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19.01.2015

11:43 Uhr

Firmenwagen

Keine Kosten – kein Steuervorteil

VonPaul Lauer

Eine Unternehmerin nutzt das Auto ihre Mannes für betriebliche Fahrten. Die gefahrenen Kilometer machte sie bei der Einkommensteuererklärung geltend. Das Finanzamt spielte nicht mit, aus einem plausiblen Grund.

Wer Fahrten bei der Steuererklärung geltend machen will, muss diese auch bezahlt haben. ap

Wer Fahrten bei der Steuererklärung geltend machen will, muss diese auch bezahlt haben.

DüsseldorfUnternehmer, Selbstständige und Freiberufler können den Fiskus an den Kosten für ein Fahrzeug beteiligen. Dafür haben sie zwei Möglichkeiten: Gehört der Pkw zum Betriebsvermögen, können alle anfallenden Kosten in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Im Gegenzug muss die private Nutzung nach der Ein-Prozent-Regelung versteuert werden. Gehört das Fahrzeug aber zum Privatvermögen, können beruflich veranlasste Fahrten mit einem Pauschalbetrag von 30 Cent je Kilometer als Betriebsausgaben steuermindernd abgezogen werden.

In einem aktuellen Streitfall musste der Bundesfinanzhof (BFH) über eine ganz besondere Konstellation entscheiden: Die Ehefrau eines Landwirts war Einzelunternehmerin mit Einkünften aus einem Gewerbebetrieb. Für ihre betrieblichen Fahrten nutzte sie unentgeltlich ein Auto ihres Ehemannes, das zu dessen Betriebsvermögen gehörte. Für die gefahrenen Kilometer machte sie in ihrer Einkommensteuererklärung den Pauschalbetrag von 30 Cent je gefahrenen Kilometer geltend.

Was gehört ins Fahrtenbuch?

Betriebliche Fahrten

Hier müssen Datum und Kilometerstand zu Beginn und Ende jeder Fahrt, Reiseziel, Reisezweck und der aufgesuchte Geschäftspartner notiert werden. Auch etwaige Umwege müssen dokumentiert werden.

Private Fahrten

Wer das Fahrzeug privat nutzt, muss nur die gefahrenen Kilometer notieren, nicht aber den Grund der Fahrt.

Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte

Wer von der Wohnung zur Arbeit fährt, muss im Fahrtenbuch nur einen kurzen Hinweis notieren.

Formalia

Das Fahrtenbuch muss zeitnah und in geschlossener Form geführt werden. Es muss die Fahrten vollständig und in einem fortlaufenden Zusammenhang wiedergeben.


Der Haken dabei: Der Ehemann, der sämtliche Aufwendungen für den PKW getragen hatte, zog diese in seinem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb als Betriebsausgaben ab und versteuerte die private Nutzung nach der Ein-Prozent-Regelung. Die Folge: Das Finanzamt verweigerte der Ehefrau den Abzug der Kilometerpauschale. Auch das Finanzgericht und der Bundesfinanzhof (BFH) machten dabei nicht mit.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

19.01.2015, 14:44 Uhr

ist doch: logisch

Herr Josef Hirsepp

19.01.2015, 15:35 Uhr

typisch Bauern:
erhalten Diesel-Zuschuss, den Trecker zu 50 % geschenkt und wollen fuer eine Knolle den Gegenwert eines gleichvolumigen Goldklumpens!
Die EU macht's moeglich!

Account gelöscht!

19.01.2015, 17:18 Uhr

Schlechter Steuerberater oder nicht aufgepasst. Solch belege lassen sich völlig rechtmäßig fertigen.

Der Selbständige hat stets zwei Fahrzeuge (ein sehr Kleines eventuell) und fährt privat natürlich nur mit dem Kleinen. Der Rolli ist dann 100% absetzbar.
Im Kleinen kann ja auch noch die Frau, Tochter oder Freundin fahren

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