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24.03.2011

20:21 Uhr

Entschädigungen

Bund springt Anlegern im Fall Phoenix bei

VonFrank Matthias Drost

ExklusivDie Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) entwickelt sich immer mehr zu einem Fass ohne Boden. Nun muss der Bund für die Entschädigungsansprüche der Phoenix-Anleger einspringen.

Der Bund steht für Entschädigungen für die Phoenix-Anleger gerade. Quelle: ap

Der Bund steht für Entschädigungen für die Phoenix-Anleger gerade.

BerlinAus eigener Kraft sieht sich die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) erneut nicht in der Lage, die Entschädigungsansprüche der rund 30.000 Anleger im Fall Phoenix Kapitaldienste zu befriedigen. Am Mittwochabend gab der Haushaltsausschuss des Bundestages grünes Licht für einen weiteren Kredit in Höhe von bis zu 141 Millionen Euro, wie das Handelsblatt aus Kreisen des Gremiums erfuhr.

Der vom Bund erst Ende 2008 gewährte Kredit in Höhe von 128 Millionen Euro wird im Laufe der nächsten Wochen aufgebraucht sein und ist auch noch nicht in Ansätzen getilgt. „Faktisch ist die EdW insolvent“, konstatiert der Chefjustitiar des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter, Nero Knapp. Die EdW sei mit ihren 800 Mitgliedern, darunter Fonds- und Kapitalanlagegesellschaften, nicht in der Lage, die finanziellen Lasten zu tragen.

Der Fall Phoenix ist einer der größten Betrugsskandale in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Tausende von Anlegern vertrauten dem Unternehmen, das mit zweistelligen Renditen lockte, ihr Geld an. Allerdings entpuppten sich die Engagements von Phoenix Kapitaldienste als Scheingeschäfte. 2005 musste das Unternehmen, das Mitglied der EdW war, Insolvenz anmelden. Angesichts von Einnahmen in einstelliger Millionenhöhe ist die EdW mit der Begleichung der Schäden, die sich auf mehrere hundert Millionen summieren, überfordert. Nach eigenen Angaben hat die EdW bis zum heutigen Tage rund 26.300 Entschädigungsfälle mit einem Gesamtvolumen von rund 119 Millionen Euro geregelt.

Kommentare (3)

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Thomas-Melber-Stuttgart

24.03.2011, 20:51 Uhr

Aber warum muß dafür der Steuerzahler haften? Was gehen mich die Verluste dieser Anleger an?

AndreAdrian

24.03.2011, 22:25 Uhr

Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren

Die Insolvenz einer GmbH oder einer AG ist für die Manager nicht schlimm. Mit überhöhten Gehälter haben sie lange bevor der Insolvenzverwalter kam Substanz aus dem Unternehmen herausgezogen. Ein Betrugsfall wie Phoenix ist nur die Steigerung dieser Praxis. Die Wirtschafttheoretiker sagen immer, das Kapitalismus nur funktioniert wenn man den Raubtieren freie Bahn lässt. Wenn die EdW kein Geld hat, dann meldet die EdW halt Insolvenz an. Die ganze Sache war ja sowieso nur ein Feigenblatt um den dummen Anleger in eine möglichst grosse Falle zu locken.

soisses

24.03.2011, 23:03 Uhr

Wir haben es mit 3 Skandalen zu tun:
1. Phoenix hat betrogen.,
2. Bafin hat nichts gemerkt und wird nicht zu Rechenschaft
gezogen.
3. Anleger, die an zweistellige Renditeversprechungen ge-
glaubt haben werden entschädigt.
Merke:
Gier und Dummheit gehören bestraft und nicht entschädigt

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