Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.08.2015

16:56 Uhr

Entscheid des Bundesfinanzhofs

Dem Steuerbescheid per Mail widersprechen

Ein Widerspruch gegen den Steuerbereich ist auch auf elektronischem Weg per Mail möglich. Das stellte der Bundesfinanzhof am Mittwoch in München klar. Für Klageerhebungen gilt die Erleichterung jedoch nicht.

Ein Einspruch gegen den Steuerbescheid ist auch per Email möglich. dpa

Urteil des Bundesfinanzhofs

Ein Einspruch gegen den Steuerbescheid ist auch per Email möglich.

MünchenMit einer einfachen Email können Bürger gegen einen Steuerbescheid Einspruch einlegen. Eine qualifizierte elektronische Signatur ist dafür nicht nötig, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch in München veröffentlichtem Urteil entschied. Voraussetzung ist demnach aber, dass die Steuerbehörde einen Zugang für die Übermittlung elektronischer Dokumente eröffnet hat. (Az: III R 26/14)

Der BFH entschied dies für Altfälle bis zum 31. Juli 2013 und verwies auf seine Rechtsprechung zur „schriftlichen“ Einspruchseinlegung. Demnach muss ein Einspruch nicht eigenhändig unterschrieben sein. Es reiche aus, wenn aus dem Schriftstück hervorgeht, wer den Einspruch eingelegt hat. Dies gelte auch für einen elektronisch eingelegten Einspruch.

Software für den Steuerdschungel

Steuer-Software

Computerprogramme sind eine gute Alternative zu ellenlangen Steuerformularen. Sie übernehmen das Ausfüllen und geben Tipps zum Steuersparen. Die Kosten für die Software sind sogar von der Steuer absetzbar. In komplizierten Fällen ist ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater aber meist die bessere Wahl.

Günstige Programme

Es gibt zwei Klassen von Steuersoftware. Preiswerte und schlichte Lösungen kosten ab zehn Euro und sind teils auch im Supermarkt zu haben. Sie helfen bei einfachen Steuerfällen. Auch das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzämter ist für einfache Fälle geeignet - hier gibt es allerdings keine Steuerspartipps.

Teure Programme

Wer hohe Werbungskosten etwa für Fahrten oder doppelte Haushaltsführung hat, ist mit den umfangreichen und teureren Programmen besser bedient; genauso Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und ungeübte Anwender. Wer sich einmal für ein Programm entschieden hat, sollte dabei bleiben. Das spart Zeit fürs Einarbeiten und erleichtert die Übernahme von Daten aus dem Vorjahr.

Installation

Die Installation läuft bei den meisten Programmen problemlos. Das Nachsehen haben manchmal Nutzer von Apple-Computern oder Rechnern mit Linux: Die meisten Programme gibt es nur für Windows. Eine Alternative sind reine Internetprogramme - diese haben manchmal aber nur wenige Detailfragen. Aufpassen sollten Anwender, dass ihnen bei der Installation keine kostenpflichtigen Update-Abonnements angeboten werden.

Aktualisierung

Bei allen Programmen ist direkt nach der Installation eine Aktualisierung Pflicht, weil bei der Programmierung die neuesten Steueränderungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Hersteller verbessern die Programme zudem laufend und merzen dabei Fehler aus. Diese Updates sollte die Software auf jeden Fall kostenlos anbieten.

Erste Schritte

Am Anfang steht bei allen Programmen die Eingabe der persönlichen Daten wie Name, Adresse, Anzahl der Kinder, Steuernummer und zuständiges Finanzamt. Danach wählt das Programm die benötigten Formulare aus.

Menüführung

Die meisten Programme bieten verschiedene Wege zur Eingabe der Daten. Versierte Benutzer können die einfache Formulareingabe wählen, für Einsteiger bietet sich der Interview-Modus an - hier fragt das Programm Schritt für Schritt die nötigen Daten ab. Bei den meisten Programmen tauchen jeweils Steuerspartipps und Erklärungen auf dem Bildschirm auf, auch gibt es teils Verknüpfungen zu Nachschlagewerken oder erklärende Videos. Die Qualität der Tipps unterscheidet meist die preiswerten von den teureren Programmen.

Ab zum Finanzamt

Viele Programme überprüfen die Eingaben der Nutzer direkt bei der Eingabe oder vor dem Abschluss auf Plausibilität. Elster macht das etwas grober, die Kaufsoftware genauer. So lassen sich vor allem Tippfehler und Zahlendreher vermeiden. Zudem informieren die Programme über den Stand der Steuererstattung oder -nachzahlung. Die meisten Programme schicken die Steuererklärung direkt über das Internet an das Finanzamt.

Das Gericht verwies zudem auf eine seit August 2013 geltende neue Reglung der Abgabenordnung, wonach ein Einspruch auch „elektronisch“ eingereicht werden kann. Damit habe der Gesetzgeber klargestellt, dass ein einfaches elektronisches Dokument zur Einspruchseinlegung ausreicht und eine qualifizierte elektronische Signatur nicht nötig ist. Die Erleichterung gilt jedoch nicht für Klageerhebungen.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×