Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.04.2015

12:40 Uhr

Haushaltsnahe Dienstleistung

Steuern sparen mit Hund und Katze

VonConstanze Elter

Ausgaben für die Betreuung von Haustieren können zum Steuervorteil werden. Was Tierliebhaber beachten müssen und welche Leistungen von der Steuerbegünstigung ausgeschlossen sind.

Die Haustierbetreuung kann steuerlich abgesetzt werden. dpa

Kätzchen allein zu Hause?

Die Haustierbetreuung kann steuerlich abgesetzt werden.

DüsseldorfWer sich ein Haustier anschafft, wünscht sich vor allem Gesellschaft. Aber auch Tiere sind nicht gern allein. Daher greifen immer mehr Berufstätige auf den Hundepapa oder eine Katzenbetreuung zurück. Auch im Urlaub ist es praktisch, wenn man die tierischen Mitbewohner daheim gut versorgt weiß.

Die Kosten dafür können zum Steuervorteil werden. Das Finanzgericht Düsseldorf stufte derartige Ausgaben vor kurzem als haushaltsnahe Dienstleistung ein (Az.: 15 K 1779/14 E). Ein Ehepaar hatte für seine Hauskatze für insgesamt drei Wochen eine Tierbetreuerin engagiert. In der Einkommensteuererklärung machte das Paar die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung geltend.

Steuererklärung 2014: Wo das Finanzamt dieses Mal genau hinschaut

Steuererklärung 2014

Wo das Finanzamt dieses Mal genau hinschaut

Steuererklärung 2014: Wozu es häufig Nachfragen gibt und wann die Beamten besonders skeptisch sind.

Grundsätzlich funktioniert diese Steuerbegünstigung so: Die Finanzverwaltung erkennt 20 Prozent des Rechnungsbetrags an. Dieser Anteil der Aufwendungen ermäßigt direkt die tarifliche Einkommensteuer. Bei den haushaltsnahen Dienstleistungen werden maximal 4000 Euro jährlich berücksichtigt.

Im Streitfall hatte das Ehepaar Rechnungen über insgesamt 302,90 Euro bezahlt. 20 Prozent davon – also 60,58 Euro – beantragten sie als Steuerermäßigung. Das Finanzamt sah die Sache jedoch anders mit der Begründung, das Bundesfinanzministerium habe die Abzugsfähigkeit von Tierbetreuungskosten ausdrücklich verneint.

Software für den Steuerdschungel

Steuer-Software

Computerprogramme sind eine gute Alternative zu ellenlangen Steuerformularen. Sie übernehmen das Ausfüllen und geben Tipps zum Steuersparen. Die Kosten für die Software sind sogar von der Steuer absetzbar. In komplizierten Fällen ist ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater aber meist die bessere Wahl.

Günstige Programme

Es gibt zwei Klassen von Steuersoftware. Preiswerte und schlichte Lösungen kosten ab zehn Euro und sind teils auch im Supermarkt zu haben. Sie helfen bei einfachen Steuerfällen. Auch das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzämter ist für einfache Fälle geeignet - hier gibt es allerdings keine Steuerspartipps.

Teure Programme

Wer hohe Werbungskosten etwa für Fahrten oder doppelte Haushaltsführung hat, ist mit den umfangreichen und teureren Programmen besser bedient; genauso Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und ungeübte Anwender. Wer sich einmal für ein Programm entschieden hat, sollte dabei bleiben. Das spart Zeit fürs Einarbeiten und erleichtert die Übernahme von Daten aus dem Vorjahr.

Installation

Die Installation läuft bei den meisten Programmen problemlos. Das Nachsehen haben manchmal Nutzer von Apple-Computern oder Rechnern mit Linux: Die meisten Programme gibt es nur für Windows. Eine Alternative sind reine Internetprogramme - diese haben manchmal aber nur wenige Detailfragen. Aufpassen sollten Anwender, dass ihnen bei der Installation keine kostenpflichtigen Update-Abonnements angeboten werden.

Aktualisierung

Bei allen Programmen ist direkt nach der Installation eine Aktualisierung Pflicht, weil bei der Programmierung die neuesten Steueränderungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Hersteller verbessern die Programme zudem laufend und merzen dabei Fehler aus. Diese Updates sollte die Software auf jeden Fall kostenlos anbieten.

Erste Schritte

Am Anfang steht bei allen Programmen die Eingabe der persönlichen Daten wie Name, Adresse, Anzahl der Kinder, Steuernummer und zuständiges Finanzamt. Danach wählt das Programm die benötigten Formulare aus.

Menüführung

Die meisten Programme bieten verschiedene Wege zur Eingabe der Daten. Versierte Benutzer können die einfache Formulareingabe wählen, für Einsteiger bietet sich der Interview-Modus an - hier fragt das Programm Schritt für Schritt die nötigen Daten ab. Bei den meisten Programmen tauchen jeweils Steuerspartipps und Erklärungen auf dem Bildschirm auf, auch gibt es teils Verknüpfungen zu Nachschlagewerken oder erklärende Videos. Die Qualität der Tipps unterscheidet meist die preiswerten von den teureren Programmen.

Ab zum Finanzamt

Viele Programme überprüfen die Eingaben der Nutzer direkt bei der Eingabe oder vor dem Abschluss auf Plausibilität. Elster macht das etwas grober, die Kaufsoftware genauer. So lassen sich vor allem Tippfehler und Zahlendreher vermeiden. Zudem informieren die Programme über den Stand der Steuererstattung oder -nachzahlung. Die meisten Programme schicken die Steuererklärung direkt über das Internet an das Finanzamt.

Das Finanzgericht Düsseldorf wiederum befand, dass der Begriff „haushaltsnahe Dienstleistung“ gesetzlich nicht näher bestimmt sei. Die Leistungen müssten vor allem gewöhnlich durch Haushaltsmitglieder erledigt werden. Darüber hinaus sei wichtig, dass es sich um hauswirtschaftliche Tätigkeiten handele – beispielsweise also Kochen, Putzen oder auch Betreuung von Kindern oder zu pflegenden Angehörigen. Die Konsequenz dieser Grundsätze: Auch die Betreuung der Hauskatze ist eine haushaltsnahe Dienstleistung. Dazu zählen die Versorgung der Katze mit Futter und Wasser genauso wie das Reinigen des Katzenklos oder sonstige Beschäftigung mit dem Tier.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×