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Global Payments

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Warum die Kunden auf der Kreditkarte sitzen bleiben

Ob die Kunden nun den gewünschten Kredit erhalten oder nicht: Auf der Prepaid-Kreditkarte bleiben sie auf jeden Fall sitzen. Und deren Kosten haben es in sich. Die Ausgabegebühr beträgt 49,90 Euro zuzüglich zehn Euro für den Versand, die Kosten sind per Nachnahme beim Postboten zu entrichten. Hinzu kommt eine Jahresgebühr von 49,90 Euro. Insgesamt kommen so Kosten von 109,80 Euro zusammen. Viel Geld für eine Karte, die keinen Nutzen hat, wenn der Inhaber über kein Geld verfügt.

Es kann allerdings mühsam sein, die Kreditkarte wieder zu kündigen, wie die Verbraucherzentrale bereits im vergangenen Jahr schrieb: „Verbraucher, die die Bestellung widerrufen wollten oder die Sendung beim Postboten einfach nicht annahmen, erhielten Inkassoforderungen vom Drei- bis Vierfachen des ursprünglichen Betrages. Auch korrekte Widerrufe wurden vom Anbieter abgelehnt. Begründung: Der Widerruf sei nicht fristgemäß erfolgt.“ Telefonische Rückfragen können dagegen teuer werden: Auf der Startseite von mastercredit.de findet sich eine Telefonnummer, bei der der Anruf aus dem Festnetz 2,99 Euro pro Minute kostet.

Diese Daten verwendet die Schufa in ihrem Score

Das Verfahren

Um die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, mit der ein Kredit ausfällt, erstellt die Schufa einen Prozentwert, den so genannten „Schufa-Score“. Hat jemand zum Beispiel einen Wert von 85 Prozent, so beträgt dessen Kreditausfallwahrscheinlichkeit 15 Prozent. Für ihr Scoring verwendet die Wirtschaftsauskunftei eine Vielzahl von Daten. Generell gilt: Nicht jede Information fließt auch in die Berechnung ein. Und: Auch, wenn bestimmte Daten über eine Person nicht vorliegen, können sie deren Score beeinflussen. Ein Überblick.
Quelle: Anhang einer Schufa-Verbraucherauskunft

Allgemeine Daten

Zu den allgemeinen Daten, die in den Schufa-Score einfließen, zählen zum Beispiel das Geburtsdatum und das Geschlecht. Zudem erfasst die Auskunftei die Anzahl der Adressen, welche die Person in ihrem Geschäftsverkehr mindestens einmal verwendet hat.

Kreditaktivität des letzten Jahres

Hierbei ermittelt Schufa ob und wie viele Kreditgeschäfte innerhalb der letzten 12 Monate eine Person angefragt und abgeschlossen hat.

Zahlungsstörungen

Zu den Zahlungsstörungen, die in den Schufa-Score einfließen, zählen nicht nur geplatzte Kredite. Auch, wer seine Handyrechnungen und die Bestellungen bei Einzelhändlern nicht pünktlich zahlt, riskiert einen schlechteren Schufa-Score. Neben der Art der unerfüllten Kredite achtet die Auskunftei auch auf deren Anzahl: Je mehr unbezahlte Rechnungen sich stapeln, umso schlechter die Bonität.

Häufigkeit der Kreditnutzung

Wie oft und welche Art von Krediten eine Person in Anspruch nimmt, erfasst die Schufa ebenfalls. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Informationen beim Scoring berücksichtigt werden, steigt, je mehr Unternehmen dem Schuldner Kredit gewähren.

Die Länge der Kreditnutzung

Hierbei untersucht die Auskunftei die Laufzeit der Kredite, die eine Person bedient. Dabei deute eine lange Laufzeit auf viel Erfahrung im Umgang mit finanziellen Verpflichtungen, so die Auskunftei.

Anschriftendaten

In der Regel verwendet die Schufa bei ihrem Scoring keine Bewertung der Anschrift des Kreditnehmers. Wenn jedoch nur wenige Informationen zur Person vorliegen, verwendet die Auskunftei Informationen aus der direkten Umgebung der Anschrift. Text: Julia Rotenberger.

Die Verbraucherzentrale wirft Global Payments vor, potenzielle Kunden über Kosten der Kreditkarte nicht ausreichend in Kenntnis zu setzen. Global Payments hat sich bislang nicht zu der Klage geäußert, eine schriftliche Anfrage blieb unbeantwortet.

Bereits Anfang November 2016 hatte das Marktwächterteam der Verbraucherzentrale den Anbieter abgemahnt und forderte eine Unterlassung der Werbung. Dem trat Global Payments im Juni 2017 entgegen. Jetzt geht der Verbraucherzentrale Bundesverband einen Schritt weiter und hat Klage eingereicht.

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