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23.03.2016

18:13 Uhr

Finanzmarktregulierung

Banken aufspalten? Ja, bitte!

VonFrank Wiebe

In der USA hat sich eine denkwürdige Koalition aus Politikern, Aufsehern und Investoren gebildet. Sie alle wollen verhindern, dass Banken alleine durch ihre Größe eine Gefahr für das weltweite Finanzsystem werden.

In den Vereinigten Staaten wird derzeit über die Aufspaltung der Großbanken diskutiert. AP

Morgan Stanley Zentrale in New York

In den Vereinigten Staaten wird derzeit über die Aufspaltung der Großbanken diskutiert.

New YorkWenn Stimmen aus ganz unterschiedlichen Lagern dasselbe Thema anschneiden, wird es Zeit, die Sache ernst zu nehmen: Immer wieder haben Analysten, Anleger, Politiker und Aufseher in den vergangenen Wochen und Monaten Vorschläge zur Aufspaltung von Banken unterstützt.

Die Logik einer Aufspaltung ist simpel. Kleinere Unternehmen sind leichter zu kontrollieren und im Zweifel auch zu retten. Das mindert Risiken. Auf der anderen Seite können große Banken die Stärke ihrer Organisation und ihrer Marktmacht besser ausspielen. Das kann auch zur Stabilität einer Bank beitragen. Insgesamt nützt Größe eher den Aktionären als dem öffentlichen Interesse an einem sicheren Finanzsystem.

Die größten US-Banken (nach Bilanzsumme)

Platz 10

State Street

227 Milliarden Euro


Stand: Anfang November 2015. Quelle: Bloomberg, EU-Kommission

Platz 9

PNC Financial

285 Milliarden Euro

Platz 8

BoNY Mellon

318 Milliarden Euro

Platz 7

US Bancorp

333 Milliarden Euro

Platz 6

Morgan Stanley

662 Milliarden Euro

Platz 5

Goldman Sachs

708 Milliarden Euro

Platz 4

Wells Fargo

1394 Milliarden Euro

Platz 3

Citigroup

1523 Milliarden Euro

Platz 2

Bank of America

1739 Milliarden Euro

Platz 1

JP Morgan

2127 Milliarden Euro

Experten von Goldman Sachs äußerten sich zum Beispiel zuletzt positiv über eine mögliche Aufspaltung von JP Morgan. Eine neue Analyse von KBW zur Citigroup geht in eine ähnliche Richtung und schlägt vor, totes Kapital der Bank an die Aktionäre zurückzugeben.

In der Politik findet sich seit langem Sympathie für eine Aufspaltung, vor allem bei linken Demokraten wie der Senatorin Elizabeth Warren und dem Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders. Aber auch bei den Republikanern: Senator John McCain wirbt zusammen mit Warren für die Trennung von traditionellem Banking und Wertpapiergeschäft.

Auch Bankenaufseher stimmen ein. Seit langem warnt Tom Hoenig, Vizechef der US-Einlagensicherung, vor den Gefahren, die von großen Banken ausgehen. Eine neue Stimme in dem Chor ist Neel Kashkari, seit Anfang des Jahres Chef der Fed Minneapolis. Er will ab April mit einer Serie von Konferenzen das Thema publik machen und nach Lösungsvorschlägen suchen. Die US-Notenbank (Fed) ist für die Aufsicht über die großen Geldhäuser zuständig. Allerdings liegt die Kompetenz dafür vor allem in Washington und in New York, weniger in Minneapolis.

Die Banken selber und ihre Vorstände haben naturgemäß hingegen wenig Interesse an einer Aufspaltung. Der bekannteste Gegner des Konzepts ist Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan. Er betont immer wieder, dass Größe auch für die Kunden der Bank vor Vorteil ist. „Was wir können, kann keine kleine Bank“, sagte er etwa im Interview mit dem Handelsblatt.

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Richtig ist sicher, dass die Größe oft den Kunden nützt. Aber Kashkari sagt nach Meinung vieler Börsianer zu Recht, dass große Konzerne auch mit Tausenden von Zulieferern zusammenarbeiten. Die Herausforderung, mit mehr Banken als bisher Geschäft zu machen, sollte sie daher nicht überfordern.

Die Frage lautet daher: Wie könnte eine Aufspaltung in der Praxis aussehen? Der einzige bisherige Versuch in dieser Richtung ist die so genannte Volcker Rule. Sie soll verhindern, dass Banken mit dem Geld von Sparern spekulieren. Deswegen dürfen dir keinen Handel an den Kapitalmärkten auf eigene Faust betreiben, sondern nur auf Verlangen ihrer Kunden. Sie müssen sich auch aus anderen besonders risikoreichen Geschäften zurückziehen.

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