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12.12.2012

14:19 Uhr

Kapitalerträge

Jetzt noch schnell mit Verlusten Steuern sparen

VonKatharina Schneider

Anleger, die in diesem Jahr in einem Depot Verluste und im anderen Gewinne gemacht haben, sollten jetzt eine Bankbescheinigung für die Steuererklärung beantragen. Auch um Altverluste müssen sie sich bald kümmern.

Mit Verlust aus einem Wertpapiergeschäft ausgestiegen. Das kennen Telekom-Aktionäre wohl besonders gut. Doch mit solchen Verlusten lässt sich heute noch die Steuerlast senken. dpa

Mit Verlust aus einem Wertpapiergeschäft ausgestiegen. Das kennen Telekom-Aktionäre wohl besonders gut. Doch mit solchen Verlusten lässt sich heute noch die Steuerlast senken.

DüsseldorfWer bei verschiedenen Banken Depots unterhält und in diesem Jahr Verluste gemacht hat, sollte sich diese jetzt schnell noch bescheinigen lassen. Denn das automatische Verrechnen von Gewinnen und Verlusten funktioniert nur, wenn diese bei derselben Bank anfallen.

Eine bankübergreifende Verrechnung ist nur über die Steuererklärung möglich und dafür benötigt der Kunde eine Verlustbescheinigung der Bank. Der Vorteil: Durch das Verrechnen von Gewinnen und Verlusten sinkt die Summe der Kapitalerträge und damit auch die Steuerlast.

Für wen lohnt die Anlage KAP?

Steuersatz unter 25 Prozent

Wenn der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegt, sollten Anleger ihre Einkünfte einzeln in der Anlage KAP erklären, damit sie die zu viel gezahlten Steuern zurück bekommen. Ob der persönliche Satz günstiger ist, prüft das Finanzamt aber nicht automatisch, dafür muss in Zeile vier der KAP ein Kreuz bei „Günstigerprüfung“ gesetzt werden.

Rentner

Wer zu Beginn des Steuerjahres mindestens 64 Jahre als war, hat Anspruch auf einen Altersentlastungsbeitrag. Dadurch kommt zu dem üblichen Sparerpauschbetrag noch ein Freibetrag hinzu. Um den zu erhalten, muss auch die Günstigerprüfung beantragt werden.

Freibeträge nicht genutzt

Auch wer seinen Sparerpauschbetrag nicht optimal ausgenutzt hat, etwa weil er seine Freistellungsaufträge zwischen mehreren Geldinstituten falsch aufgeteilt hat, kann über die KAP Geld zurückholen.

Verluste gemacht

Wer beim Handel mit Wertpapieren Verluste gemacht hat, kann diese ebenfalls in der Anlage KAP geltend machen, um Gewinne und Verluste verschiedener Depots miteinander zu verrechnen. Dadurch verringert sich die Abgeltungsteuer oder die Verluste werden in das kommende Jahre vorgetragen.

Jahreseinkommen unter 8.652 Euro

Wer inklusive Zinsen 2016 nicht mehr als 8.652 Euro (17.304 bei Ehepaaren) steuerpflichtiges Jahreseinkommen hatte, muss gar keine Einkommensteuer zahlen und bekommt die einbehaltene Abgeltungssteuer zurück. Bleibt das in Zukunft voraussichtlich so, können Anleger sich mit einer sogenannte Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheingung) vom Kapitalertragsteuerabzug gänzlich befreien lassen.

Um dieses Jahr noch profitieren zu können, ist jedoch höchste Eile angesagt. Spätestens am 15. Dezember muss ein entsprechender Antrag bei der Bank eingegangen sein. Wird der Termin versäumt, ist die Steuerersparnis für dieses Jahr verloren.

Ohne Verlustbescheinigung bleibt der Verlusttopf bei der Bank jedoch bestehen und wird automatisch weitergeführt. Hat ein Kunde aktuell also Verluste in einem Depot, werden diese im nächsten Jahr mit gegebenenfalls neu hinzukommenden Gewinnen verrechnet. Für eine bankübergreifende Verrechnung kann im nächsten Jahr wieder rechtzeitig ein Antrag gestellt werden.

Wurde im Vorjahr bereits ein Verlust bescheinigt, der nicht vollständig mit Gewinnen verrechnet werden konnte, muss in diesem Jahr erneut ein Antrag gestellt werden. Ein Beispiel: Der Anleger hat Verluste in Höhe von 10.000 Euro verzeichnet und damit im vergangenen Jahr Gewinne in Höhe von 6.000 Euro verrechnet. Um die verbleibenden 4.000 Euro bei der nächsten Steuererklärung wieder angeben zu können, muss eine neue Verlustbescheinigung vorgelegt werden.

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