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18.12.2014

12:09 Uhr

EuGH-Urteil zu Übergewicht

Fettleibigkeit gilt am Arbeitsplatz als Behinderung

Wer sehr viel wiegt, kann im Job eingeschränkt sein. Ob er oder sie dazu selbst beigetragen hat oder nicht: Ein Urteil stellt nun klar, dass Betroffene für eventuellen Leistungsabfall nicht einfach bestraft werden kann.

Selbst wenn eine Person ihre Fettleibigkeit selbst verschuldet hat, kann sie Schutz vom Arbeitgeber erwarten. dpa

Selbst wenn eine Person ihre Fettleibigkeit selbst verschuldet hat, kann sie Schutz vom Arbeitgeber erwarten.

LuxemburgStarkes Übergewicht kann nach einem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) als Behinderung im Beruf gelten. Dies wäre der Fall, wenn jemand durch sein Gewicht auf die Dauer körperlich, geistig oder psychisch so stark beeinträchtigt ist, dass er nicht gleichberechtigt mit anderen seinen Beruf ausüben kann. Dann greife auch der im EU-Recht verankerte Schutz vor Diskriminierung, entschieden die Richter am Donnerstag in Luxemburg (Rechtssache C-354/13). Dies gilt unabhängig davon, ob der Betreffende möglicherweise selbst zu der Behinderung beigetragen hat.

Im konkreten Fall geht es um einen stark übergewichtigen Tagesvater aus Dänemark, dem nach 15 Jahren von der Gemeinde gekündigt worden war. Während dieser Zeit wog er nie weniger als 160 Kilogramm. Er beteiligte sich an Abnehm- und Fitnessprogrammen der Gemeinde Billund, nahm aber dennoch immer wieder zu. Die Leitung des Betreuungsdienstes besuchte ihn mehrmals und erkundigte sich nach seinen Abnehm-Versuchen.

Als die Gemeinde dem Mann 2010 kündigte, hieß es zur Begründung, der Bedarf an Kinderbetreuung gehe zurück. Bei einem anschließenden Gespräch kam sein Übergewicht zwar zur Sprache. Die Gemeinde erklärte aber, dies sei nicht der Grund für die Kündigung gewesen. Der Tagesvater sah sich aber diskriminiert und zog vor Gericht.

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Über diesen Fall muss ein dänisches Gericht endgültig entscheiden. Die Richter dort baten allerdings den EuGH um Hilfe bei der Auslegung von EU-Recht.

Die europäischen Richter stellten klar, dass Fettleibigkeit zwar laut EU-Recht kein Diskriminierungsgrund ist. Allerdings kann Übergewicht unter bestimmten Umständen eine Behinderung sein - und behinderte Menschen haben in Europa ein Recht darauf, vor Diskriminierung geschützt zu werden. Arbeitgeber müssen Vorkehrungen treffen, um Behinderten die Teilnahme am Berufsleben zu ermöglichen - es sei denn, dies würde zu einer unverhältnismäßigen Belastung des Arbeitgebers führen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Alfons Reburg

18.12.2014, 13:53 Uhr

also dann: fressen bis die Gesundheit nicht mehr mitmacht - die anderen zahlen danach ja meine Behindertenrente... Klasse Staat

Herr Dirk Niedfeld

18.12.2014, 16:55 Uhr

Tach,

also weiter fressen bis man platzt. Abgesegnet durch die obersten Richter der EU. Wie schön doch die Welt sein kann.
Wenn ich dann zwecks Diabetes und Schnappatmung nicht mehr arbeiten kann, lasse ich mich von der sozialen Hängematte auffangen und von der Allgemeinheit meine ärztliche Versorgung bezahlen. Toll. :-)

*mampf*

VG
Marvel

Herr Horst Meiller

18.12.2014, 17:00 Uhr

"Wenn ich dann zwecks Diabetes und Schnappatmung nicht mehr arbeiten kann..."
Das können manche Schlanke auch nicht! (:

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