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18.03.2011

10:44 Uhr

Einkommensteuer

Wie Sie bei der Steuerklärung am meisten rausholen

VonKirsten Krumrey

Die Steuererklärung ist aufwendig und lästig – kann aber eine Menge Geld bringen. Die meisten Steuerpflichtigen bekommen vom Finanzamt Geld zurückgezahlt, im Schnitt mehr als 800 Euro. Ein Versuch lohnt sich also.

Wer seine Steuererklärung abgibt, bekommt meist eine saftige Rückzahlung. Quelle: dpa

Wer seine Steuererklärung abgibt, bekommt meist eine saftige Rückzahlung.

DüsseldorfDie Steuererklärung ist aufwendig und lästig – kann aber eine Menge Geld bringen. Fast 90 Prozent der Arbeitnehmer bekommen vom Finanzamt Geld zurück, im Durchschnitt mehr als 800 Euro. Die vermeintlich verlorene Zeit fürs Belege Sammeln und Formulare Ausfüllen bringt oft einen ansehnlichen Stundenlohn. Dafür muss die Steuer 2010 regulär bis Ende Mai 2011 abgegeben werden. Wer einen Steuerberater beschäftigt darf zumindest etwas länger brauchen.

Die Gewinner bei der diesjährigen Einkommensteuererklärung sind Eltern, Krankenversicherte und Unterhaltszahler. Der erhöhte Grundfreibetrag von 8004 Euro bringt für alle Steuerzahler Vorteile. Außerdem werden die Basisbeiträge für Kranken- und Pflegeversicherung vollständig anerkannt. Das heimische Arbeitszimmer kann in vielen Fällen wieder abgesetzt werden.

Der Grundfreibetrag steigt für alle in Deutschland lebenden Personen für 2010 auf 8004 Euro, für Ehepaare auf 16009 Euro. Wer weniger verdient, zahlt keine Steuern und braucht keine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Doch die meisten Arbeitnehmer verdienen mehr und können Möglichkeiten zum Steuern Sparen nutzen. Alle Steuerzahler sollten bereits im Mantelbogen Kirchensteuer, Spenden und Ausgaben für Handwerker oder Haushaltshilfen angeben.

Neu sind 2001 die Höchstbeträge für die Beiträge zu Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits-, Risikolebens-, Kapitallebens- und Arbeitslosenversicherung: Das sind für Arbeitnehmer 1900 Euro, für Beamte und Selbständige sogar 2800 Euro. Diese Grenzen kommen aber selten zum Tragen, da die Steuervorteile für den Basiskrankenschutz in diesen Höchstbeträgen enthalten sind. Die Beiträge für obige Versicherungen mindern die Steuerlast daher vielfach nicht weiter.

Für einzelne Personengruppen gibt es weitere Möglichkeiten, die Steuerlast zu senken:

Tipps zum Steuern sparen

Eltern

Eltern erhalten für ihre Kinder im Lauf des Jahres Kindergeld, jeden Monat 184 Euro für die ersten beiden Kinder, 190 Euro für das dritte und für jedes weitere 215 Euro. Daneben gibt es Steuerfreibeträge für Kinder. Von den 7008 Euro pro Kind wird das Kindergeld allerdings abgezogen, nur der darüber hinausgehende Steuervorteil wird vom Finanzamt berücksichtigt. Vorteile ergeben sich bei dieser Berechnung allerdings nur für fünf Prozent der Steuerzahler.

Auch für volljährige Kinder kann es Kindergeld geben. Dafür muss das Kind noch in der Ausbildung sein und von den Eltern unterstützt werden. Solange das Einkommen des Kindes 8004 Euro im Jahr 2010 nicht übersteigt, wird das Kindergeld weiter gezahlt. Ab diesem Grenzbetrag fallen sowohl Kindergeld als auch Kinderfreibeträge weg.

Eine weitere Möglichkeit: Wenn Eltern die Beiträge zur studentischen Krankenversicherung bezahlen, können sie damit ebenfalls die Steuerlast mindern.

Außerdem können berufstätige Eltern für jedes Kind unter 14 Jahren bis zu 4000 Euro Betreuungskosten absetzen.

Krankenversicherte

In der aktuellen Steuererklärung lässt sich die Steuerlast durch Kranken- und Pflegeversicherung deutlich mindern – die Beiträge werden als Vorsorge berücksichtigt. Besonders attraktiv ist dies für Rentner, Selbständige und privat versicherte Arbeitnehmer mit Familie.

Abgesetzt werden die Beiträge als Sonderausgaben, egal ob privat oder gesetzlich versichert. Grundsätzlich können die Ausgaben für die Basiskrankenversicherung komplett abgezogen werden – Krankentagegeld, Chefarztbehandlung, Zahnzusatz oder Einbettzimmer aber nicht. Auch bei Privatversicherten sind die Aufwendungen absetzbar, die für einen Basisschutz gezahlt werden. Alles darüber wird unter sonstiger Vorsorge verbucht. Aufwendungen für die gesetzliche Pflegeversicherung und die private Pflege-Pflichtversicherung sind mit der aktuellen Steuererklärung erstmals komplett absetzbar. Lediglich die Beiträge für Krankengeld bleiben außen vor.

Für Eltern privat versicherter Kinder gilt: Die Versicherungsbeiträge können ebenfalls als Sonderausgaben abgesetzt werden, solange die Eltern unterhaltsverpflichtet sind und Kindergeld bekommen. Auch die Beiträge für privat versicherte Ehepartner können Ersparnisse bringen.

Die neuen Regeln lohnen sich vor allem für Gutverdiener. Wer hohe Beiträge zahlt, bekommt vom Fiskus auch mehr zurück.

Unterhaltszahler

Neue Höchstbeträge gelten auch für Unterhaltszahlungen an Kinder, Lebensgefährten, Ex-Ehepartner und sonstige Verwandte. Wer andere so unterstützt, bekommt mit der aktuellen Steuererklärung mehr zurück als bisher.

Die Krankenversicherungsbeiträge für Kinder und ehemalige Partner können wie eigene Beiträge als Vorsorgeaufwand abgesetzt werden. Die Höchstbeträge für Unterhaltszahlungen von 13.805 € (Sonderausgaben) bzw. 8.004 € (außergewöhnliche Belastungen) werden um die Krankenkassenbeiträge erhöht. Letztere sind also komplett absetzbar, unabhängig von der Höhe der sonstigen Unterhaltszahlungen. Ob der Unterhaltsempfänger oder der Zahler Versicherungsnehmer ist, ist hierbei irrelevant.

Rentner/Pensionäre

Wer nicht mehr beruftätig ist, darf nun auch Versicherungskosten beim Finanzamt anrechnen. Allerdings könnten Rentner und Pensionäre durch die neuen Regeln auch schlechter gestellt werden. Dann gilt die so genannte Günstigerprüfung und es wird auf altem Weg berechnet, wenn so mehr erstattet wird. Arztkosten und Handwerkerrechnungen sind für Rentner und Pensionäre künftig ebenfalls abzugsfähig.

Die neuen Grundfreibeträge gelten genauso für Rentner: Auch sie müssen ab Einkünften von 8004 Euro (16009 Euro bei Ehepaaren) ihr Einkommen versteuern.

Mieter/Umziehende

Bei beruflich bedingten Umzügen können Steuerzahler diesmal mehr absetzen, die Pauschalen für Umzüge im Jahr 2010 wurden erhöht. Alleinstehende können 636 Euro absetzen, Ehepaare 1271 Euro. Für Kinder, Partner und Verwandte, die mit umziehen, gibt es eine Pauschale von je 280 Euro. Die Pauschalen steigen, wenn der letzte beruflich bedingte Umzug vor weniger als fünf Jahren stattgefunden hat.

Der Fiskus beteiligt sich damit an Kosten wie Umzugsfirma, Wohnungssuche, Reisekosten, doppelte Mietzahlungen, Maklergebühren, Nachhilfeunterricht der Kinder und sogar Trinkgeldern für Umzugshelfer oder die Ummeldung des Wohnortes.

Kurzarbeiter

Viele Kurzarbeiter werden voraussichtlich Steuern nachzahlen müssen. Denn das Kurzarbeitergehalt des Staates ist zwar steuerfrei, erhöht aber die Progressionsstufe.

Kommentare (2)

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ganimed

21.03.2011, 13:11 Uhr

So viele Fehler in einem Artikel, dass ist schon bemerkenswert. Lasst doch mal Fachleute ran, wenn ihr selber keine Lust habt, euch sachkundig zu machen.

zeitGeist

27.04.2011, 12:31 Uhr

Wenn man Fehler bemängelt, sollte man zumindest keine eigenen Rechtschreibfehler einbauen!

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