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12.02.2013

13:33 Uhr

EC-Karten

Sparkasse treibt kontaktloses Bezahlen voran

Das Pilotprojekt der Sparkasse soll ausgeweitet werden. Noch in diesem Jahr soll in mehreren Ballungsräumen das kontaktlose Bezahlen per EC-Karte möglich werden. Doch die Sparkasse ist mit ihren Plänen nicht allein.

Ein Geldautomat der Sparkasse. Das berührungslose Bezahlen soll nächstes Jahr kommen. dpa

Ein Geldautomat der Sparkasse. Das berührungslose Bezahlen soll nächstes Jahr kommen.

BerlinDeutschlands Sparkassen wollen in diesem Jahr beim kontaktlosen Bezahlen mit EC-Karte einen Gang höher schalten. Geplant ist, das laufende Pilotprojekt im Großraum Hannover auf drei weitere Metropolregionen auszuweiten, sagte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) am Dienstag in Berlin der Nachrichtenagentur AFP. Sparkassen in den Gebieten Rhein-Main, Rhein-Ruhr und Hamburg würden noch in der ersten Jahreshälfte neue EC-Karten an ihre Kunden mit Mikrochips ausgeben, welche das kontaktlose Bezahlen ermöglichen.

Bis Jahresende sollen in den dann insgesamt vier Metropolregionen rund acht Millionen EC-Karten mit der Funktion zum kontaktlosen Bezahlen in Umlauf sein, sagte die DSGV-Sprecherin. Betroffen sind die Kunden von jeweils 13 Sparkassen in den Regionen Rhein-Main und Rhein-Ruhr sowie elf Sparkassen in Hamburg und Umgebung. Bis Ende 2015 sollen sämtliche 45 Millionen Girocards der Sparkassen-Kunden in Deutschland ausgetauscht sein.

Das Wichtigste zum kontaktlosen Bezahlen

Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

Das kontaktlose Bezahlen funktioniert per Funk. Die Karten mit Girogo-, Paypass- oder Paywave-Technologie sind mit einem speziellen Chip (NFC - Near Field Chip) ausgestattet. Die Daten werden verschlüsselt mit dem Terminal an der Kasse ausgetauscht, wenn die Karte im Abstand von maximal vier Zentimetern davorgehalten wird. Der Inhaber gibt seine Kreditkarte oder Girocard dabei nicht aus der Hand.

Für welche Beträge ist das gedacht?

Vor allem für Kleinbeträge, die üblicherweise bar bezahlt werden: Tageszeitung, Kaffee. Nutzer neuartiger Visa- oder Mastercard-Karten können kontaktlos bis zu einem Betrag von 25 Euro ohne Geheimnummer (PIN) oder Unterschrift bezahlen. Liegt der Betrag darüber, sind PIN oder Unterschrift notwendig. Wer die SparkassenCard nutzt, muss - wie zuvor bei der Geldkarte - ein Guthaben von höchstens 200 Euro auf die Karte laden und kann dann Beträge bis 20 Euro kontaktlos bezahlen. Nächstes Jahr entscheidet die Kreditwirtschaft über höhere Summen.

Ist die Technik sicher?

Nach Angaben der Sparkassen werden beim Bezahlvorgang nur zahlungsrelevante Daten wie Betrag und Kartennummer ausgetauscht: „Es werden keine Kundeninformationen, keine Namen, an den Handel weitergegeben“, sagt Werner Netzel, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen-und Giroverbands. Visa führt aus, Zahlungen seien „besonders sicher“. Weil nur noch der Chip und nicht der Magnetstreifen zum Einsatz komme, gebe es keine Chance für Kriminelle, die durch manipulierte Automaten Kartendaten abschöpfen. Auch Mastercard will die Sorge vor ungewollten Abbuchungen nehmen: Die Karte funktioniere nur, wenn sie sich im Abstand von höchstens vier Zentimetern vom Terminal befinde.

Was passiert beim Vorhalten zweier Karten?

Wird mehr als eine Karte während des Bezahlvorganges an das Bezahlterminal gehalten, findet keine Abbuchung statt. Der Vorgang wird dann abgebrochen.

Wie kontrolliere ich meine Abbuchungen?

Auf der Karte mit Girogo werden die letzten 15 Bezahlvorgänge und die letzten drei Ladevorgänge gespeichert. Um sie auslesen zu können, brauchen die Kunden allerdings eine Applikation (App) für ihr Smartphone oder müssen einen Terminal im Handel aufsuchen. Bei Paypass und Paywave findet sich jede einzelne Buchung auf dem Kontoauszug.

Wo kann heute schon kontaktlos bezahlt werden?

Abgesehen von den Händlern, die Paypass akzeptieren, kann heute schon in den Stadien von Bayer Leverkusen und Mainz 05 kontaktlos bezahlt werden. Auch in vielen Universitäten und Kantinen gibt es bereits solche Bezahlkarten.

Wie könnte die Entwicklung weiter gehen?

Die NFC-Technik kann auch in Mobiltelefone integriert werden - so wie es heute bereits Google Wallet nutzt. Mit einer speziellen Software könnte das Smartphone dann nicht nur die Geldbörse des Kunden, sondern auch den Kassenterminal des Verkäufers ersetzen. Auf diese Weise könnte man etwa bei Taxifahrern oder Paketboten mobil bargeldlos bezahlen.

Ab Herbst würden in den neuen Regionen gezielt Händler angesprochen, um sich an dem Projekt zum kontaktlosen Bezahlen zu beteiligen und ihren Kunden diese Bezahlvariante anzubieten, sagte die DSGV-Sprecherin. Bei den deutschlandweiten Händlern und Tankstellen, die sich bisher schon an dem „Girogo“ genannten Service beteiligen, könnten Kunden dann auch in den drei neuen Gebieten ihre Rechnungen berührungslos begleichen. Unter anderem der Buchhändler Thalia, die Parfümeriekette Douglas sowie die Tankstellenketten Esso und Jet machen bereits mit.

Deutschlands Sparkassen hatten im Frühjahr 2012 in der Region Hannover ein Pilotprojekt zum kontaktlosen Bezahlen mit EC-Karte gestartet. Der Service funktioniert mit speziellen EC-Karten, die Verbraucher zum Bezahlen nicht mehr aus der Hand geben, sondern einfach nur an spezielle Kassenterminals halten müssen. Die Karten müssen vorher allerdings mit Geldbeträgen aufgeladen werden. Verbraucher können in der Testregion bislang Einkäufe bis 20 Euro mit der kontaktlosen Bezahlvariante begleichen. Die Karten können mit bis zu 200 Euro Guthaben aufgeladen werden.

Neben den Sparkassen arbeiten auch Mobilfunkanbieter an kontaktlosen Bezahlsystemen. Der Betreiber O2 will ab Mitte Februar einen Testlauf für kontaktloses Bezahlen starten. O2-Kunden sollen bestimmte Smartphones als "elektronische Geldbörsen" verwenden können. Zudem wird ein Service für Sofortüberweisungen mit Smartphones angeboten.

Die Deutsche Telekom und Vodafone stehen beim kontaktlosen Bezahlen ebenfalls in den Startlöchern. Der Mobilfunkanbieter E-Plus bietet zusammen mit der Targobank Kunden einen kontaktlosen Bezahlservice mit Chips des Kreditkartenanbieters MasterCard an, welche die Verbraucher mit Klebestreifen etwa auf ihre Handys kleben können.

Von

afp

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

12.02.2013, 14:30 Uhr

Wann kommt endlich der Bezahl- und Personalausweis-Chip im Ohr? Der digitalisierte Mensch, zum finanziellen Abschalten falls er nicht pariert.

Schöne neue Welt - Big Brother, dieser Amateur, ist richtig neidisch. So hätte er sich die Zukunft auch vorgestellt.

Manche Menschen trauen dem Braten allerdings nicht und setzen wieder verstärkt Bargeld ein. Diese müssen daher erst noch umerzogen werden, Bargeld muß verboten werden, passiert scheibchenweise ja schon mit Testlauf in den Krisenländern (Begrenzung von Bargeldzahlungen).

Karte

12.02.2013, 14:48 Uhr

Jetzt stellt sich die Frage welchen Vorteil es für den Kunden bringt...
Erstmal muss ich einen Betrag auf die Karte laden (geht auch als Dauerauftrag). Das Geld ist dann von meinem Konto belastet, die Bank kann damit spielen, bis ich es dann mal nutze. Wenn ich nicht genug Geld auf der Karte habe, ist ein Bezahlvorgang nicht möglich.
Im Prinzip alles wie Bargeld, nur mit dem Unterschied, dass die Bank länger mit meinem Geld "spielen" darf. Ich muss dann künftig, die Karte disponieren UND mein Bargeld disponieren (da nicht überall und für jeden Betrag die Karten genommen werden). Also Null vorteil = ziemliche Totgeburt (ähnlich wie die Geldkarte - genau das selbe System soll als NFC plötzlich funktionieren - lächerlich)
Das Bargeldlose bezahlen über die Telefonrechnung, iTunes oder ähnliches wäre dagegen super. Zahlungen werden sofort umgesetzt, Disposition ist unnötig und ein Handy (bald auch mit NFC) hat eh fast jeder dabei.

Bares_ist_Wahres

12.02.2013, 15:49 Uhr

@Karte

Sehe ich auch so. Bringt dem Kunden gar nichts.

Der Banker hat einen Kredit, das Kaufhaus meine Daten, der Kunde ist der Dumme.....

Nur Bares ist Wahres.

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