Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.04.2014

16:37 Uhr

Erstinstanzliches Urteil

Merck Finck muss Lottomillionär entschädigen

Vor dem Landgericht Münster hat Lottomillionär Rolf F. einen Teilerfolg erzielt: Das Gericht verurteilte die Privatbank Merck Finck erstinstanzlich zu 500.000 Euro Schadensersatz. Weitere Prozesse könnten folgen.

In erster Instanz hat das Landgericht Münster die Privatbank Merck Finck zu 500.000 Euro Schadensersatz verurteilt. dpa

In erster Instanz hat das Landgericht Münster die Privatbank Merck Finck zu 500.000 Euro Schadensersatz verurteilt.

MünsterMehrere Jahre dauerte der Prozess des Lottomillionärs Rolf F. gegen die Privatbank Merck Finck. Am Donnerstag hat der Mann vor dem Landgericht Münster nun in erster Instanz einen Teilerfolg erzielt: Demnach müsste die Bank dem Stahlarbeiter aus Herne eine halbe Million Euro Schadensersatz zahlen, weil sie ihn nicht anlegergerecht beraten habe (Az. 114 O 110/12). Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, Merck Finck kann nun in Berufung gehen.

„Wir haben das Urteil zur Kenntnis genommen und prüfen es nun in Bezug auf unsere nächsten Schritte“, sagte Unternehmenssprecher Gregor Rodehüser auf Anfrage. Bis zur Entscheidung wolle man das Urteil nicht kommentieren. Dabei will Rodehüser weder Fehler einräumen noch ausschließen. Man prüfe, wo die Qualitätssicherung womöglich nicht gegriffen habe.

Bereits 2005 hatte Rolf F. zusammen mit seinem Kollegen Horst K. 12,6 Millionen Euro gewonnen, sechs Richtige plus Superzahl im Mittwochslotto, 6,3 Millionen für jeden. Nach eigenen Aussagen ist heute der Großteil des Geldes verloren.

Wie der „Spiegel“ im Vorfeld berichtet hatte, habe ein Berater von Westlotto F. und seinem Partner K. „nachdrücklich empfohlen“, die Millionen in die Hände der Privatbank zu geben. F., der Zeit seines Lebens Sparkassenkunde war, vertraute den Beratern. Während der Beweisaufnahme Mitte April sei deutlich geworden, dass F. blind unterschrieb, was die Berater ihm vorgelegt haben, so der „Spiegel“.

So hatte F. offenbar Millionen in riskante Schiffsbeteiligungen sowie 600.000 Dollar in einen geschlossenen Immobilienfonds des Münchner Emissionshauses KanAM gesteckt. Der spezielle Fonds stellte offenbar eine Beteiligung an einem Einkaufszentrum in den USA dar – und ging 2010 Pleite.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

24.04.2014, 17:23 Uhr

wow, was ist denn das für ein Exot??

Jemand, der einer Bank vertraut?
Fragt ein Schwein den Schlachter, wenn es um die Rente geht?

Account gelöscht!

24.04.2014, 18:56 Uhr

Warum steckt ein Lotto-Gewinner für seine Verhältnisse riesige Summen in Bankprodukte, von denen er soviel Ahnung hat, wie die Kuh vom Tanzen?
Übermut, reiner Übermut hat ihn dazu getrieben, seine frisch gewonnenen Euros auf eine Karte zu setzen - die nicht einmal ansatzweise von ihm verstanden wurde. Sonst hätte er nicht so viel Kohle dort investiert!

Account gelöscht!

24.04.2014, 19:33 Uhr

@ Augias

Gerade weil der Lotto-Gewinner null Ahnung von Geldanlage hatte, ging er gutgläubig zur Bank, um sich vom Fachmann (wie er glaubte) beraten zu lassen.

Aber als Laie konnte er nicht wissen, das Banken ausschließlich an den einenen Profit denken und dabei das Wohl des Kunden nie und nimmer im Vordergrund steht.

Es bliebe zu klären, wie viele Lottogewinner der "Glücksbote" der Lottogesellschaft (für Provision ntürlich) zu Merck Finck vermittelt hat und was aus den jeweiligen Vermögen geworden ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×