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16.04.2013

16:43 Uhr

Kurskollaps

CO2-Votum drückt Strompreis auf 8-Jahres-Tief

Die Euro-Parlamentarier haben den Plänen für Emissionszertifikate eine Absage erteilt. Das sorgte für einen Kursrutsch bei den CO2-Zertifikaten – und dadurch auch beim Strompreis.

Ein Stromstecker auf einer Steckerleiste. dpa

Ein Stromstecker auf einer Steckerleiste.

FrankfurtDie Ablehnung der Pläne zur Stützung des Marktes für Emissionszertifikate durch das Europäische Parlament hat am Dienstag den Preis für Strom in Deutschland ins Rutschen gebracht. Der Kontrakt zur Lieferung einer Megawattstunde in einem Jahr fiel an der Strombörse EEX um bis zu 3,3 Prozent und war mit 39,50 Euro so billig wie seit Juni 2005 nicht mehr.

Das "Nein" der Euro-Parlamentarier sorgte für einen Kollaps der Kurse für CO2-Zertifikate und damit eines wichtigen Faktors für den Strompreis. Vor diesem Hintergrund gingen auch die Aktien der Versorger in die Knie. RWE und E.ON waren mit Verlusten von 2,5 beziehungsweise 4,6 Prozent die größten Verlierer im Dax. Die österreichische Verbund verlor 3,7 Prozent und an der Börse Helsinki brachen Fortum sogar um mehr als fünf Prozent ein.

Von

rtr

Kommentare (4)

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vandale

16.04.2013, 17:00 Uhr

Normalerweise wäre dies eine grossartige Nachricht für den Stromkunden wenn die Grosshandelspreise auf den Stand von 2005 fallen. In anderen Ländern sind die Strompreise in den vergangenen 10 Jahren auch kaum gestiegen.

Letztlich reduzieren sich sinnlose Kosten die staatlicherseits auf dem Aberglauben an eine CO2 Klimahölle geschaffen wurden.

Allerdings meint man in Deutschland die Stromversorgung gem. ökoreligiöser Visionen gestalten zu müssen. Gem. dieser Visionen sind nur bereits im Mittelalter bekannte Verfahren wie die Verbrennung von Lebensmitteln (Biostrom), Wind und Sonne religiös korrekt.

Die Kosten der Einspeisung von solchem in einem Netz weitgehend wertlosen Zufallsstrom betrugen 2012 20 Mrd. € und steigen rasant. Hinzu kommen Kosten für den Netzausbau und warscheinlich nach der Bundestagswahl eine Kapazitätsvorhaltegebühr.

Somit wird der Deutsche Stromkunde für seinen Glauben wiederum tiefer in die Tasche greifen müssen.

Vandale

Alex

16.04.2013, 17:33 Uhr

Wer den Klimawandel als Aberglauben betitelt und regenerative Energie als ökoreligiöse Vision, der verkennt meiner Meinung nach die Realität. Dass die Energiewende und die damit einhergehende Dezentralisierung der Energieversorgung die althergebrachten (angenehmen) Oligopolstrukturen der großen Energieversorger gefährdet, liegt auf der Hand. Ebenso ist klar, dass sich diese Firmen dagegen mit allen Mitteln wehren, da ihr Geschäftsmodell ins Wanken gerät. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist jedoch zu bedenken, ob es ethisch und wirtschaftlich tatsächlich besser ist, wenn wir jedes Jahr hunderte Milliarden Euro an Diktaturen überweisen, anstatt die Energie im eigenen Land zu erzeugen und damit die Wertschöpfung hier zu generieren. Das EEG hat nur einen Konstrukktionsfehler: es ist zu transparent! Anstatt die Subventionen wie z.B. für Kohle und Atomkraft im Steuersystem zu verstecken, werden die Kosten ganz transparent ausgewiesen. Damit bietet es für Lobbygruppen viel Angriffsfläche, obwohl die tatsächlichen Kosten für andere Energieträger faktisch wesentlich höher liegen.

vandale

16.04.2013, 18:45 Uhr

Alex, ich meine dass Sie da eine Menge unzusammenhängende ökoreligiöse Parolen repetieren.

Eine Stromversorgung basierend auf umweltschädlichen Windmühlen und Solarzellen kann kaum dezentral organisiert werden. Die extremen Erzeugerschwankungen einzelner Windmühlen lassen sich kaum kompensieren, bzw. Es dürfte sehr schwer sein eine gleichmässige Netzfrequenz sicherzustellen.

Heimische Energiequellen sind die Braunkohle mit einem nationalen Wertschöpfungsanteil von gut 90% und die sehr umweltfreundliche Kernenergie mit gleichfalls etwa 90% Wertschöpfungsanteil. Die umweltschädlichen Solarzellen werden grösstenteils in Asien gefertigt, bei den Windmühlen steht die Verlagerung der Fertigung in Schwellenländer bevor.

Ich und mein Umfeld beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Kernenergie. Ich habe abseits der bekannten Oekophantasien noch nie gehört, dass die kommerzielle Kernenergie in Deutschland, oder der Schweiz Subventionen erhalten hat. Dagegen gab es zig-Milliarden € teure Behinderungen wie, Enteignungen, sinnfreie Auflagen, das Oekospektakel um den Atommüll, etc. Wenn Sie ernsthafte Informationen haben, sollten Sie Ihr Wissen an die Betreiber verkaufen. Das gilt gleichermassen für Braunkohle.

Vandale

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