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15.12.2015

14:32 Uhr

Jobticket und Finanzamt

So bleibt die Fahrkarte steuerfrei

VonConstanze Elter

Wer mit Bahn oder Bus zur Arbeit fährt, freut sich, wenn der Chef eine Monatskarte spendiert. Dieses Geschenk ist aber nicht immer steuerfrei. Was Arbeitnehmer beachten müssen, damit der Fiskus nicht die Hand aufhält.

Wenn der Chef das Ticket zahlt, kann dieser Vorteil steuerfrei sein. dpa

Fahrkartenautomat

Wenn der Chef das Ticket zahlt, kann dieser Vorteil steuerfrei sein.

MünchenMorgens, kurz nach sieben, auf dem innerstädtischen Ring: Nichts geht mehr, die Berufspendler stehen im Stau. Wer kann, vermeidet die Autofahrt zur Arbeit und setzt auf öffentliche Verkehrsmittel. Aber billig sind die Monatstickets nicht, schnell werden um die 100 Euro pro Monat fällig. Zwar können Arbeitnehmer ihre Fahrtkosten in der Steuererklärung ansetzen – trotzdem müssen sie finanziell erst einmal in Vorleistung gehen.

Da hilft es, wenn der Arbeitgeber den Angestellten ein Jobticket überlässt. Hier sind mehrere Varianten möglich:

  1. Ihr Chef gibt Ihnen ein Jobticket zu einem Preis, der mit den Verkehrsbetrieben vereinbart wird.
  2. Ihr Arbeitgeber spendiert Ihnen ein Jobticket.
  3. Sie teilen sich die Kosten für die Monatsfahrkarte mit Ihrem Arbeitgeber.

Welche sonstigen Kosten sind absetzbar?

Sonstige außergewöhnliche Kosten

Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen Ausgaben, die zwangsläufig und existentiell notwendig sind. Viele solcher Kosten können Eltern bei der Steuer geltend machen. In der Regel muss ein Selbstbehalt als sogenannte zumutbare Belastung getragen werden. Nachfolgend einige Beispiele, welche sonstigen Kosten anerkannt werden - und welche nicht.

Aussteuer

„Mitgift“ bei Heirat der Tochter und Verlobungsgeschenke sind mangels Zwangsläufigkeit nicht absetzbar.

Bafög

Tilgung eines Darlehens zur Ausbildung nicht absetzbar (anders hingegen die Zinsen bei Bankdarlehen).

Besuchsfahrten

Fahrten zu Kindern bei Krankheit, zu schwerkranken Eltern oder zur Verhinderung seelischer Schäden können grundsätzlich abgesetzt werden. Nicht anerkannt: Besuchskosten der Kinder im Rahmen des gesetzlichen Umgangs, anlässlich der Kur der Ehefrau und bei inhaftiertem Angehörigen.

Besuch einer Privatschule

Abzug von Schulgebühren nur aus Anlass einer Krankheit möglich, wenn behindertes Kind zwingend auf eine bestimmte Schule angewiesen ist und keine entgeltfreie Einrichtung zur Verfügung steht. Nicht bei vorübergehendem Aufenthalt in einer ausländischen Familie und deswegen Inanspruchnahme einer fremdsprachlichen Schule; einfache soziale oder pädagogische Gründe genügen nicht. Bis zu 4000 Euro ist das Schulgeld ohnehin als Sonderausgaben abzugsfähig.

Studiengebühren

Nicht abzugsfähig, da derartige Kosten bereits mit den Kinderfreibeträgen bzw. Pauschbetrag nach § 33a Abs. 2 EStG abgegolten sind.

Umzug

Kosten sind mangels „Außergewöhnlichkeit“ bei privater Veranlassung nicht abziehbar, allenfalls soweit dieser krankheitsbedingt ist. Gegebenenfalls aber als haushaltsnahe Dienstleistung bzw. bei beruflicher Veranlassung als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehbar.

Urlaubsreise

Wiederbeschaffungskosten von verlorenem Gepäck nicht abzugsfähig; anders bei Totalverlust des Hausrats, etwa bei Naturkatastrophen, sofern keine Versicherung greift.

Quelle

Die Beispiele stammen aus dem Buch „Steuervorteile mit Kindern - Leitfaden für Familien und Steuerberater“ (ISBN: 978-3-8349-4168-8) des Berliner Steuerberaters Markus Deutsch.

Bei allen Möglichkeiten profitieren Sie von finanziellen und zum Teil von steuerlichen Vorteilen. Überlässt Ihnen Ihr Arbeitgeber ein Monatsticket zu einem Preis, der vorher mit dem Verkehrsunternehmen festgelegt wurde, hat er wahrscheinlich einen Rabatt für das Firmenkontingent ausgehandelt. So müssen Sie zwar immer noch Ihr Jobticket bezahlen – aber zu einem günstigeren Preis.

Übernimmt Ihr Chef die Kosten für das Ticket, handelt es sich um einen Sachbezug. Ein solcher Sachbezug ist steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Bis zu einer Freigrenze von 44 Euro pro Monat können Sie Sachbezüge – zum Beispiel das Jobticket oder einen Tankgutschein – steuerfrei einplanen.

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Wer jetzt seine Ausgaben klug plant, kann sich bei der nächsten Steuererklärung über dicke Rückzahlungen freuen. Ob Werbungskosten, Steuerklasse oder Kindergeld: Welche Weichen Sie bis zum Jahresende stellen sollten.

Aber Achtung: Wird die Freigrenze überschritten, muss die volle Summe besteuert werden. Außerdem wird die Summe in Gänze der Sozialversicherung unterworfen. Daher ist es wichtig, bei der Berechnung der 44-Euro-Freigrenze im Monat einige Punkte zu beachten:

  • Sämtliche Sachbezüge in einem Monat werden zusammengerechnet.
  • Nicht ausgeschöpfte Beträge dürfen nicht auf andere Monate übertragen werden.
  • Es ist nicht möglich, die 44-Euro-Freigrenze auf einen Jahresbetrag hochzurechnen.

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