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30.03.2017

12:57 Uhr

Heizungen

Ablesedienste geraten ins Visier der Wettbewerbshüter

50 bis 100 Euro zahlen Mieter für das Ablesen ihrer Heizung. Zu viel, sagen Verbraucherschützer und verweisen auf die hohen Gewinne der Ableseunternehmen. Eine Untersuchung des Bundeskartellamtes soll Klarheit bringen.

Verbraucherschützer bemängeln auf dem Markt für das Ablesen von Heizungen fehlende Konkurrenz und halten die Ablesekosten für zu hoch. dpa

Heizungsablesen

Verbraucherschützer bemängeln auf dem Markt für das Ablesen von Heizungen fehlende Konkurrenz und halten die Ablesekosten für zu hoch.

Essen/EschbornTechem, Ista, Brunata-Metrona – der Markt für das Ablesen von Heizungen ist zu rund zwei Dritteln in der Hand von drei Großunternehmen. Verbraucherschützer bemängeln fehlende Konkurrenz und halten die Ablesekosten für zu hoch. Nach einer Schätzung des gemeinnützigen Klimaschutz-Netzwerkes CO 2 Online zahlen Mieter jedes Jahr rund 200 Millionen Euro zu viel. Das Bundeskartellamt untersucht seit Sommer 2015 in einer sogenannten Sektoruntersuchung die Branche, demnächst soll der Bericht veröffentlicht werden.

Die auf den ersten Blick unscheinbare Ablesedienstleistung ist ein Milliardengeschäft. Bei knapp 20 Millionen verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnungen liegt das Marktvolumen bei ein bis zwei Milliarden Euro im Jahr, schätzt der Sprecher des Deutschen Mieterbundes, Ulrich Ropertz. „Die Dienstleistung ist teuer, wahrscheinlich zu teuer“, kritisiert er. Energieexperte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW findet klarere Worte: „Das ist ein Riesengeschäft zulasten der ohnehin gebeutelten Mieterhaushalte. Ich hoffe auf ein starkes Signal vom Bundeskartellamt.“

Das Kartellamt will sich zu den Ergebnissen seiner Untersuchung vorab nicht äußern, ein Punkt ist der Behörde aber von vorn herein aufgefallen: Das Ablesen der Heizungen gibt der Vermieter in Auftrag, die Rechnung zahlt aber der Mieter. Folge des Dreiecksverhältnisses: Der Vermieter hat auf den ersten Blick nur wenig Interesse, auf niedrige Ablesekosten zu achten, weil er sie an die Mieter weiterreichen kann. „Unschöne Marktbedingungen“, sagt ein Immobilienfachmann.

Kritiker verweisen auf die hohen Gewinne der Branche: Bei Ista lag der betriebliche Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2015 bei 43 Prozent des Umsatzes. Techem verdiente mit 274 Millionen Euro Betriebsgewinn bei 745 Millionen Euro Umsatz ähnlich blendend. Allerdings sind bei diesen Zahlen die hohen Investitionen der Konzerne abzuziehen – bei Techem mehr als die Hälfte des Ebitdas, wie eine Sprecherin betont.

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