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17.02.2017

11:51 Uhr

Frankfurter Immobiliengruppe

Gericht will S&K-Verfahren beschleunigen

VonKatharina Schneider

Das Verfahren um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K könnte früher als erwartet beendet werden. Nach der Staatsanwaltschaft wollen nun auch die Richter Verständigungsgespräche mit den Angeklagten führen.

Womöglich neigt sich die Verhandlung schon bald dem Ende zu. dpa

S&K-Betrugsprozess in Frankfurt

Womöglich neigt sich die Verhandlung schon bald dem Ende zu.

FrankfurtNach mehr als 100 Verhandlungstagen hat sich der Vorsitzende Richter Alexander El Duwaik am Freitag erstmals konkret zu einer möglichen Beschleunigung des Verfahrens um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K geäußert. In den vergangenen Wochen hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft bereits Verständigungsgespräche mit den fünf verbliebenen Angeklagten geführt.

„Wir begrüßen das und bieten den Angeklagten nun an, mit der Kammer ebenfalls in Verständigungsgespräche einzutreten“, so El Duwaik. Gleichzeitig machte der Richter aber klar, dass er jetzt nichts überstürzen möchte – die Beweisaufnahme müsse fortgeführt werden. „Ich habe ja immer gesagt, dass das Verfahren einen außerordentlichen Umfang hat und Zeit braucht“, betonte er.

S&K in Zahlen

240.000.000

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt sollen die S&K-Gründer und ihre Komplizen Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben.

11.000

Die S&K-Unternehmensgruppe verfolgte unterschiedliche Geschäftsmodelle. Beispielsweise wurden geschlossene Fonds aufgelegt und Rückzahlungsansprüche von Lebensversicherungskunden erworben. Laut Staatsanwaltschaft Frankfurt sollen rund 11.000 Anleger geschädigt worden sein.

3150

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Frankfurt umfasst 3150 Seiten. Darin wurden sieben Personen angeschuldigt. Das Verfahren gegen den Rechtsanwalt und Notar Igor P. wurde vom Landgericht Frankfurt jedoch abgetrennt.

2200

Nach Angaben hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt wurden bei den Ermittlungen 2200 Bankkonten ausgewertet.

1774

Zu Beginn der Hauptverhandlung muss ein Teil der Anklageschrift verlesen werden. Dieser sogenannte Anklagesatz umfasst rund 1774 Seiten.

1200

Am 19. Februar 2013 waren 1200 Ermittlungsbeamte und 15 Staatsanwälte zu einer deutschlandweiten Razzia gegen die S&K Unternehmensgruppe und verbundene Unternehmen ausgerückt.

150

Zur S&K-Gruppe sollen 150 verbundene Unternehmen gehört haben.

50

Bei Eröffnung der Hauptverhandlung hat die 28. Große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt zunächst 50 Verhandlungstage angesetzt.

22

Laut Aushang am ersten Verhandlungstag werden die sechs Angeklagten insgesamt von 22 Anwälten vertreten.

9

An der Hauptverhandlung nehmen neun Richter teil: drei Berufsrichter – der Vorsitzende und zwei beisitzende Berufsrichterinnen – sowie zwei Schöffen (Laienrichter). Zudem sind zwei weitere Berufsrichter als sogenannte Ergänzungsrichter und zwei weitere Schöffen als Ergänzungsschöffen vor Ort.

6

Auf der Anklagebank sitzen die beiden S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller und vier weitere Beteiligte: Der ehemalige leitende S&K-Angestellte Marc-Christian S., der Unternehmer Daniel F. sowie Hauke B. und Thomas G., ehemals Geschäftsführer des Hamburger Fondsemissionshauses United Investors.

Beinahe auf den Tag genau vor vier Jahren sind die Angeklagten im Rahmen einer deutschlandweiten Razzia festgenommen worden, zwei Jahre später stand die Anklage der Frankfurter Staatsanwälte. Sie klagten sechs Männer wegen schweren bandenmäßigen Betrugs und ebensolcher Untreue beziehungsweise Beihilfe dazu an. Mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem sollen sie etwa 11.000 Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben.

Dargelegt hatten sie die Vorwürfe in einer 3150-seitigen Anklageschrift. Zur Ermittlungsakte gehören rund 1000 Ordner, insgesamt haben die Ermittler 100 Terrabyte Daten erfasst. Ein Urteil gab es bereits im vergangenen Dezember: Wegen Krankheit war das Verfahren gegen den Hamburger Unternehmer Hauke B. abgetrennt worden. Er wurde wegen schwerer Untreue und Anstiftung zur Untreue verurteilt.

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