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24.08.2015

11:55 Uhr

Entlastungsbetrag

Steuergeschenk für Alleinerziehende

VonConstanze Elter

Wer alleine ein Kind erzieht, muss häufig auch hohe Kosten alleine tragen. Bei der Steuer wird das durch den sogenannten Entlastungsbetrag berücksichtigt. Diesen Freibetrag hat der Gesetzgeber jetzt deutlich erhöht.

Bei der Finanzierung der kleinen Familie gibt es Unterstützung vom Staat. dpa

Alleinerziehende Mutter

Bei der Finanzierung der kleinen Familie gibt es Unterstützung vom Staat.

DüsseldorfArbeitgeber ziehen ihren Angestellten jeden Monat automatisch die Lohnsteuer vom Gehalt ab und leiten sie ans Finanzamt weiter. Wie hoch der Abzug ausfällt, bestimmt die Steuerklasse. Damit wird abgebildet, ob Beschäftigte zum Beispiel verheiratet sind oder noch einem zweiten Beruf nachgehen.

Auch die Tatsache, ob jemand sein Kind allein erzieht, wird in den Steuerklassen berücksichtigt: Die Steuerklasse II bekommen Alleinstehende zugestanden, die – Achtung Behördendeutsch – die Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erfüllen. Wer ganz allein mit einem Kind in seinem Haushalt lebt, dem gesteht das Finanzamt einen Freibetrag für die höheren Lebenshaltungskosten zu.

Wann ist das Kind ein Kind?

Minderjährige

Bei Minderjährigen haben die Eltern immer einen Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag. Egal, ob der Nachwuchs schon berufstätig ist oder nicht.

Volljährige unter 25

Bei volljährigen Kindern, die aber das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gibt es nur unter bestimmten Bedingungen Kindergeld, siehe nachfolgend.

Berufsausbildung

Wenn der Nachwuchs eine erste Berufsausbildung macht oder studiert, haben die Eltern weiter Anspruch auf Kindergeld.

Übergangszeit

Zwischen Abitur und Studienbeginn und allgemein zwischen dem Schulabschluss und dem Beginn der Ausbildung liegen oft einige freie Monate. Während einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten wird das Kindergeld weiter gezahlt.

Kein Ausbildungsplatz

Wer seine Berufsausbildung nicht fortsetzen kann, da er keinen Ausbildungsplatz bekommen hat, wird in dieser Zeit mit Kindergeld unterstützt. Allerdings muss der Ausbildungswille da sein.

FSJ und FÖJ

Wenn unter 25-Jährige ein freiwilliges soziales (FSJ) oder ökologisches (FÖJ) Jahr leisten, gibt es währenddessen Kindergeld. Das gilt aber nur bis zum 21. Lebensjahr.

Behinderung

Wenn Sohn oder Tochter wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen können, bekommen die Eltern Kindergeld.

Dieser Freibetrag ist in der Steuerklasse II bereits eingepreist und belief sich bislang auf 1308 Euro. Der Gesetzgeber hat nun beschlossen, dass es Zeit für eine Erhöhung ist: Damit können Alleinerziehende mit einem Kind künftig bei ihrer Steuererklärung einen Betrag von 1908 Euro geltend machen. Für jedes weitere Kind gibt es einen Betrag von 240 Euro pro Jahr obendrauf. Der höhere Entlastungsbetrag gilt bereits für das gesamte Jahr 2015.

Angestellte mit Steuerklasse II müssen keinen besonderen Antrag stellen – bei ihnen wird der höhere Freibetrag automatisch berücksichtigt. Auf dem Konto werden sich die Auswirkungen ab dem Dezembergehalt zeigen. Dann nämlich wird die Erhöhung des Freibetrags – auf das gesamte Jahr gesehen – mit dem Lohnsteuerabzug verrechnet. Alleinerziehende dürften sich somit auf ein höheres Nettogehalt für die Monate ab Dezember freuen.

Wer möchte, dass der zusätzliche Freibetrag von 240 Euro für weitere Kinder bereits beim Lohnsteuerabzug angerechnet wird, sollte bis Ende November einen Antrag beim Finanzamt stellen. Die Formulare gibt es im Internet zum Download – allerdings ist dort die aktuelle Gesetzesänderung noch nicht berücksichtigt. Am besten fügen Betroffene dem Antrag ein formloses Schreiben mit einer entsprechenden Erklärung bei. Diese sollte die Steueridentifikationsnummer der Kinder beinhalten.

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