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12.07.2016

11:29 Uhr

Ehrenamt

Gemeinnützige Nebenjobs bleiben oft steuerfrei

VonConstanze Elter

Wer sich nebenberuflich in einem Verein oder bei Hilfsorganisationen engagiert, muss auf seinen Lohn oft keine Steuern zahlen. Wichtig dabei sind nicht die geleisteten Stunden, sondern der ausgezahlte Arbeitslohn.

In gemeinnützigen Nebenjobs kann der Lohn steuerfrei bleiben. dpa

Ehrenamt

In gemeinnützigen Nebenjobs kann der Lohn steuerfrei bleiben.

BerlinOb Flüchtlinge hier oder die Bewältigung von Naturkatastrophen anderswo: Hilfsorganisationen sind auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Aber auch Vereine und Kulturschaffende kommen ohne ehrenamtliche Unterstützung nicht aus. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass 40 Prozent der Bevölkerung sich ehrenamtlich oder freiwillig engagiert.

Die Bereiche des Engagements sind vielfältig: Sie beginnen bei Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen stehen, etwa als Leiterin einer Jugendgruppe oder als Trainer im Sportverein. Sie umfassen auch die Unterstützung von Älteren, Kranken und Menschen in Not, etwa bei einer Hilfsorganisation, einer Senioren- oder Behindertengruppe, beim Rettungsdienst oder bei der freiwilligen Feuerwehr.

Tipps zur Steuererklärung

Abgabefrist

Wer seine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2015 selbst anfertigt, muss sie bis zum 31. Mai 2016 abgegeben. Wer mehr Zeit braucht, kann beim Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Erledigt ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung, endet die Frist erst am 31. Dezember 2016.

Nachfragen vermeiden

Damit das Finanzamt die Steuererklärung schnell bearbeiten kann und keine Nachfragen stellen muss, sollten Steuerzahler zu allen Rückforderungen Belege mitschicken. Um die Werbungskosten zu begründen, kann es hilfreich sein, den ausgeübten Beruf möglichst genau anzugeben.

Anleitung zur Steuererklärung

Wer seine Steuererklärung selbst erledigt, sollte auf jeden Fall die Anleitung (von dort aus auf Steuerformular > Einkommensteuer > Einkommensteuer 2014 klicken) lesen, die das Bundesfinanzministerium in seinem Formularkatalog veröffentlicht. Das Finanzamt setzt voraus, dass der Steuerzahler sich diese Anleitung genau durchgelesen hat.

Steuererklärung kopieren

Um den Steuerbescheid später kontrollieren zu können, sollten Steuerzahler eine Kopie ihrer Steuererklärung behalten - entweder gedruckt oder gespeichert als Datei.

Rechtsprechung beachten

Bevor Steuerzahler ihre Erklärung beim Finanzamt abgeben, sollten sie sich über laufende Verfahren zum Steuerrecht informieren. Häufig lässt sich die Rechtsprechung auf den persönlichen Fall übertragen. Auch, wenn ein Sachverhalt noch nicht endgültig geklärt ist, kann es sich lohnen die Ausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen. Bei positivem Prozessausgang besteht auch nach vielen Jahren noch die Chance auf eine Steuererstattung.

Elektronische Übermittlung

Seit 2012 sind sehr viel mehr Steuerzahler verpflichtet, ihre Steuererklärung elektronisch zu übermitteln. Unternehmer müssen nahezu sämtliche Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2011 elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Arbeitnehmer, die keine sogenannten Gewinneinkünfte haben.

Ist der Nebenjob gemeinnützig, dürfen Sie dort bis zu 2.400 Euro pro Jahr steuerfrei dazu verdienen. Denn der Staat unterstützt gemeinnützige Körperschaften, die auf ehrenamtliche und niedrig entlohnte Helfer angewiesen sind. Voraussetzung für den Übungsleiterfreibetrag ist, dass Sie

• eine begünstigte Tätigkeit ausüben,

• sich nebenberuflich engagieren,

• die Tätigkeit im Dienst oder Auftrag einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützig anerkannten Körperschaft erbringen und

• mit Ihrer Tätigkeit gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke fördern.

Zu den begünstigten Tätigkeiten gehören ausschließlich Arbeiten innerhalb der Ausbildung, der Kunst oder der Pflege. Ob eine Tätigkeit nebenberuflich ausgeübt wird oder nicht, richtet sich nach dem zeitlichen Umfang. Dieser darf nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht mehr als ein Drittel der Vollzeitstelle ausmachen.

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