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25.07.2017

15:29 Uhr

Einkaufen im Internet

Online bezahlen wird bald günstiger

VonKatharina Schneider

Einkaufen im Internet macht oft nur solange Spaß, bis es ans Bezahlen geht. Immer wieder verlangen Händler bei einzelnen Zahlungsmitteln hohe Gebühren, zum Beispiel für Kreditkarten – aber nicht mehr lange.

Eine neue EU-Richtlinie – bekannt als PSD2 – will den Wettbewerb im Bereich der Zahlungsdienste fördern. dpa

Onlineshopping

Eine neue EU-Richtlinie – bekannt als PSD2 – will den Wettbewerb im Bereich der Zahlungsdienste fördern.

FrankfurtFast jeder Internetnutzer tut es – Einkaufen in Onlineshops. Am liebsten kaufen die Deutschen online Bekleidung, gefolgt von Elektronikartikeln sowie Computer-Software und -Spielen. Auf Platz vier landeten laut einer Studie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) im vergangenen Jahr Schuhe und gleich dahinter Bücher und E-Books. Shoppen im Internet gilt als bequem, die Auswahl ist riesig und nicht selten locken günstige Preise. Getrübt wird der Spaß aber, wenn es ans Bezahlen geht. Dann stehen zwar oftmals viele Bezahlmethoden zur Wahl, doch zum Teil fallen zusätzliche Gebühren an. Dank einer neuen EU-Richtlinie soll das spätestens im kommenden Januar ein Ende haben.

Wenn sie beim Händler um die Ecke einkaufen, zahlen die deutschen Verbraucher noch immer am liebsten mit Bargeld. Ähnlich konservativ sind sie auch im Internet. Laut der jüngsten Online-Payment-Studie des EHI-Instituts ist Rechnungskauf mit einem 30-Prozent-Anteil an den Umsätzen immer noch der Favorit. Es folgen Lastschrift (20 Prozent), Paypal (18 Prozent) und Kreditkarte (12 Prozent). Dumm nur, wenn durch das gewünschte Zahlungsmittel zusätzliche Gebühren anfallen – so wie bislang häufig beim Bezahlen von Reisen und Flügen.

Ab dem 13. Januar kommenden Jahres soll das der Vergangenheit angehören. Dann tritt ein Gesetz in Kraft, das eine EU-Richtlinie umsetzt. Laut dieser „EU-Zahlungsdiensterichtlinie“ – auch bekannt als PSD2 – dürfen Händler zumindest für Kartenzahlung, Lastschrift und Überweisung keine Extragebühren mehr verlangen. Ziel der Richtlinie ist es, den Wettbewerb im Bereich der Zahlungsdienste zu fördern und zugleich den Verbraucherschutz zu verbessern. Gerade haben Bundestag und Bundesrat die geplanten Änderungen auf den Weg gebracht.

Frank Christian Pauli, Finanzexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands, wertet das Gebührenverbot positiv. „Aufpreise auf Zahlverfahren verschleiern den Blick auf den Endpreis, auf den es im europäischen Markt ankommt“, so Pauli. „Viele Verbraucher kennen dieses Ärgernis, nicht zuletzt immer wieder vom Buchen von Reisen und Flügen im Internet.“

Dass das Verbot von Zusatzentgelten zu Preiserhöhungen bei den Händlern führen könnte, fürchtet Pauli jedoch nicht. Den Händlern sei der Druck zu Zusatzentgelten genommen, da zugleich die Interbankenentgelte reguliert wurden. „Zu einem Problem kam es zuvor, weil die kartenausgebenden Institute bei der Abrechnung von Zahlungen immer mehr Spesen an die kartenakzeptierende Bank berechnet haben“, erklärt Pauli. Diese Spesen seien dann an die Händler weitergegeben worden. Damit soll nun ebenfalls Schluss sein.

Auch der Bundesgerichtshof (BGH) musste sich kürzlich mit der Problematik hoher Gebühren für einzelne Zahlungsmittel beschäftigen.

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