Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.07.2015

14:56 Uhr

Kreditgebühren

EU legt Beschwerde gegen Mastercard ein

Mastercard ist ins Visier von EU-Verbraucherschützern geraten. Die EU-Kommission hat den Kreditkartenanbieter im Verdacht, die Kosten für Kartenzahlungen hochzutreiben. So würden vor allem Interneteinkäufe teurer.

Die Bedenken der EU-Kommissare beziehen sich auf sogenannte Interbankenentgelte. Diese Gebühren fallen bei Käufen mit Geldkarten in Geschäften oder im Internet an. dpa

Mastercard unter der Lupe

Die Bedenken der EU-Kommissare beziehen sich auf sogenannte Interbankenentgelte. Diese Gebühren fallen bei Käufen mit Geldkarten in Geschäften oder im Internet an.

BrüsselWegen mutmaßlich zu hoher Gebühren nimmt die EU-Kommission das Kreditkarten-Unternehmen Mastercard ins Visier. „Wir haben zurzeit den Verdacht, dass Mastercard die Kosten für Kartenzahlungen künstlich in die Höhe treibt, was Verbrauchern und Händlern in der EU schaden würde”, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Donnerstag in Brüssel. Die Behörde schickte daher ein Beschwerdeschreiben an das Unternehmen, das nun Stellung nehmen kann.

Die Bedenken beziehen sich auf sogenannte Interbankenentgelte. Diese Gebühren fallen bei Käufen mit Geldkarten in Geschäften oder im Internet an. Die Bank des Händlers muss die Interbankenentgelte an die Bank des Karteninhabers zahlen. Ihrerseits stellt die Bank die Entgelte aber wiederum den Händlern in Rechnung, erläuterte die EU-Kommission.

Visa und Mastercard: Starker Dollar bedrängt Kreditkarten-Anbieter

Visa und Mastercard

Starker Dollar bedrängt Kreditkarten-Anbieter

Der weltgrößte Kreditkarten-Anbieter Visa hat ebenso wie sein Rivale Mastercard unter dem Dollarkurs zu leiden. Doch auch eine ganz bestimmte Bezahl-Gepflogenheit in den USA drückt auf die Quartalszahlen.

Entscheidend ist, dass die Entgelte in verschiedenen Staaten verschieden hoch sind. Mastercard steht nun im Verdacht, die Nutzung von niedrigeren Gebühren im Ausland zu verhindern. Konkret wäre beispielsweise ein Laden in München daran interessiert, eine österreichische Bank mit der Abwicklung von Kartenzahlungen zu beauftragen, wenn die Entgelte in Österreich niedriger sind. Die Bank dürfte jedoch, so ist der Verdacht der EU zu verstehen, aufgrund von Vereinbarungen mit Mastercard dem deutschen Händler die niedrigeren Entgelte nicht anbieten.

Die EU-Kommission verdächtigt Mastercard daneben, einen künstlich erhöhten Mindestpreis für die Abwicklung von Transaktionen mit Karten aus Drittstaaten zu bestimmen. Dies beträfe etwa Zahlungen chinesischer Touristen in Berlin.

Letztlich könnte beides den Verbrauchern schaden, fürchtet die Kommission - weil die Läden die mutmaßlich zu hohen Gebühren wiederum auf die Kundschaft abwälzten. Europäische Verbraucher und Unternehmen nutzen laut Kommission Zahlungskarten für mehr als 40 Prozent ihrer bargeldlosen Zahlungen.

Mastercard bestätigte den Eingang des Brüsseler Schreibens. Das Unternehmen arbeite konstruktiv mit der EU-Kommission zusammen und habe die Bedürfnisse von Geschäftsleuten und Konsumenten im Auge, teilte eine Sprecherin mit.

Die Behörden in Europa und den USA haben lange für die Senkung von Kreditkartengebühren gekämpft. Im Jahr 2009 lenkte Mastercard unter dem Druck eines EU-Kartellverfahrens ein. Der Konzern kappte die Kosten, die Einzelhändler bei grenzüberschreitenden Zahlungen mit Kreditkarten sowie Debitkarten - hierzu zählen in Deutschland etwa Bank- und EC-Karten - berechnet werden. In der EU ist inzwischen eine Deckelung der Gebühren für Kreditkarten-Zahlungen vorgesehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×