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16.02.2015

08:43 Uhr

Kindergeld

So bekommen Wehrpflichtige Geld fürs Kind

VonPaul Lauer

Wer einen freiwilligen Wehrdienst absolviert, erhält kein Kindergeld – eigentlich. Doch der Bundesfinanzhof macht Ausnahmen. Wie Wehrdienstleistende den staatlichen Zuschuss bekommen.

Ihre Eltern könnten Anspruch auf Kindergeld haben. dpa

Wehrpflichtige bei ihrer Verabschiedung

Ihre Eltern könnten Anspruch auf Kindergeld haben.

DüsseldorfWenn der Nachwuchs noch nicht volljährig ist, bekommen Eltern vom Fiskus Kindergeld. Auch, wenn die Kinder älter als 18 Jahre sind, gibt es den Zuschuss noch – aber nur, wenn das Kind seine erste Berufsausbildung absolviert. Ein Kindergeldanspruch besteht darüber hinaus, wenn das Kind einen Freiwilligendienst wie ein freiwilliges soziales Jahr, eine freiwilliges ökologisches Jahr, einen europäischen Freiwilligendienst, einen Auslandsdienst im Sinne des Zivildienstgesetzes oder einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst antritt.

Für den freiwilligen Wehrdienst schließt der Gesetzgeber das Kindergeld jedoch aus. Begründung: Im Gegensatz zu den anderen freiwilligen Diensten gibt es beim Wehrdienst vollen Unterhalt über den Wehrsold – einschließlich Sachbezügen und der Leistungen nach dem Unterhaltssicherungsgesetz.

Wann ist das Kind ein Kind?

Minderjährige

Bei Minderjährigen haben die Eltern immer einen Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag. Egal, ob der Nachwuchs schon berufstätig ist oder nicht.

Volljährige unter 25

Bei volljährigen Kindern, die aber das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gibt es nur unter bestimmten Bedingungen Kindergeld, siehe nachfolgend.

Berufsausbildung

Wenn der Nachwuchs eine erste Berufsausbildung macht oder studiert, haben die Eltern weiter Anspruch auf Kindergeld.

Übergangszeit

Zwischen Abitur und Studienbeginn und allgemein zwischen dem Schulabschluss und dem Beginn der Ausbildung liegen oft einige freie Monate. Während einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten wird das Kindergeld weiter gezahlt.

Kein Ausbildungsplatz

Wer seine Berufsausbildung nicht fortsetzen kann, da er keinen Ausbildungsplatz bekommen hat, wird in dieser Zeit mit Kindergeld unterstützt. Allerdings muss der Ausbildungswille da sein.

FSJ und FÖJ

Wenn unter 25-Jährige ein freiwilliges soziales (FSJ) oder ökologisches (FÖJ) Jahr leisten, gibt es währenddessen Kindergeld. Das gilt aber nur bis zum 21. Lebensjahr.

Behinderung

Wenn Sohn oder Tochter wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen können, bekommen die Eltern Kindergeld.

In einem aktuellen Fall hatten Eltern dennoch für ihren Sohn auf Kindergeld geklagt. Dieser leistete ab Oktober 2012 den freiwilligen Wehrdienst mit der Folge, dass die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung rückwirkend aufhob. Nachdem die Kasse den Einspruch abgelehnt hatte, erhoben die Eltern Klage vor dem Finanzgericht. Die Richter wiesen die Klage aber mit der Begründung ab, dass der freiwillige Wehrdienst den begünstigten Freiwilligendiensten nicht gleichzusetzen sei. Außerdem habe sich der Sohn während des Wehrdiensts nicht in einer Ausbildung befunden.


Der Bundesfinanzhof (BFH) folgte zwar grundsätzlich der Begründung der Vorinstanz, verwies den Fall aber dennoch zurück an das Finanzgericht. Es muss nochmals genauer prüfen, ob der Sohn sich während des Wehrdienstes nicht doch in einer Ausbildung befunden habe (Az.: III R 53/13).

Kommentare (1)

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Herr Sascha Kirfel

16.02.2015, 14:27 Uhr

Die Wehrpflicht wurde abgeschafft. Also kann es auch keine Wehrpflichtigen mehr geben. Wehrdienstleistende oder auch Zeitsoldaten wäre wohl angebrachter.

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