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11.04.2012

12:59 Uhr

Interview

„Wer gibt schon gerne Leichen im Keller zu?“

VonBarbara Moormann

Namhafte Institute lagern ihre Kundenberater aus, um sich vor Aussagen über ihre Provision zu drücken. Auf welche Tricks der Geldhäuser Kunden vorbereitet sein sollten, verrät Anwalt Professor Julius Reiter im Interview.

Julius Reiter ist Professor für Banking & Finance an der FOM – Hochschule für Oekonomie & Management mit Hauptsitz in Essen und beschäftigt sich zugleich auch als Anwalt in Düsseldorf mit dem Thema Bankberatung und Provisionen. PR

Julius Reiter ist Professor für Banking & Finance an der FOM – Hochschule für Oekonomie & Management mit Hauptsitz in Essen und beschäftigt sich zugleich auch als Anwalt in Düsseldorf mit dem Thema Bankberatung und Provisionen.


Wie steht es denn nun um Provisionen der Banken, wenn der Berater nicht im Institut beschäftigt ist?

In einem richtungweisendem Urteil hat das Oberlandesgericht München zur Klärung entscheidend beigetragen. Danach muss eine Tochtergesellschaft einer Bank über Rückvergütungen aufklären. Tut sie das nicht, ist sie bei Verlusten schadenersatzpflichtig. Allerdings muss jeder Einzelfall geprüft werden.

Hilft es also nicht, wenn Banken oder Sparkassen ihre Beratung auslagern?

Nein. Eine Anlageberatungsgesellschaft, auf die eine Bank ihre Beratungsdienstleistung auslagert und ihr zugleich Kundendaten inklusive Bonitätseinschätzung zur Verfügung stellt, darf sich nicht darauf berufen, dass sie als freie, nicht bankmäßig gebundene Beraterin tätig ist. Auch hier ist die Bank als Auftraggeberin gerade auch bei verschwiegenen Provisionen in der Haftung.

Können Sie Namen nennen?

Da gibt es eine Reihe prominenter Beispiele. So hat beispielsweise die Postbank AG ihr Beratungsangebot auf die Postbank Beratung ausgelagert. Bei der Comdirekt Bank ist es die comdirect private finance AG und bei der Deutschen Bank AG die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG.

Welche Methoden zur Verschleierung von Provisionen kennen Sie sonst noch?

Grundsätzlich ist es so, dass Banken ihr Verschweigen von Provisionen gegenüber ihren Kunden oft mit falschen und fadenscheinigen Argumenten zurückweisen. So behaupten sie beispielsweise, dass sie ihre Wertpapiergeschäfte im Eigenhandel durchgeführt hätten und nicht im Auftrag Dritter.

Warum?

Der Hintergrund ist leicht zu durchschauen. Denn damit würde die Aufklärung über geflossene Provisionen entfallen, und die Banken könnten nicht wegen verschwiegener Provisionen belangt werden. Meine Kanzlei kann jedoch in vielen Fällen nachweisen, dass es sich um Kommissionsgeschäfte handelt, der Wertpapierverkauf also gegen Provisionen erfolgt. Damit sind die Banken bei einem Verschweigen der Provisionen in der Haftung.

Kommentare (1)

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Einschuechterungsversuchezweckl.

11.04.2012, 13:39 Uhr

Wer hat schon gerne ANZEIGEERSTATTER DIE IMSTRAFVERFAHREN AUSSAGEN die er nicht hinsichtlich Glaubwürdigkeit demontieren kann. Immerhin gehte es um nicht unerhebliche Straftaten - auch im Amt.

http://www.myup.ir/images/24629791674463515060.jpg

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