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22.10.2014

12:10 Uhr

Kylie Minogue sagt Konzerte ab

Kylie, wir fahr'n nach Lodz

Weil Creative Talent Insolvenz angemeldet hat, fallen in Deutschland vier Konzerte von Kylie Minogue aus. Was Karteninhaber jetzt tun können und warum manche Fans eine Reise nach Polen oder Frankreich antreten dürfen.

Kylie Minogue hat ihre Konzerte in Köln, München, Berlin, Hamburg abgesagt. dpa

Kylie Minogue hat ihre Konzerte in Köln, München, Berlin, Hamburg abgesagt.

DüsseldorfEben hatten sie sich noch auf ein Konzert mit Kylie Minogue gefreut, jetzt müssen Tausende Fans der australischen Popsängerin Kontakt zu einem Insolvenzverwalter aufnehmen. Der Grund: Die Agentur Creative Talent (CT), der Veranstalter der Deutschland-Tournee hat Insolvenz angemeldet und Minogue ihre Auftritte in Köln (22.10.), München (25.10.), Berlin (27.10.) und Hamburg (28.10.) abgesagt. Die Fans müssen nun um das Geld ihrer bereits bezahlen Tickets bangen.

Minogue richtet sich auf ihrer Homepage an die „German Lovers“ und schreibt, sie sei „extrem enttäuscht“, könne aber wegen „finanzieller Schwierigkeiten“ des Veranstalters CT nicht auftreten. Etwa 12.000 Tickets im Wert von 840.000 Euro sollen verkauft worden sein – weit weniger als erwartet. Wären die Konzerte ausverkauft gewesen, hätten es 68.000 Tickets sein können.

Es sei ungeklärt gewesen, wie die Tournee trotz eines Defizits von mindestens 1,4 Millionen Euro finanziert werden sollte, so der vorläufige Insolvenzverwalter, Thomas Kühn von der Kanzlei Brinkmann und Partner. Er prüft, ob Minogue ihre bereits erhaltene Gage zurückzahlen muss. Dadurch könne sich die Entschädigungsquote für betroffene Karteninhaber erhöhen. Notfalls solle er die Forderungen auch gerichtlich erstreiten.

Glück im Unglück dürften wohl jene Fans haben, die seit dem 11. September 2014 Tickets gekauft haben, also nachdem CT Insolvenz angemeldet habe. Für die Erstattung ihrer Tickets sei Geld vorhanden, so Kühn. Alle anderen Ticketinhaber müssen ihre Forderungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Insolvenzverwalter anmelden. Eine Registrierung soll online möglich sein. Neben den Minogue-Fans sind unter anderem auch Anhänger der Backstreet Boys von der Insolvenz betroffen, deren Konzert war ebenfalls abgesagt worden.

Tipps für die Reisekasse

Die Mischung macht's

„Je länger und exotischer die Reise, desto sorgfältiger ausgewählt und gemischter sollte die Reisekasse sein“, sagt Uwe Döhler, Finanzexperte der Zeitschrift „Finanztest“. Bei einem Pauschalurlaub in Europa reiche die Bankkarte plus eventuell einer Kreditkarte. Bei Fernreisen seien versicherte Reiseschecks in Dollar eine gute Alternative. Der Deutsche Reiseverband (DRV) rät generell zu einer Mischung von Barmitteln, Karten und Reiseschecks.

Fernreisen

Eine Variante zu Bargeld und Bankkarten bieten noch immer Reiseschecks. „Für Touristenorte sind Schecks aber eigentlich nicht notwendig“, sagt die BdB-Sprecherin. Im außereuropäischen Ausland und bei längeren Fernreisen seien Schecks in Dollar dennoch eine sichere Alternative. Die Schecks werden an vielen Stellen wie Bargeld behandelt und können ansonsten gegen Unterschrift und Vorzeigen des Ausweises eingetauscht werden.

Ist die Kreditkarte besser als die EC-Karte?

„Sie wird in vielen Ländern häufiger akzeptiert“, sagt Döhler. Aus diesem Grund sei es gut, beides zur Auswahl zu haben. Auch sollte man beachten, dass das neue Bankkarten-System V-Pay des Kreditkartenunternehmens Visa Europe nach Informationen der Stiftung Warentest im außereuropäischen Ausland nicht und teilweise auch in Europa nicht überall akzeptiert wird.

Karte sperren

Sollte es allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz passieren, dass die Bank- oder Kreditkarte abhandenkommt, sollte die Karte schnellstmöglich gesperrt werden. Dazu kann die Bank direkt kontaktiert werden oder, wie der Deutsche Reiseverband empfiehlt, der Sperr-Notruf, der unter der Telefonnummer 0049 116 116 zu erreichen ist. Der BdB empfiehlt den SOS-Infopass, der eine Vielzahl möglicher Sperrnummern enthält und online verfügbar ist.

Limit am Automaten

Banken begrenzen vielfach aus Sicherheitsgründen für das Ausland das Abhebelimit. Bei vereinzelten Instituten, etwa der Deutschen Bank, ist das Limit außerhalb Europas sogar auf null gesetzt. Um nicht gleich zu Beginn des Urlaubs mit leeren Händen dazustehen, ist es ratsam, vor Reiseantritt bei der Bank anzurufen oder online zu überprüfen, wie hoch der Verfügungsrahmen angesetzt ist und ihn gegebenenfalls zu ändern. Bei der Deutschen Bank steht auf der Karte die 24-Stunden-Hotline, um die Karte mit sofortiger Wirkung freizuschalten.

Reiseschecks

Reiseschecks müssen vor Reiseantritt erworben werden und kosten bis zu zwei Prozent des Kaufwerts. Dafür sind sie über ihren vollen Wert versichert und werden bei Verlust meist innerhalb von 24 Stunden ersetzt. Auch hier sollten Verbraucher möglichst rasch nach Verlust eines Schecks das ausstellende Finanzinstitut anrufen. Wichtig: Vor der Reise müssen Kunden immer einmal auf dem Scheck unterschreiben. Die zweite Unterschrift erfolgt dann beim Tausch gegen Bargeld. Eine Alternative können Prepaid-Kreditkarten sein.

Sollte man Geld in Deutschland oder im jeweiligen Land umtauschen?

„Üblicherweise im Reiseland“, sagt Döhler. Auch hier empfiehlt der Ökonom, nicht das Bargeld zu tauschen, sondern Bargeld am Automaten abzuheben.

Vorsicht beim Geldabheben

Beim Abheben oder Zahlen mit der EC-Karte im Ausland gelten die gleichen Sicherheitshinweise wie in Deutschland. Am Geldautomaten sollte die PIN verdeckt eingegeben werde, damit niemand von der Seite oder von hinten die Geheimnummer ausspähen kann. Das Gleiche gilt beim Bezahlen beim Einzelhändler. „Vor allem sollte man sich seine PIN nirgends notieren“, sagt eine Sprecherin des BdB. Wenn der Kunde seine Pin leichtfertig verwendet, zahlt die Bank den entstandenen Schaden nicht. Die Beweislast kann dann beim Kunden liegen.

Was sollte man bei Reisen in Nicht-Euro-Länder beachten?

Der Urlauber sollte sich vor Reiseantritt über die aktuellen Wechselkurse informieren, die Bargeldverfügungsprovisionen seiner Bezahlkarten kennen und die Auslandseinsatzprovision. Darüber hinaus ist es nach Einschätzung des „Finanztest“-Experten auch hier ratsam, den Großteil der Reisekasse erst vor Ort abzuheben.

Welche Währungen kann man in Deutschland nicht tauschen?

Bei exotischen Währungen müsse man davon ausgehen, dass die Bank das Bargeld erst bestellen muss, sagt eine Sprecherin des Bankenverbands. Der „Finanztest“-Experte Döhler nennt die Reisebank als gute Anlaufstelle für exotische Währungen.

Wie viel Bargeld sollte in der Reisekasse vorhanden sein?

Der DRV empfiehlt, nur eine überschaubare Menge Bargeld mit sich zu führen. Da Bares nicht versichert wird, gilt: „Was weg ist, ist weg.“ Der Bundesverband deutscher Banken nennt als Richtlinie, maximal ein Drittel des Budgets in bar mitzunehmen. „Nur soviel, dass es für den ersten Tag reicht“, sagt Döhler. Dabei sei zu beachten, dass bei Fremdwährungen der Tausch in Deutschland oft teurer ist als das Abheben im Ausland.

Wo gibt es beim Zahlen im Ausland versteckte Kosten?

Manche Händler nehmen nach Aussage des „Finanztest“-Experten einen Preisaufschlag, wenn man mit der Karte bezahlen will. Am Geldautomaten kostet es die Abhebegebühr der eigenen Bank, manchmal ist noch ein Aufschlag für das Institut fällig, das den Automaten betreibt. Dies muss aber vor dem Abheben angekündigt werden. Wem das zu teuer ist, kann einen anderen Automaten suchen.


Ein anderes Angebot bekommen die Fans, die ihre Karten bei Ticketmaster gekauft haben. Sie müssen allerdings bereit sein, einen Städtetrip in Europa auf sich zu nehmen: Die Ticketinhaber können eine andere Show der Tournee besuchen. „Sofern verfügbar, stellen wir jedem Ticketinhaber zwei Tickets für eine dieser Shows zur Verfügung“, so Ticketmaster. Zur Wahl stehen beispielsweise Auftritte in Lille, Riga und Lodz.

Von

ksh

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