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20.04.2015

13:49 Uhr

Doppelte Haushaltsführung

Die Zweitwohnung muss nicht klein sein

VonConstanze Elter

Wenn es um die Anerkennung der doppelten Haushaltsführung geht, spielt der Lebensmittelpunkt eine entscheidende Rolle. Zur Größe der Wohnungen hat jetzt das Finanzgericht München ein Urteil gefällt.

Auf die Größe der Zweitwohnung kommt es nicht an. dpa

Einmal Nachmessen, bitte?

Auf die Größe der Zweitwohnung kommt es nicht an.

MünchenViele Arbeitnehmer müssen wegen des Jobs pendeln, zum Teil weite Strecken fahren. Da kann es sich lohnen, unter der Woche eine Wohnung am Beschäftigungsort anzumieten – und die Kosten dafür steuerlich als doppelte Haushaltsführung geltend zu machen.

Diese Steuerersparnis ist jedoch an einige Voraussetzungen gebunden – zum Beispiel daran, dass der Lebensmittelpunkt am Wohnort erhalten bleibt und dort ein eigener Hausstand geführt wird. Die Größe der Wohnung kann jedoch nur ein Hinweis sein, urteilte jetzt das Finanzgericht München (Az.: 15 K 1981/12).

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Hintergrund war ein Fall, in dem eine angestellte Anwältin in der Nähe der Kanzlei eine Wohnung angemietet hatte. 78 Quadratmeter auf drei Zimmer verteilt plus Balkon und Tiefgaragenstellplatz – Kostenpunkt 450 Euro. An ihrem Wohnort hatte die Anwältin im Haus ihrer Eltern eine Einlieger-Wohnung unterm Dach mit großer Wohnküche und Schlafzimmer, insgesamt jedoch lediglich 64 Quadratmeter Fläche.

Daraus schloss das Finanzamt, dass die Anwältin ihren Lebensmittelpunkt an den Beschäftigungsort verlagert habe; auch das Führen eines eigenen Hausstands im Elternhaus sei nicht nachgewiesen. Darüber hinaus verfüge die Anwältin hier weder über ein Radio noch über einen Fernseher.

Software für den Steuerdschungel

Steuer-Software

Computerprogramme sind eine gute Alternative zu ellenlangen Steuerformularen. Sie übernehmen das Ausfüllen und geben Tipps zum Steuersparen. Die Kosten für die Software sind sogar von der Steuer absetzbar. In komplizierten Fällen ist ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater aber meist die bessere Wahl.

Günstige Programme

Es gibt zwei Klassen von Steuersoftware. Preiswerte und schlichte Lösungen kosten ab zehn Euro und sind teils auch im Supermarkt zu haben. Sie helfen bei einfachen Steuerfällen. Auch das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzämter ist für einfache Fälle geeignet - hier gibt es allerdings keine Steuerspartipps.

Teure Programme

Wer hohe Werbungskosten etwa für Fahrten oder doppelte Haushaltsführung hat, ist mit den umfangreichen und teureren Programmen besser bedient; genauso Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und ungeübte Anwender. Wer sich einmal für ein Programm entschieden hat, sollte dabei bleiben. Das spart Zeit fürs Einarbeiten und erleichtert die Übernahme von Daten aus dem Vorjahr.

Installation

Die Installation läuft bei den meisten Programmen problemlos. Das Nachsehen haben manchmal Nutzer von Apple-Computern oder Rechnern mit Linux: Die meisten Programme gibt es nur für Windows. Eine Alternative sind reine Internetprogramme - diese haben manchmal aber nur wenige Detailfragen. Aufpassen sollten Anwender, dass ihnen bei der Installation keine kostenpflichtigen Update-Abonnements angeboten werden.

Aktualisierung

Bei allen Programmen ist direkt nach der Installation eine Aktualisierung Pflicht, weil bei der Programmierung die neuesten Steueränderungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Hersteller verbessern die Programme zudem laufend und merzen dabei Fehler aus. Diese Updates sollte die Software auf jeden Fall kostenlos anbieten.

Erste Schritte

Am Anfang steht bei allen Programmen die Eingabe der persönlichen Daten wie Name, Adresse, Anzahl der Kinder, Steuernummer und zuständiges Finanzamt. Danach wählt das Programm die benötigten Formulare aus.

Menüführung

Die meisten Programme bieten verschiedene Wege zur Eingabe der Daten. Versierte Benutzer können die einfache Formulareingabe wählen, für Einsteiger bietet sich der Interview-Modus an - hier fragt das Programm Schritt für Schritt die nötigen Daten ab. Bei den meisten Programmen tauchen jeweils Steuerspartipps und Erklärungen auf dem Bildschirm auf, auch gibt es teils Verknüpfungen zu Nachschlagewerken oder erklärende Videos. Die Qualität der Tipps unterscheidet meist die preiswerten von den teureren Programmen.

Ab zum Finanzamt

Viele Programme überprüfen die Eingaben der Nutzer direkt bei der Eingabe oder vor dem Abschluss auf Plausibilität. Elster macht das etwas grober, die Kaufsoftware genauer. So lassen sich vor allem Tippfehler und Zahlendreher vermeiden. Zudem informieren die Programme über den Stand der Steuererstattung oder -nachzahlung. Die meisten Programme schicken die Steuererklärung direkt über das Internet an das Finanzamt.

Das Finanzgericht München widersprach dieser Auffassung und stützte sich dabei unter anderem auf zahlreiche Fotos und Unterlagen der Klägerin. Die Wohnung im Elternhaus sei höherwertig ausgestattet, zudem werde die Küche offensichtlich in größerem Umfang genutzt.

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