Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.02.2015

16:32 Uhr

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Medien dürfen versteckte Kameras einsetzen

Journalisten dürfen für ihre Recherchen versteckte Kameras einsetzen. Der Europäische Gerichthof für Menschenrechte gab zwei Schweizer Journalisten recht, die in Zürich zu einer Geldstrafe verurteilt worden waren.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Rechte von Journalisten gestärkt. dpa

Versteckte Kameras

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Rechte von Journalisten gestärkt.

StraßburgDer Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Journalisten in einem richtungsweisenden Urteil den Einsatz versteckter Kameras erlaubt. Das Urteil vom Dienstag betraf eine Reportage der Verbraucherschutz-Sendung „Kassensturz“ des deutschsprachigen Schweizer Fernsehens (SF DRS) aus dem Jahr 2003 über irreführende Beratungen eines Versicherungsmaklers.

Das öffentliche Interesse an Informationen über angebliche dubiose Praktiken beim Verkauf von Versicherungsprodukten sei wichtiger als der Schutz der Privatsphäre des Maklers, befanden die Straßburger Richter. Das Zürcher Obergericht hatte 2009 vier Journalisten wegen der heimlichen Aufnahmen zu Geldstrafen verurteilt. Sie klagten daraufhin in Straßburg.

Der EGMR bewertete die Geldstrafe als Verstoß gegen die Medien- und Meinungsfreiheit, da „Medien durch ein solches Urteil von kritischen Beiträgen abgehalten werden könnten, auch wenn sie nicht daran gehindert werden, den Beitrag auszustrahlen“.

Der betroffene Makler hatte eine Stellungnahme abgelehnt. Als „entscheidend“ bewertete der Gerichtshof die Tatsache, dass in der Sendung sein Gesicht unkenntlich gemacht und seine Stimme verfremdet worden sei; ferner sei die Kamera außerhalb seiner Büroräume eingesetzt worden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×