der Justiz. Reuters

Deutsche Bank in New York

Die Deutsche Bank gerät immer wieder in den Fokus der Justiz.

New YorkWas wir immer schon geahnt haben, wird nun durch einen Fall bestätigt, den die US-Wertpapieraufsicht (SEC) bekannt gemacht hat: Manche Wertpapierkunden sind gleicher als andere.

Die Behörde bestrafte Charles Grom, eine ehemaligen Analysten der Deutschen Bank, weil er gegen seine eigene Überzeugung eine Kaufempfehlung für eine Aktie abgegeben hatte. Was die Sache noch schlimmer machte: Am Tag, bevor er die Empfehlung herausgab, telefonierte Grom mit mehreren Hedgefonds. Vier davon verkauften das betreffende Papier des Discounters Big Lots.

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Wegen des Vorfalls aus dem Jahr 2012 muss der Analyst nun eine Geldbuße in Höhe von 100.000 Dollar zahlen. Zudem wurde er für ein Jahr vom Wertpapiergeschäft suspendiert.

Die SEC schildert im Detail, wie der Grom nach einer Informationsveranstaltung Bedenken wegen der Aktie bekam, aber trotzdem an der Bewertung festhielt. In internen Diskussionen sagte er unter anderem: „Wir hatten die gerade zu Besuch, da wäre es nicht kosher, sie gleich danach herabzustufen.“ Und: „Ich denke, es zeichnete sich ab, dass wir größere Bedenken haben sollten, aber ich wollte meine Beziehungen zu denen aufrecht erhalten. Deswegen haben wir sie nicht herabgestuft.“ Die Telefonanrufe bei den Hedgefonds fanden jedoch direkt nach der Veranstaltung statt.

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Der Vorfall ist in mehrfacher Hinsicht ein Lehrstück. Er zeigt, wie sehr Analysten auf ihre Beziehungen zu den Firmen angewiesen sind, über die sie urteilen. Offenbar war das auch innerhalb der Bank selbstverständlich, sonst hätte der Mann nicht so offen darüber geredet.

Das Beispiel zeigt auch, dass große Investoren nach wie vor ihre – manchmal – überdurchschnittlichen Ergebnisse nicht immer besonders guten Ideen verdanken, sondern eben auch besonders guten Beziehungen.

Die Strafe macht aber auch deutlich, wie sich die Taktik der US-Behörden ändert: Sie gehen jetzt lieber gegen einzelne Personen vor und stellen das auch öffentlich heraus. In der Vergangenheit hatten Strafen gegen Banken insgesamt im Vordergrund gestanden.

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