Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2014

16:06 Uhr

Gerichtsurteil

Warsteiner darf nicht „vitalisierend“ sein

In ihrer Werbung bezeichnet die Brauerei ihr Bier als „vitalisierend“. Das darf sie nun nicht mehr: Das Oberlandesgericht Hamm sieht in der Reklame einen Verstoß gegen eine EU-Richtlinie – und untersagte sie.

Das Oberlandesgericht Hamm sieht in der Warsteiner-Werbung einen Verstoß gegen eine EU-Richtlinie. dpa

Das Oberlandesgericht Hamm sieht in der Warsteiner-Werbung einen Verstoß gegen eine EU-Richtlinie.

HammSchlappe vor Gericht für die Warsteiner Brauerei: Das Unternehmen darf sein alkoholfreies Bier nicht als „vitalisierend“ bewerben. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil entschieden. Die Brauerei hatte das Produkt als vitalisierend, erfrischend und isotonisch bezeichnet. Die Richter sahen darin einen Verstoß gegen eine EU-Richtlinie und bemängelten, dass der Werbeaussage keine spezielle gesundheitsbezogene Angabe beigefügt worden sei (Az.: 4 U 19/14).

Die Richtlinie schreibt das bei Lebensmitteln mit Gesundheitsbezug aber vor. Dem Verbraucher würde das Adjektiv „vitalisierend“ eine Verbesserung der Gesundheit signalisieren. Das Gericht hob damit eine Entscheidung des Landgerichts Arnsberg aus der ersten Instanz auf, ließ aber Revision zu, so dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Geklagt hatte ein Verbraucher-Schutzverband aus München.

Die größten Brauereien der Welt

Platz 10

Kirin (Japan)

Die japanische Kirin-Gruppe liegt im weltweiten Vergleich mit einem Marktanteil von 1,6 Prozent auf Platz 10. Im Jahr 2010 setzte Kirin weltweit 30,3 Millionen Hektoliter Bier ab. In den USA werden die Kirin-Produkte vom Branchenriesen Anheuser-Busch vertrieben.

Platz 7

Grupo Modelo (Mexiko)

Aushängeschild der Mexikaner ist Corona, die führende Marke in Mexiko und das weltweit beliebteste mexikanische Bier. Grupo Modelo steht in der Branchenübersicht für 2010 auf Platz 7. Laut Barth-Haas Group hatten die Mexikaner 51,9 Millionen Hektoliter Bier verkauft - 2,8 Prozent Marktanteil.

Platz 8

Yanjing (China)

Der Bierdurst der Chinesen wächst, und damit auch der Marktanteil der chinesischen Brauereien. Yanjing erreicht mit 50,3 Millionen Hektolitern (entspricht einem Marktanteil von 2,7 Prozent) Rang 8. Asien gilt als Wachstumsmarkt, auch für die Brauer. Deutsche Unternehmen sind hier kaum präsent.

Platz 9

Molson-Coors (USA/Kanada)

Mit 48,7 Millionen Hektolitern und einem Marktanteil von 2,6 Prozent erreicht Molson-Coors gerade sie Top Ten. Das US-amerikanische und kanadische Unternehmen fiel im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze zurück.

Platz 6

Tsingtao (China)

Die zweite chinesische Brauerei in den Top Ten produziert 64 Millionen Hektoliter im Jahr. Der Erfolg auf dem riesigen Heimatmarkt brachte der chinesischen Brauerei einen weltweiten Marktanteil von 3,5 Prozent ein, das reicht für Platz sechs.

Platz 5

China Resources Breweries (China/Großbritannien)

Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“. Weltweit verkaufte das Unternehmen 93,3 Millionen Hektoliter Bier. Das ergibt einen Marktanteil von 5,1 Prozent und Platz 5.

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Der dänische Brauereikonzern erreichte 2010 einen weltweiten Marktanteil von 6,2 Prozent - Platz vier. Dazu war ein Ausstoß von 114 Millionen Hektolitern nötig. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Auch wenn es sich mancher deutsche Biertrinker schwer vorstellen mag: Die Welt trinkt Heineken. Der niederländische Bierbrauer erreichte 2010 mit einem Ausstoß von 145,9 Millionen Hektolitern einen Marktanteil von 7,9 Prozent und ist damit die weltweit drittgrößte Brauerei. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Platz 2

SAB-Miller (USA/Großbritannien)

„Miller“ belegte 2010 mit einem Ausstoß von 172,3 Millionen Hektolitern den zweiten Platz. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern aus Großbritannien und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev (Belgien/USA/Brasilien)

Der mit Abstand größte Brauer der Welt ist Anheuser-Busch Inbev. Die Belgier kontrollierten 2010 nach Angaben des Hopfenhändlers Barth-Haas Group 19,4 Prozent des Weltmarkts und produzierten die unvorstellbare Summe von 358,7 Millionen Hektoliter Bier. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Warsteiner hatte das Wort „vitalisierend“ als Wortspiel mit dem Vornamen des Boxers Vitali Klitschko dargestellt, der auf dem Plakat zu sehen war. „Wir haben bereits vor dem Rechtsstreit die Werbung umgestellt, weil das Ende des Werbevertrages mit Vitali Klitschko absehbar war“, sagte eine Brauerei-Sprecherin nach dem Urteil. „Damit war ja dann auch der Gag des Wortspiels weg.“

Dennoch habe man das Verfahren durchgezogen, weil es um die für die gesamte Lebensmittel-Branche interessante Frage ginge, womit man werben dürfe und womit nicht. Ob die Braurei das Urteil akzeptiert, sei noch nicht entschieden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×