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23.06.2017

16:12 Uhr

IBAN

Verbraucher klagen über Probleme beim Überweisen

Seit dem 1. Februar 2016 müssen Verbraucher in 34 Ländern die IBAN für Überweisungen und Lastschriften nutzen. Das soll den Zahlungsverkehr beschleunigen. Es kommt jedoch immer wieder zu Beschwerden.

In Deutschland hat die IBAN 22 Stellen. Seit dem 1. August 2014 ist das Format bei Überweisungen und Lastschriften in Euro für Unternehmen und Vereine verpflichtend, Verbraucher müssen die IBAN seit dem 1. Februar 2016 nutzen. dpa

IBAN („International Bank Account Number“)

In Deutschland hat die IBAN 22 Stellen. Seit dem 1. August 2014 ist das Format bei Überweisungen und Lastschriften in Euro für Unternehmen und Vereine verpflichtend, Verbraucher müssen die IBAN seit dem 1. Februar 2016 nutzen.

Bad HomburgBei der Wettbewerbszentrale beschweren sich immer wieder Verbraucher über Probleme mit der neuen internationalen Kontonummer IBAN. Drei bis fünf Fälle pro Woche gehen bei der Ende Mai eingerichteten Sepa-Beschwerdestelle ein, wie Rechtsanwalt Peter Breun-Goerke am Freitag in Bad Homburg sagte. Ausländische Konten würden in diesen Fällen von Versicherern oder Kreditkartenfirmen nicht zur Verrechnung anerkannt – obwohl das im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrsraum Sepa („Single Euro Payments Area“) ausdrücklich möglich sein soll.

Betroffen seien beispielsweise Arbeitnehmer aus dem europäischen Ausland, die in Deutschland tätig seien, aber weiterhin ihre Bankverbindung in der Heimat nutzen wollen. Oder ausländische Studenten, die zum Beispiel bei Bestellungen in Deutschland zur Bezahlung per Lastschrift aufgefordert werden, dazu dann aber nicht ihr Konto etwa in den Niederlanden oder in Österreich nutzen dürfen.

Wo die IBAN noch viel schrecklicher ist

Malta

Wie können wir Deutschen es überhaupt wagen, uns auch nur ansatzweise zu beschweren? Unser gesamten Mitgefühl sollte stattdessen nach Malta gehen. Sage und schreibe 31 Stellen muss ein maltesischer Privatkunde ausfüllen, um eine Überweisung nach den neuen Vorgaben zu tätigen.

Ungarn, Zypern und Polen

Mindestens genauso viel Mitleid sollte an unsere Nachbarn aus Polen gehen: Dort sind es immerhin 28 Stellen, ebenso in Ungarn und Zypern.

Griechenland und Frankreich

Überweisungen in Griechenland und Frankreich werden mit einer 27-stelligen Kennziffer durchgeführt. Gleiches gilt für Überweisungsträger in Monaco, San Marino und Italien.

Portugal

25 Stellen sind es in Portugal. Geht ja noch ...

Tschechien und Spanien

An eine 24-stellige Kennzahl müssen sich Bankkunden in Tschechien, Spanien, Schweden, Island, Rumänien und der Slowakei gewöhnen.

Großbritannien und Irland

22 Stellen sind es nicht nur bei Überweisungen in Deutschland: Großbritannien und Irland stehen uns in nichts nach.

Dänemark und Niederlande

In Dänemark, Finnland und den Niederlanden ist die Welt noch in Ordnung ... – 18 Stellen!

Belgien

„Lediglich“ 16 Stellen sind es auf belgischen Überweisungsträgern.

Norwegen

Der europäische IBAN-König liegt nördlich – nur 15 Stellen muss man für eine Überweisung in Norwegen ausfüllen. So lässt es sich aushalten!

Bei 9 von 30 kontrollierten Versicherungsunternehmen sei festgestellt worden, „dass die Vorgaben der europäischen Sepa-Verordnung nicht eingehalten wurden“. Die Wettbewerbshüter mahnten die Unternehmen ab – mit Erfolg: In 5 Fällen änderten die Versicherungen ihre Modalitäten und gaben den Angaben zufolge strafbewehrte Unterlassungserklärungen ab, in allen anderen Fällen sei dies entsprechend angekündigt worden.

Die IBAN („International Bank Account Number“) soll Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend standardisieren und so beschleunigen. Der Sepa-Raum umfasst 34 Länder. In Deutschland hat die IBAN 22 Stellen. Seit dem 1. August 2014 ist das Format bei Überweisungen und Lastschriften in Euro für Unternehmen und Vereine verpflichtend, Verbraucher müssen die IBAN seit dem 1. Februar 2016 nutzen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Frau Ursula Neumann

23.06.2017, 16:32 Uhr

Also gehen bei geschätzten 60 Mio Nutzern in D 3 bis 5 Beschwerden pro Woche ein.
Diese Beschwerden beziehen sich nicht auf das Verfahren als solches - sondern darauf, dass einzelne Unternehmen sich nicht an die Vorgaben halten.
Die Beschwerderate liegt also im verschwindend kleinen Promillebereich - und das ist eine Meldung wert - interessant.

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