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12.11.2015

16:57 Uhr

Kindergeld etwas verändert

Familienkassen verlangen Identifikationsnummern

VonKatharina Schneider

Eltern sind in Aufruhr – plötzlich sollen sie ihre steuerliche Identifikationsnummer bei der Familienkasse angeben, um weiter Kindergeld zu bekommen. Die Regel trifft auch andere Finanzbereiche. Was dahinter steckt.

Diese Mutter hat weiter gut Lachen - eine plötzliche Streichung des Kindergeldes ist nicht zu befürchten. dpa

Spielen mit dem Nachwuchs

Diese Mutter hat weiter gut Lachen - eine plötzliche Streichung des Kindergeldes ist nicht zu befürchten.

FrankfurtWenn es um staatliche Vergünstigungen geht, ist mit den Deutschen nicht zu Spaßen. Schon am Mittwoch hatte sich die Meldung verbreitet, dass Eltern vom kommenden Januar an ihre steuerlichen Identifikationsnummern (IdNr) und die ihrer Kinder angeben müssten, sonst bekämen sie kein Kindergeld mehr.

Prompt brach die Panik los und die Ersten fürchten schon, der Staat wolle ihnen die wichtige Unterstützung streichen. Doch die Sache ist halb so wild. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) gab dazu gleich zwei Pressemitteilungen dazu heraus und beschwichtigte am heutigen Donnerstag: „Die Besorgnis ist unbegründet, dass die Kindergeldzahlung eingestellt wird, wenn bis zum 1.1.2016 keine Mitteilung der Identifikationsnummer vorliegt.“

Wann ist das Kind ein Kind?

Minderjährige

Bei Minderjährigen haben die Eltern immer einen Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag. Egal, ob der Nachwuchs schon berufstätig ist oder nicht.

Volljährige unter 25

Bei volljährigen Kindern, die aber das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gibt es nur unter bestimmten Bedingungen Kindergeld, siehe nachfolgend.

Berufsausbildung

Wenn der Nachwuchs eine erste Berufsausbildung macht oder studiert, haben die Eltern weiter Anspruch auf Kindergeld.

Übergangszeit

Zwischen Abitur und Studienbeginn und allgemein zwischen dem Schulabschluss und dem Beginn der Ausbildung liegen oft einige freie Monate. Während einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten wird das Kindergeld weiter gezahlt.

Kein Ausbildungsplatz

Wer seine Berufsausbildung nicht fortsetzen kann, da er keinen Ausbildungsplatz bekommen hat, wird in dieser Zeit mit Kindergeld unterstützt. Allerdings muss der Ausbildungswille da sein.

FSJ und FÖJ

Wenn unter 25-Jährige ein freiwilliges soziales (FSJ) oder ökologisches (FÖJ) Jahr leisten, gibt es währenddessen Kindergeld. Das gilt aber nur bis zum 21. Lebensjahr.

Behinderung

Wenn Sohn oder Tochter wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen können, bekommen die Eltern Kindergeld.

Eltern müssten sich jetzt nicht bei ihren Familienkassen anrufen. Denn denen liegen die Nummern wegen des automatischen Meldeabgleichsverfahrens in der Regel ohnehin schon vor, so die BA. Sollte die Nummer doch noch fehlen, würden sich die Familienkassen bei den Eltern melden und diese nachfordern. Das Geld werde jedoch auch dann weiter gezahlt, wenn die Nummer noch nicht übermittelt wurde.

Mit der Neuerung soll verhindert werden, dass für ein Kind mehrfach Kindergeld gezahlt wird. Die schärfere Kontrolle betrifft auch Kapitalanleger: Wer seiner Bank ab kommendem Jahr einen Freistellungsauftrag erteilt, muss dabei ebenfalls seine Identifikationsnummer angeben.

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