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21.10.2015

16:30 Uhr

Feiern auf Kosten des Fiskus

Wann das Amt sich an den Partykosten beteiligen muss

Wer mit Freunden und Kollegen feiert, kann die Kosten für die Party teilweise absetzen. Das hat der Bundesfinanzhof in München entschieden. Es gibt allerdings Bedingungen, damit das Urteil greift.

Wie der BFH nun entschied, ist bei einer Feier die Aufteilung nach dem Anteil der beruflichen Gäste möglich. dpa - picture-alliance

Urteil des Bundesfinanzhofs

Wie der BFH nun entschied, ist bei einer Feier die Aufteilung nach dem Anteil der beruflichen Gäste möglich.

MünchenDie Ausgaben für eine gemischt beruflich-privaten Feier können anteilig steuermindernd geltend gemacht werden. Mit einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil erkannte der Bundesfinanzhof (BFH) in München jedenfalls bei Arbeitnehmern einen entsprechenden Werbungskostenabzug an. (Az: VI R 46/14)

Geklagt hatte ein Angestellter in Baden-Württemberg. Im Frühjahr 2009 bestand er seine Prüfung zum Steuerberater und hatte kurz darauf seinen 30. Geburtstag. Zur Feier beider Ereignisse hatte er in die örtliche Stadthalle eingeladen. 46 Arbeitskollegen und 53 private Gäste kamen.

Von den Kosten in Höhe von insgesamt 3414 Euro machte er entsprechend der Zahl der beruflichen Gäste 1586 Euro steuerlich als Werbungskosten geltend. Dabei stützte er sich auf eine Grundsatzentscheidung des BFH aus dem Jahr 2009, mit der die obersten Finanzrichter erstmals die Aufteilung gemischt beruflicher und privater Ausgaben zugelassen hatten. Danach kann eine Geschäftsreise mit angehängtem Urlaub anteilig nach den Tagen geteilt werden.

Wie der BFH nun entschied, ist entsprechend bei einer Feier die Aufteilung nach dem Anteil der beruflichen Gäste möglich. Allerdings gelte dies nur dann, wenn der frisch gebackene Steuerberater aus seiner Firma nicht nur ausgewählte und dann vermutlich befreundete Kollegen eingeladen hat. Das sei etwa der Fall, wenn er seine Einladung nach „abstrakten Kriterien“ ausgesprochen hat, etwa an seine gesamte Abteilung. Dies soll das Finanzgericht Baden-Württemberg nun noch überprüfen.

Von

afp

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