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19.08.2014

15:00 Uhr

IBAN, BIC und Lastschrift

Sepa-Umstellung verlief reibungslos

Beinahe 94 Prozent der Überweisungen wurden im Juli per Sepa-Verfahren abgewickelt. Nach den zwischenzeitlichen Startschwierigkeiten scheint die Umstellung nun geglückt. Verbraucher können sich noch Zeit lassen.

Vorteile des IBAN-Verfahrens

Profitabler, schneller, besser

Vorteile des IBAN-Verfahrens: Profitabler, schneller, besser

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FrankfurtDie Umstellung auf das neue europäische Zahlungsverfahren Sepa ist in Deutschland nach Einschätzung der Bundesbank reibungslos verlaufen. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten habe sich ausgezahlt, erklärte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Dienstag in Frankfurt.

Seit dem 1. August dürfen Unternehmen und Vereine Lastschriften und Überweisungen in Euro nur noch im neuen Format mit der internationalen Kontonummer IBAN tätigen. Verbraucher dürfen noch bis zum 1. Februar 2016 bisherige Kontonummern und Bankleitzahlen nutzen. Nach Zahlen der Deutschen Kreditwirtschaft, auf die sich die Bundesbank beruft, lag der Sepa-Anteil bei den Überweisungen im Juli monatsdurchschnittlich bei fast 94 Prozent. Der Anteil der Sepa-Lastschriften betrug gut 86 Prozent.

Der Euro-Zahlungsverkehrsraum Sepa („Single Euro Payments Area“) umfasst 34 Länder, darunter die 28 EU-Staaten. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen sollen grenzüberschreitend standardisiert und so beschleunigt werden.

Hintergründe zu Sepa

Welches Ziel hat Sepa?

Die nationalen Zahlungsverfahren werden nach und nach abgeschafft. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zwischen den Ländern sollen schneller und günstiger werden. Sepa ist die dritte Stufe der Umstellung auf den Euro.

Seit wann gibt es Sepa?

Das Verfahren wurde bereits Anfang 2008 für Überweisungen eingeführt. Seit 2009 können Bankkunden auch das grenzüberschreitende Lastschriftverfahren nutzen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission keinen Umstellungstermin vorgegeben, sondern auf eine Lösung im Markt gehofft. Dies misslang jedoch, die Beteiligung an dem System war zu gering – besonders in Deutschland. Denn die Deutschen hängen an ihrem eigenen System, schließlich funktioniert es gut.

In welchen Ländern gilt Sepa?

EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Zypern; außerdem: EWR-Staaten: Island, Liechtenstein, Norwegen; sowie: Schweiz, Monaco, Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon.

In welcher Währung sind Sepa-Zahlungen möglich?

Zahlungen per Sepa sind nur in Euro möglich. Für Transaktionen in anderen Währungen müssen Bankkunden eine Auslandsüberweisung tätigen.

Was verbirgt sich hinter der IBAN?

An die Stelle der herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl tritt die IBAN - International Bank Account Number. Sie hat insgesamt 22 Stellen und beginnt mit einem Länderkürzel - DE für Deutschland. Daran schließt sich eine zweistellige Prüfziffer an, die bisherige Bankleitzahl und die Kontonummer. Dank der Prüfziffer bekommt der Bankkunde sofort eine Fehlermeldung, wenn er sich bei der Zahlenabfolge vertippt hat. Das ist ein großer Vorteil, insbesondere seitdem Banken den Namen des Kontoinhabers und die Kontonummer nicht mehr abgleichen.

Wozu dient der BIC?

Der BIC - Bank Identifier Code - hat elf Stellen und soll die Bankleitzahl ersetzen. Kritiker monieren jedoch, dass die Kennung der Bank in Form der alten Bankleitzahl bereits in der IBAN enthalten ist. Ein weiterer Code mache die Überweisung nur unnötig kompliziert. Ab Februar 2014 soll der BIC bei Überweisungen im eigenen Land deshalb wegfallen. Für Geldtransfers innerhalb Europas von 2016 an.

Wann muss ich auf Sepa umsteigen?

Eine Verpflichtung zur Umstellung auf die Sepa-Überweisung und -Lastschrift besteht ab dem 1. Februar 2014. Bis dahin gelten Sepa und die nationalen Zahlsysteme parallel.

Welche Sonderrechte haben Verbraucher?

Bis zum Februar 2016 können Verbraucher die alte kurze Kontonummer im nationalen Zahlungsverkehr noch nutzen, sofern ihr Zahlungsdienstleister die Konvertierung in die IBAN anbietet.

Wo müssen Kunden ein Konto führen?

Wer beispielsweise in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet oder studiert, braucht nur noch in seinem Heimatland ein Bankkonto. Bisher waren mehrere Bankkonten nötig.

Was ändert sich bei der Bankkarte?

Künftig gilt die Bankkarte (debit card) für Euro-Zahlungen in allen Ländern des Sepa-Gebiets. Dadurch müssen Reisende weniger Bargeld bei sich tragen.

Quelle

Die Volks- und Raiffeisenbanken bestätigten auf Anfrage den positiven Trend: „Sepa ist jetzt in den Alltag eingezogen und im Wesentlichen schon seit dem 1. Februar 2014 Realität“, teilte eine Sprecherin des Branchenverbandes BVR mit. Der BVR ist derzeit Sprecher der Deutschen Kreditwirtschaft.

Der Stichtag 1. August sei für Unternehmen und Vereine „eher eine Formalität“ gewesen. Bislang habe es bei den Genossenschaftsbanken keine einzige Anfrage zur Konvertierung gegeben. In solchen Fällen würden die Institute Geschäfte im alten Format auf Sepa umstellen und dafür eventuell Gebühren berechnen.

Von

dpa

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