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07.06.2013

10:17 Uhr

Kurswechsel im Unternehmen

Auf den Käpt'n kommt es an

VonJens Hagen, Katharina Schneider

Lufthansa, Siemens, Commerzbank, Thyssen, Tui: Die Crème de la Crème der deutschen Unternehmen steckt im Umbau. Eine neue Studie zeigt, woran die meisten Veränderungsprozesse scheitern - welche Fehler machen die Chefs?

Mit ruhiger Hand: Der Erfolg von Veränderungsprozessen hängt an den Steuermännern

Mit ruhiger Hand: Der Erfolg von Veränderungsprozessen hängt an den Steuermännern

DüsseldorfDer Leitspruch für viele Angestellte bei den Top-Adressen der deutschen Wirtschaft lautet aktuell: Volle Deckung! Zahlreiche Unternehmen strukturieren um. Zuletzt schockte etwa der neue Tui -Chef Friedrich Joussen mit der Ankündigung eines Sparprogramms mit harten Schnitten: „Es geht hier um nicht weniger als die Daseinsberechtigung und damit den Fortbestand der Tui AG.“ In der Zentrale versenke der Konzern jedes Jahr hundert Millionen Euro. Das müsse sich nun ändern.

Was sind die Voraussetzungen, damit Change-Prozesse erfolgreich verlaufen?

Belastbarkeit der Mitarbeiter

Die Belastbarkeit der Mitarbeiter ist für gerade einmal knapp 10 Prozent der Befragten eine zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Veränderungsprozess.

Anreize

18 Prozent der Befragten setzen auf die richten Anreize.

Flexibilität der Mitarbeiter

Die Flexibilität der Mitarbeiter ist für 25 Prozent der befragten Teilnehmer wichtig.

Konfliktfähigkeit der Führungskräfte

Für fast 50 Prozent der Befragten ist die Konfliktfähigkeit der Führungskräfte von äußerster Bedeutung.

Übernahme von Verantwortung durch die Linie

Knapp 60 Prozent sind der Meinung, dass die richtige Verteilung von Verantwortung zu einem erfolgreichen Veränderungsprozess führt.

Motivationskraft der Führungskräfte

60 Prozent sehen in der Motivationskraft der Führungskräfte den Schlüssel zum Erfolg.

Professionelles Projektmanagement

Ein Professionelles Projektmanagement ist für 68 Prozent der Befragten wichtig.

Beteiligung der Mitarbeiter

Knapp 70 Prozent der Befragten sind der Meinung: Wer Veränderungsprozesse erfolgreich gestalten will, muss die Mitarbeiter daran beteiligen.

Auch Peter Löscher, Vorstandschef von Siemens, will sparen. Bislang hat das Unternehmen aber erst eine Milliarde Euro der geplanten sechs Milliarden Euro erreicht. Tausende Stellen dürften wegfallen, damit das Unternehmen „in der Weltspitze bleibe“ und Löscher sein Renditeziel von mehr als zwölf Prozent erreicht.

Ein Großteil der Dax-Unternehmen verändert sich im momentan. Die Lufthansa baut Tausende Arbeitsplätze ab und schließt die Konzernzentrale in Köln, die Deutsche Bank und Commerzbank strukturieren um, die Energieversorger ebenfalls.

Egal ob Sparprogramm, Strategiewechsel oder Neustrukturierung: Jeder Veränderungsprozess wirbelt die Unternehmen durcheinander. Mitarbeiter müssen gehen, werden auf andere Positionen versetzt oder mit Gehaltseinbußen konfrontiert.

Kommentare (5)

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hermann.12

07.06.2013, 10:55 Uhr

Die Analyse ist richtig, die Interpretation falsch, so würde ich diesen Artikel werten.
Letztlich kommt es eben nicht auf den Kapitän an und nur ein Kapitän der das weis, kann letztlich erfolgreich sein. Außerdem gibt es eine Diskrepanz zwischen Erwartungen zur Umstrukturierung und der die tatsächlich zum Erfolg führt. Und das sowohl zeitlich wie inhaltlich. Veränderungen können nur im kleinen Beginnen, im langsamen und behutsamen Veränderungen, die im Zeitablauf immer mehr Dynamik entwickeln. Dafür aber hat der Chef keine Zeit, er muss Veränderungen falsch durchführen, weil richtige Vorgehensweise schnell seinen Job kosten können. Außerdem werden Veränderungen auch erst dann angegangen, wenn die Not drückt, weil es viel zu leicht ist bestehende Strukturen auszuquetschen und kurz- und mittelfristig erfolgmindernde Veränderungen zu vermeiden. Chefs wissen das. Es besteht also ein fundamentaler Zielkonflikt in den Führungsetagen, der am leichtesten durch Veränderungsverschleppung und im Notfall drastischen Kurzfristmassnahmen für den Chef zum Erfolg führen. Nur nicht für das unternehmen oder die Belegschaften.
das übersteigerte Ego so manchen Konzernlenkers besorgt dann den Rest.

H.

fenfir

07.06.2013, 11:42 Uhr

Leider haben die meisten das gleiche Drehbuch,
das von der Titanic.

Die Eisberge leugnen.
Und wenn das Wasser eindringt wirft man Leute
über Bord um das Gewicht des eindringenden
Wassers auszugleichen.

Als Freiwillige gehen immer die zu erst,
die
Die Faxen dick haben
Die in Rente gehen wollen
Die wissen, das sie mit Ihrem Können
und Arbeitswillen einen neuen Job bekommen.

Das sind aber genau die, die die Firma braucht
um die Wende zu schaffen.

Es bleiben die,
Ich kann nichts anderers
Bei anderen Firmen müsste ich wirklich Arbeiten
Egal was sie mir zahlen/ich machen muss ich bleibe.

Makrooekonom

07.06.2013, 12:34 Uhr

Ich lese in Zukunft Donald Duck statt Handelsblatt.
Wenn Lufthansa, Siemens, Commerzbank, Thyssen, Tui die Creme der deutschen Wirtschaft sein sollen ...

Da fällt einem wirklich nichts mehr ein, schon seit Jahren nicht - oder doch

Die deutschen Ceos sind die Ahab's des deutschen Wirtschaftslebens.

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