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24.04.2013

15:38 Uhr

Hoeneß-Steueraffäre

Haftbefehl könnte auf andere Straftaten hindeuten

VonKatharina Schneider

Hausdurchsuchungen und Haftbefehle sind nach einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung sehr ungewöhnlich. Gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß könnte auch der Verdacht wegen Untreue oder Betrug bestehen.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß beim Champions League Halbfinal-Spiel in München. dpa

Bayern-Präsident Uli Hoeneß beim Champions League Halbfinal-Spiel in München.

DüsseldorfDie Steueraffäre um Uli Hoeneß zieht weitere Kreise. Nun wurde bekannt, dass gegen den Präsident des FC Bayern München ein Haftbefehl erlassen und sein Haus durchsucht wurde. Nach einer Zahlung von fünf Millionen Euro soll der Haftbefehl zwar ausgesetzt worden sein. Doch das Verfahren ist ungewöhnlich, denn Hoeneß soll schon im Januar eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung eingereicht haben.

„Eine wirksame Selbstanzeige wird normalerweise mit Straffreiheit belohnt“, sagt Rolf Schwedhelm, Steueranwalt der Kanzlei Streck Mack Schwedhelm in Köln. „Ein Haftbefehl und eine Hausdurchsuchung sind extrem ungewöhnlich.“ Das könne darauf hindeuten, dass die Selbstanzeige nicht wirksam war oder noch wegen anderer Straftaten ermittelt werde, beispielsweise wegen des Verdachts der Untreue, des Betrugs oder der Bestechung.

Bayern-Fans stehen zu Uli Hoeneß

Video: Bayern-Fans stehen zu Uli Hoeneß

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„Ein Haftbefehl wird grundsätzlich nur dann erlassen, wenn es einen dringenden Tatverdacht gibt und entweder Fluchtgefahr oder Verdunklungsgefahr besteht“, sagt auch Johannes Grießhammer, Rechtsanwalt und Steuerstrafrechtsexperte der Kanzlei Rödl & Partner in Nürnberg. Im Fall Hoeneß könnte vor allem die Fluchtgefahr der Anlass für den Haftbefehl gewesen sein. „Denn ohne wirksame Selbstanzeige droht bei Steuerhinterziehung in Millionenhöhe eine Freiheitsstrafe“, so Grießhammer.

Nach einer Selbstanzeige werden immer zwei Verfahren eingeleitet: Im Besteuerungsverfahren werden die nachzuzahlenden Steuern ermittelt, im Steuerstrafverfahren wird die Wirksamkeit der Selbstanzeige geprüft. Wer keine Zeit verlieren will, kann mit der Selbstanzeige zunächst auch eine Schätzung des hinterzogenen Betrags an das Finanzamt melden. „Nach Einsicht der Bankunterlagen werden dann die genauen Zahlen nachgeliefert“, sagt Schwedhelm.

Danach noch weitere Angaben nachzuschieben, funktioniert aber nicht. „Der erste Schuss muss sitzen“, erklärt Grießhammer. Denn später sei es sehr schwierig, das Finanzamt davon zu überzeugen, dass Informationen nicht absichtlich zurückgehalten wurden.

Kommentare (16)

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petervonbremen

24.04.2013, 15:57 Uhr

Wieso eine geballte Leserschaft von der Presse immer mit Details zur Abschlachtung prominenter Persönlichkeiten gefüttert wird, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn Herr Hoeneß gegen geltendes Recht verstoßen haben sollte, muss er halt dafür zur Verantwortung gezogen werden, wie jeder andere auch. Alles andere finde ich hochgradig asozial. - Und ich bin weder ein Fan von Bayern München noch von bayerischen Wurstfabrikanten.

Account gelöscht!

24.04.2013, 16:20 Uhr

Richtig, petervonbremen. Bei dem Bericht hier handelt es sich um nichts anderes als sensationshaschende Spekulation. Man hat keine näheren Informationen und spekuliert fröhlich auf Kosten des UH. Seriöser Journalismus ist was anderes.

Hans

24.04.2013, 16:25 Uhr

Hoeneß soll ja Sicherheitsleistungen in Millionen Höhe hinterlegt haben, damit er nicht einsitzen musste. Bei den Höhen sind die Gerichte nicht mehr so zimperlich. Diese Summen dürften auch Chefsache sein. Und da muss vermeiden, dass der Verdacht eines Prominenten Bonus aufkommt.

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