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10.04.2017

14:29 Uhr

Drogerie-Chef Erwin Müller

Gericht entscheidet im Mai über Millionen-Forderung

Der Milliardär Erwin Müller fühlt sich von der Schweizer Bank Sarasin bei einer Millionen-Investition hintergangen. Das Geldhaus bestreitet alle Vorwürfe. Im Mai will das Landgericht Ulm ein Urteil fällen.

Er erschien nicht zum ersten Verhandlungstag. dpa

Erwin Müller

Er erschien nicht zum ersten Verhandlungstag.

UlmNach einem jahrelangen juristischen Tauziehen will das Ulmer Landgericht am 22. Mai über eine millionenschwere Schadenersatzklage des Drogerie-Unternehmers Erwin Müller gegen die Schweizer Bank J. Safra Sarasin entscheiden. Das gab das Gericht am Montag nach der Eröffnung der Verhandlung bekannt. Müller fordert von der Bank Schadenersatz in Höhe von 45 Millionen Euro wegen angeblicher Falschberatung bei einer Investition in den Luxemburger Sheridan-Fonds. Das Institut bestritt den Vorwurf der Falschberatung. Der 84-jährige Müller erschien nicht vor Gericht. Er ließ sich von seinem Anwalt Eckardt Seith vertreten.

Der Milliardär, dessen in Ulm ansässige Drogerie-Kette mehr als 750 Filialen in Deutschland und anderen Länder umfasst, klagt als Privatmann. Er will von der Schweizer Bank im Unklaren über die enormen Risiken des Sheridan-Fonds gelassen worden sein. Ihm sei eine Rendite von zwölf Prozent in Aussicht gestellt worden, aber es sei keine Aufklärung über das tatsächliche Geschäftsmodell des Fonds erfolgt, machte Müllers Anwalt geltend.

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Im Streit mit einem Investor, der 3,2 Millionen Euro in so genannte Cum-Ex-Fonds investiert hatte, verliert die Schweizer Privatbank J. Safra Sarasin die erste Etappe. Die Bank ist tief in den Skandal verstrickt.

Dass der öffentlichkeitsscheue Drogerie-König nicht persönlich vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts erschien, bedauerte die Vorsitzende Richterin Julia Böllert ausdrücklich: „Wir hätten uns gern einen eigenen Eindruck von Herrn Müller verschafft.“ Dessen Anwalt erklärte, die Klage sei hinreichend schriftlich begründet, daher sei ein Erscheinen seines Mandanten nicht erforderlich.

Über den Sheridan-Fonds wurden schwer durchschaubare Aktientransaktionen rings um die Stichtage für Dividendenzahlungen abgewickelt. Ein Gewinn sollte vor allem mit sogenannten Cum-Ex-Transaktionen erwirtschaftet werden, bei denen der deutsche Fiskus durch mehrfach beantragte Erstattungen auf in Wirklichkeit nur einmal einbehaltene Kapitalertragssteuern geschröpft wurde.

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