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17.07.2017

10:34 Uhr

Kinderbetreuung

So beteiligt sich der Fiskus an Internatskosten

VonConstanze Elter

Wer sein Kind in einem Internat betreuen lässt, bleibt bisher meist auf den Kosten sitzen. Die Finanzrichter in Thüringen haben sich nun auf die Seite der Eltern geschlagen. Wie Sie von dem Urteil profitieren können.

Bei Internatskosten können Eltern nun auf Unterstützung des Fiskus hoffen. dpa

Schüler im Internat

Bei Internatskosten können Eltern nun auf Unterstützung des Fiskus hoffen.

GothaGleich, warum Sie Ihr Kind betreuen lassen müssen: Die Aufwendungen für die Kinderbetreuung können Sie im Prinzip als Sonderausgaben geltend machen. Zwei Drittel der jährlich anfallenden Kosten für Kinderbetreuung dürfen Sie in der Steuererklärung ansetzen – wobei die Kosten den Höchstbetrag von 4.000 Euro pro Kind nicht überschreiten dürfen. Außerdem greift der Steuervorteil nur bei Kindern bis 14 Jahren. Für behinderte Kinder gelten besondere Regelungen.

Zu den Kinderbetreuungskosten zählen beispielsweise

  • Beiträge für den Kindergarten
  • Ausgaben für den Kinderhort
  • das Honorar für die Tagesmutter
  • der Lohn für die angestellte Kinderfrau sowie deren Sozialversicherungsbeiträge oder Fahrtkostenerstattungen.

Voraussetzung für den Abzug in der Steuererklärung ist, dass Sie diese Ausgaben nachweisen können – zum Beispiel mit einer Rechnung. Außerdem wichtig: Die Kinderbetreuungskosten niemals bar zahlen, sondern immer überweisen. Ansonsten akzeptiert das Finanzamt die Kosten nicht.

Wird ein einheitliches Entgelt sowohl für Betreuungsleistungen als auch für andere Leistungen gezahlt, verlangt die Finanzverwaltung, die Kosten aufzuteilen und gegebenenfalls zu schätzen. Wie die Ausgaben für ein Internat zu behandeln sind, musste jetzt das Finanzgericht Thüringen entscheiden (Az.: 2 K 95/15).

Kindergeld und -freibetrag

Wer ist für Kindergeld zuständig?

Bei Fragen rund um das Kindergeld müssen sich Steuerzahler in der Regel an die Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit wenden. Sie ist für die Bearbeitung und Auszahlung zuständig.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Im Jahr 2015 bekamen Eltern für das erste und zweite Kind monatlich je 188 Euro. Für das dritte Kind gab es 194 Euro, für alle nachfolgenden Kinder 219 Euro. Im Januar 2016 wurde das Kindergeld um je zwei Euro erhöht.

Wie hoch sind die jährlichen Freibeträge?

Die Freibeträge gliedern sich in einen Kinder- und einen Betreuungsfreibetrag. 2015 betrugen sie 2.256 beziehungsweise 1.320 Euro - insgesamt also 3.576 Euro - und verdoppeln sich bei zusammenveranlagten Ehegatten und bei einem verwitweten Ehegatten. Getrennt lebende Elternteile erhalten die Freibeträge jeweils einmal. Die Freibeträge können aber auf einen Elternteil übertragen werden, sofern der andere seiner Unterhaltspflicht „im Wesentlichen“ nicht nachkommt. Für 2016 liegen die Beträge bei insgesamt 3.624 Euro.

In dem vorliegenden Fall besuchte ein elfjähriges Mädchen eine Ganztagsschule und war während der Schulzeit in einem Internat untergebracht. Laut der Erziehungsvereinbarung hatte das Internat neben der Unterbringung und Verpflegung auch für die Erziehung, gesundheitliche Betreuung und Freizeitgestaltung Sorge zu tragen. Für die Unterbringung zahlten die Eltern 1.035 Euro an Unterkunfts- und 1.400 Euro an Verpflegungskosten.

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