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31.08.2016

13:48 Uhr

Euro Grundinvest

Der größte Teil der Anlegermillionen ist weg

VonGertrud Hussla, Andreas Dörnfelder

Die Euro Grundinvest galt bislang noch als eines der solideren Anlageprodukte des schillernden Malte Hartwieg. Erstmals erfuhren Anleger nun, wie es dort um ihre Investments steht. 90 Prozent des Einsatzes sind wohl weg.

Düsseldorfa

Kosten weit über dem Verkaufserlös. (Foto: PR)

Euro Grundinvest-Projekt Jacobi Palais in München

Kosten weit über dem Verkaufserlös. (Foto: PR)

Auf der Webseite der Euro Grundinvest scheint noch alles in Ordnung zu sein. „Im Plan“ oder gar „über Plan“ steht dort neben jedem der von 2010 bis 2013 aufgelegten geschlossenen Immobilienfonds, die hauptsächlich in München das Geld der Anleger investieren sollten. Darunter Lobeshymnen für das Investment aus einigen Branchendiensten, Motto: „In München geht die Post ab“.

Dabei ist der Traum vieler Anleger, mit ihren Ersparnissen dort Renditen von acht Prozent zu erzielen, längst ausgeträumt. Auf einer Gesellschafterversammlung der Euro Grundinvest 15, einem Fonds, dem auch der Münchner Wohnkomplex Jacobi Palais gehört, erfuhren nun die mehr als hundert nach Freising angereisten Gesellschafter das ganze Desaster ihres Investments.

Den Fonds der Euro Grundinvest, die seit 2014 vom schillernden Start-up-Investor Sven Donhuysen geführt werden, gehören zwar Immobilien. Aber diese sind weit weniger wert, als dort angeblich investiert wurde. Sie sind nur zum geringen Teil in München. Welche Immobilie zu welchem Fonds gehört, ist unklar. Denn zwischen den Fonds wurde ständig Vermögen hin- und hergeschoben.

Wenn man den Ausführungen Donhuysens Glauben schenken will, dann war an allem der Vorbesitzer Malte Hartwieg schuld. Hartwieg, ein gelernter Maurer,  hatte einst den Fondsvertrieb Dima24 gegründet – und sich ein Geflecht aus mehr als 100 Firmen aufgebaut, darunter die Emissionshäuser Selfmade Capital, New Capital Invest und Panthera. Sie lockten mit Zinsen von 12 Prozent und mehr. 

Die Staatsanwaltschaft München hat ein Ermittlungsverfahren gegen Hartwieg eingeleitet, dort sind hunderte Strafanzeigen eingegangen. Der Verdacht: Hartwieg könnte ein illegales Schneeballsystem aufgebaut haben. Rund 60 Firmen aus seinem Imperium sind insolvent.

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Ebenfalls eine Hartwieg-Gründung ist die Euro Grundinvest. Diese machte zunächst am wenigsten Schlagzeilen. Doch ab 2014 stockten auch dort die Ausschüttungen. Allein bei Euro Grundinvest investierten Sparer 70 Millionen Euro in die geschlossenen Fonds und noch einmal 23 Millionen in Genussrechte, wurde gestern bekannt gegeben.

Viel Zeit braucht die Staatsanwaltschaft. Sie hat zwar bereits Wertgegenstände von Hartwieg sichergestellt, doch bis es zu einer Anklage kommt, muss sie noch mehrere Terabyte Material durcharbeiten, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt. Bei der Euro Grundinvest jedenfalls, das mussten die Gesellschafter an diesem Donnerstag erkennen, gibt es kaum noch andere Erklärungen, als dass es sich um ein Schneeballsystem handelt.

Das Prinzip eines solchen Systems: Bereits investierte Anleger erhalten ihre Ausschüttungen nicht etwa aus tatsächlich erwirtschafteten Renditen, sondern aus den Einzahlungen neuer Investoren. So lange ausreichend Neukunden auf den Trick hereinfallen, geht die Rechnung auf. Hartwieg versprach über seinen damaligen Anwalt mehrfach Aufklärung – und bat die Anleger um Geduld.

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