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29.08.2016

09:50 Uhr

Handwerker-Kosten

Kein Steuervorteil, wenn die Versicherung einspringt

VonConstanze Elter

Trotz großer Begeisterung am Heimwerken, manchmal müssen doch Fachleute ran. Die Kosten können Steuerzahler in der Steuererklärung geltend machen – das gilt aber nicht, wenn die Versicherung die Rechnung zahlt.

Die Kosten für ihre Arbeitszeit lassen sich steuerlich absetzen. dpa

Handwerker bei der Arbeit

Die Kosten für ihre Arbeitszeit lassen sich steuerlich absetzen.

MünsterOb Hämmern, Streichen oder Reparieren: Handwerkerleistungen sind steuerlich begünstigt. Ein echter Steuervorteil, denn hier wirken sich die Ausgaben direkt auf die Höhe der tariflichen Einkommensteuer aus – und das macht sich in der Steuererklärung bemerkbar. Voraussetzung: Die Arbeiten werden bei Ihnen zuhause erledigt.

Außerdem kassieren Sie nur für die Arbeitskosten einschließlich Fahrtkosten den Steuervorteil, nicht aber für das Material. Für Handwerkerarbeiten im Haushalt dürfen 20 Prozent der Aufwendungen – maximal 1.200 Euro – angesetzt werden. Dieser Betrag wird direkt von der zu zahlenden Einkommensteuer abgezogen.

Vorläufigkeitsvermerke: Das berücksichtigt das Finanzamt

Vermerk

Den Rechtsstreit, der den Vorläufigkeitsvermerk im Bescheid begründet, nennt das Finanzministerium nicht. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) klärt jetzt auf.

Gewerbesteuer

„Das Bundesverfassungsgericht muss entscheiden, ob es verfassungsgemäß ist, dass die gezahlte Gewerbesteuer seit 2008 nicht mehr als Betriebsausgabe abgezogen werden darf“, erklärt Isabel Klocke vom BdSt (Az.: 2 BvR 1559/14).

Ausbildungskosten

Aufwendungen für die erste Berufsausbildung oder ein Erststudium können nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden. (Az.: 2 BvL 24/14).

Rentenversicherungsbeiträge

„Es ist fraglich, ob Beiträge zur Rentenversicherung vorweggenommene Werbungskosten darstellen“, sagt Klocke.

Kinderfreibetrag

Ist die Berechnung des Kinderfreibetrags verfassungsgemäß? Das Niedersächsische Finanzgericht hat den Betrag bereits als „verfassungswidrig zu niedrig“ moniert (Az.: 7 V 237/15).

Arbeitslosenversicherung

„2011 hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Steuerzahler keinen Anspruch darauf haben, dass Beiträge zur Arbeitslosenversicherung steuerlich berücksichtigt werden“, sagt Klocke. Die Verfassungsbeschwerde läuft (Az.: 2 BvR 598/12).

Krankheitskosten

„Das Bundesverfassungsgericht prüft, ob Aufwendungen wie Zuzahlungen zu Medikamenten ab dem ersten Euro steuerlich anerkannt werden müssen“, so Klocke. Bisher gilt die Grenze der zumutbaren Eigenbelastung (Az.: 2 BvR 180/16).

Solidaritätszuschlag

Strittig ist, ob dieser Zuschlag verfassungsgemäß ist.
Krankenkassenbonus Beiträge zur Basisversicherung können als Sonderausgabe abgesetzt werden. Der BFH klärt, ob Bonuszahlungen den Sonderausgabenabzug mindern.

Erbschaftssteuer

Bis Juni 2016 muss die Regierung das Erbschaft-und Schenkungsteuerrecht regeln (Az: 1 BvL 21/12).

Grundsteuer

„Die Grundsteuer wird auf Basis von Einheitswerten festgesetzt, die teils aus dem Jahr 1964 und in den neuen Bundesländern aus dem Jahr 1935 stammen“, sagt Klocke. Ist das verfassungsgemäß? (Az.: u.a.1 BvL 11/14).

Dies greift allerdings nicht, wenn eine Versicherung die Kosten erstattet. So geschehen im Fall einer Frau, die in ihrer Wohnung einen Wasserschaden reparieren musste. Die Handwerkerkosten beliefen sich auf 3.224 Euro. Die Rechnung bezahlte die Betroffene, ihre Versicherung überwies ihr die Summe zurück. Die Steuerzahlerin machte den Betrag trotzdem geltend. Schließlich müsse sie Versicherungsbeiträge zahlen, die sie steuerlich nicht absetzen könne.

Es handele sich also faktisch um nichts anderes, als wenn die Versicherungsbeiträge auf ein Sparkonto eingezahlt worden wären und der Schaden aus dem Guthaben beglichen worden wäre. Letztlich handele es sich um eine alternative Finanzierungsart für die Schadensbeseitigung. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass Versicherungsnehmer Bagatellschäden meist gar nicht meldeten, weil die Versicherung dann eine Möglichkeit zur Vertragskündigung habe.

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