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27.06.2013

16:27 Uhr

Die Bafin warnt

IBAN, die Schreckliche (Fortsetzung)

VonOliver Stock

Die Aufsichtsbehörden malen den Teufel an die Wand: Von Februar an drohen massenhaft Firmenpleiten in Deutschland, weil die Unternehmen zu langsam auf das neue Zahlungsverfahren bei Bankgeschäften umstellen.

Die IBAN ist eigentlich gar nicht so schrecklich, die Abneigung ist dennoch groß.

Die IBAN ist eigentlich gar nicht so schrecklich, die Abneigung ist dennoch groß.

DüsseldorfDie schleppende Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr (Sepa) hat die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. In einem eindringlichen Schreiben vom 13. Juni, das Handelsblatt Online vorliegt, warnt sie die Institute, dass im Falle einer verspäteten Umstellung auf Sepa die Liquiditätsversorgung bei den Unternehmen heftig gestört werden könnte und Firmenpleiten drohten. Gleichzeitig appelliert die Bafin an die Verantwortung der Banken. Sie „erwarte (...), dass Zahlungsdienstleister (...) kurzfristig und mit Nachdruck auch auf eine rechtzeitige Umsetzung (...) ihrer Kunden hinwirken“.

Vom Februar 2014 an dürfen Banken nur noch Überweisungen und Lastschriften von Firmen und Vereinen verarbeiten, die die neuen, langen Kontonummer IBAN enthalten. In dem Schreiben fordert die Bafin die Banken auf, bis spätestens zum 22. Juli Auskunft zum Stand der technischen Umsetzung in den Instituten sowie zur Kommunikation mit den Kunden zu geben. In einigen Banken wurden nach Eingang des Bafin-Schreibens bereits Urlaubssperren für den Jahresanfang verhängt.

Sepa-Checkliste

Vorbereitungen für die Umstellung

Das Forschungsinstitut Ibi veröffentlicht auf der Internetseite www.sepa-wissen.de eine Checkliste zur Sepa-Einführung. Folgendes sollte nach Ansicht der Forscher erledigt werden.

Sepa-Verantwortlicher

Unternehmen sollten einen Sepa-Verantwortlichen als Ansprechpartner für alle Fragen benennen.

Auslandskonten

Sind die bestehenden Konten bei ausländischen Banken auf längere Sicht noch notwendig? Unternehmen sollten prüfen, ob die Konten nach der Sepa-Umstellung noch gebraucht werden.

Meldepflicht

Trotz Sepa gibt es gemäß der Außenwirtschaftsverordnung weiterhin eine Meldepflicht für grenzüberschreitende ein- und ausgehende Zahlungen.

IT-Systeme prüfen

Unternehmen sollten prüfen, ob ihre IT-Systeme die neuen XML-Formate verarbeiten können, die etwa bei der elektronischen Rechnungsabwicklung gebraucht werden.

Tests

Mit dem Zahlungsdienstleister sollten umfangreiche technische Tests durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass bei den Lastschriften alles glatt läuft.

Unterstützung

Wie können der Software-Lieferant oder die Bank die Sepa-Einführung unterstützen? Das sollten Unternehmen in Erfahrung bringen.

Datenvolumen

Die neuen Sepa-Formate erzeugen deutlich mehr Daten, darauf müssen die IT-Systeme vorbereitet werden.

Verwendungszweck

Der Verwendungszweck hat nur noch 140 statt 378 Stellen. Zudem dürfen mindestens bis zum 4. November 2013 keine Umlaute verwendet werden.

Die Institute befürchten einen Ansturm ratsuchender Firmenkunden. „Wir erleben immer häufiger, dass Kunden sagen: Wir machen da nicht mit“, berichtet eine Bankberaterin. Die Bank müsse dann den Betroffenen klar machen, dass jeder, der nicht mitmacht, vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen sei.

Wenn das passiere, seien nicht nur die Zahlungsempfänger schnell nicht mehr flüssig, sondern auch die Kreditinstitute selbst würden in Mitleidenschaft gezogen, warnt die Bafin. Die Behörde „erwarte daher, dass Zahlungsdienstleister nicht zuletzt aus Gründen der Risikosteuerung kurzfristig und mit Nachdruck auch auf eine rechtzeitige Umsetzung von Sepa auf Seiten ihrer Kunden hinwirken“.

Kommentare (27)

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Hayek

27.06.2013, 16:40 Uhr

SEPA ist absoluter Wahnsinn. Unsere bewährten und gut funktionierenden Zahlungsverkehrrssysteme werden durch dieses bürokratische Monstrum ersetzt.

frank

27.06.2013, 16:44 Uhr

wenn das stimmen sollte das massenhaft probleme drohen, was ich mal als wahrscheinlich annehme dann muss man sagen welche deppen fassen so was an ?
wäre eine Ironie des Schicksals wenn der Euro an SEPA zerbricht weil sich die Menschen weigern 30 ställige kontonummern zu verwenden
das wäre ja mal ein Schenkelklopfer der Geschichte

hotplayboy

27.06.2013, 16:52 Uhr

SEPA ist super und easy.

Nur laufen Deutschland zu viele "Blind" herum, die seit ca. 7 Jahren noch nicht gemerkt haben, dass IBAN und BIC auf ihren Kontoauszügen bereits angezeigt werden.

Stattdessen behaupten diese Leute: "IBAN habe ich nicht!"

Lest bitte mal gescheit.

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