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16.07.2013

13:48 Uhr

EZB

Betrug mit Kreditkarten nimmt weiter ab

Bessere Technik macht es Betrügern immer schwerer, über fremde Kreditkarten an Geld zu kommen. Die Verbraucher können dem Plastikgeld wieder mehr Vertrauen, die Sicherheit steigt.

Moderne Technik bereitet Kreditkartenbetrügern mehr und mehr Kopfzerbrechen. dpa

Moderne Technik bereitet Kreditkartenbetrügern mehr und mehr Kopfzerbrechen.

FrankfurtDatendiebe kommen bei Kredit- und EC-Karten nach Erkenntnissen von Europas Währungshütern immer seltener zum Zug. Seit 2007 gebe es einen rückläufigen Trend beim betrügerischen Einsatz des Plastikgeldes, stellte die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem zweiten Bericht über Kartenmissbrauch fest.

Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen für das Jahr 2011 richteten Kriminelle insgesamt 1,16 Milliarden Euro Schaden an. Das waren nach EZB-Angaben vom Dienstag 5,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, obwohl Kartennutzung damals noch nicht so ausgeprägt war.

Die Daten beziehen sich auf den Euro-Zahlungsraum Sepa („Single Euro Payments Area“), der 32 Länder umfasst: Alle EU-Mitglieder sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz.

Die höchsten Schäden durch Kartenmissbrauch gab es im Schnitt bei Karten, die in Luxemburg, Frankreich und Großbritannien ausgegeben wurden. In Irland war mehr als eine von 1000 Transaktionen betrügerisch. Damit lag das Land deutlich über dem Durchschnitt, der bei etwa einem von 4000 Geschäften lag.

Wann die EC-und Kreditkarten im Ausland nicht funktionieren

EC-Karte

Mit Maestro-Karten, die das Girokonto sofort belasten, können Bankkunden normalerweise weltweit zahlen oder Geld abheben. Besonders viele Vertragspartner und Geldautomaten stehen in Europa. Trotzdem funktionieren die Karten häufig nicht. Das kann mehrere Gründe haben. Vor Reiseantritt notieren sich Urlauber für alle Fälle Karten- und Kontonummer.

Auffällige Konto-Bewegungen

Bei jeder von einer EC-Karte ausgelösten Buchung läuft im Rechenzentrum der Banken eine Sicherheitssoftware mit, die Betrug frühzeitig erkennen und durch Kartensperren verhindern soll. Dabei kann es auch zu ungewollten Sperren kommen. Für Kunden ist es schwierig, sich darauf einzustellen. So zog ein Institut in Barcelona die Karte eines Studenten wegen auffälliger Bewegungen ein. Er hatte in kurzer Zeit zweimal hintereinander am selben Automaten Geld abgehoben.

Dispo-Auslandssperre

Postbank, Deutsche Bank sowie einige Volks- und Raiffeisenbanken haben die Möglichkeit zur Überziehung bei den EC-Karten fürs außereuropäische Ausland gesperrt. De facto gilt hier ein Null-Limit. Kunden können es auf Anfrage vor einer Reise heraufsetzen lassen. Wer das nicht tut, steht womöglich mit leeren Händen da. Nötig ist dazu ein Anruf in der Filiale.

Minus auf dem Konto

Ist das Konto im Minus, bewegt sich aber innerhalb des Verfügungsrahmens können Kunden im Inland problemlos Geld mit ihrer Karte ziehen. Im Ausland steht dieser Verfügungsrahmen bei manchen Banken plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Vor allem Länder außerhalb der Eurozone sind von dieser Regelung oft betroffen.

Technische Pannen

Neben Defekten an Chips oder Magnetstreifen ist ein weiterer Grund für das Nichtfunktionieren der Karten die Umstellung der Institute auf ein neues Bezahlsystem. So wird bei EC-Karten in Deutschland seit einigen Jahren mit dem Maestro-System bezahlt. Das ist ein Abbuchungsdienst vom Kreditkarten-Unternehmen MasterCard, das mittels Magnetstreifen funktioniert. Da Chipkarten als sicherer gelten, führen manche Institute so genanntes V-Pay ein, das Konkurrenz-Produkt von Visa. Vor allem die Postbank rüstet hier um. Wermutstropfen: Einkaufen mit der neuen Karte Glückssache. Denn längst nicht alle Händler haben umgerüstet. Und in beliebten Urlaubsländern wie den USA oder Ägypten funktioniert die Technik generell nicht.

Kreditkarten

Mit ihnen kann man grundsätzlich weltweit zahlen, solange Vertragspartner und Bankautomaten die jeweiligen Karten annehmen. Zum Geldabheben sind Kreditkarten allerdings meist teurer als EC-Karten. Zudem wird selten beim Bezahlen im Inland der PIN verlangt. Viele Kreditkartenbesitzer sollten sich ihre Geheimnummer daher vor dem Urlaub gut einprägen und sich vor Reiseantritt die Kartennummer notieren. Zudem sollten sie sicherstellen, dass die letzte Abrechnung bezahlt ist.

Auffällige Kontobewegungen

Auch bei Kreditkarten sind auffällige Kontenbewegungen und die Auslieferung von defekten Karten ein Thema. Bei auffälligen Käufen oder Abhebungen können Sicherheitsbeamte ohne Nachfrage die Bezahlfunktion abstellen.

Geldreservierungen

Manche Reiseveranstalter, Airlines und Hotels lassen bei einer Reservierung die entsprechende Summe oft im Voraus blocken. Dann ist der Rahmen schneller ausgereizt als gedacht.

Alternative I: Reiseschecks

Sie können vor Antritt der Reise gegen Gebühr in der entsprechenden Landeswährung gekauft werden. Zahlreiche Geldinstitute nehmen sie weltweit an. Vorteil: Die Schecks sind versichert und werden bei Verlust vor Ort binnen 24 Stunden ersetzt, sofern sich der Kunde als Käufer ausweisen kann.

Alterbnative II: Bargeld

Auch wenn es verpönt ist, Cash gehört in jede Urlaubskasse. In einigen Ländern gelten allerdings Obergrenze für die Einführung von Devisen.

Alternative III: Blitzüberweisung

Wenn alle Stricke reißen, das Portemonnaie futsch ist und Urlauber ohne Geld dastehen, besteht die Möglichkeit einer Blitzüberweisung. Der Finanzdienstleister Western Union bietet sie in Zusammenarbeit mit der Postbank und der Reisebank an. Auch MoneyGram ist hier in Kooperation mit den Sparkassen tätig. Damit kann binnen weniger Minuten Geld von einer Postfiliale an eine Auszahlstelle im Urlaubsland überwiesen werden. Wer nicht selbst Online-Kunde bei der Postbank ist, braucht eine Vertrauensperson, die während des Urlaubs in Deutschland ist und sich in eine Postfiliale begeben kann. Nach dem Ausfüllen eines Formulars informiert sie den Urlauber über die Auftragsnummer und teilt mit, wo er sich sein Geld auszahlen lassen kann. Der Empfänger sucht die Agentur auf und erhält mit der Auftragsnummer und der persönlichen Identifikation das Geld.

Insgesamt habe vor allem die EMV-Technologie mit einer Art Mini-Computer für mehr Sicherheit gesorgt, bekräftigte die Notenbank. Bei diesen Karten wird der Datensatz verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft. Zusätzlich gibt es eine PIN.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.07.2013, 11:05 Uhr

So ein ausgemachter Blödsinn...ich arbeite mit der Finanzindustrie zusammen und genau das Gegenteil höre ich von 6 unabhängigen Banken. Kreditkartennummern die gestohlen wurden, werden online in tausender Sätzen für wenig Geld verhökert und es hat massiv zugenommen.

Was soll bitte dieser Blödsinn?

Numismatiker

16.07.2013, 11:07 Uhr

"Betrug mit Kreditkarten nimmt dank besserer Technik weiter ab"

Dafür nimmt der systmatische Betrug des Steuerzahlers durch die Politik und insbesondere auch durch die EZB weiter ungehindert zu.

Wenn ich es recht bedenke, dann ist mir der Betrug duch Kriminelle lieber, denn dieser hat seine Grenzen.

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