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25.08.2016

12:39 Uhr

Lebensversicherungen und falsche Banken

Wie Finanzwächter dubiose Anbieter enttarnen

VonFrank Matthias Drost

Im Internet verbergen sich hinter verlockenden Angeboten oftmals unseriöse Finanzprodukte. Die Finanzmarktwächter haben nun Produkte aufgespürt, von denen Verbraucher lieber die Finger lassen sollten.

Die meisten Hilfesuchenden wollten sich über Lebensversicherungen informieren. dpa

Lebensversicherung

Die meisten Hilfesuchenden wollten sich über Lebensversicherungen informieren.

DüsseldorfIm Internet stießen zwei Verbraucher aus Sachsen vor zwei Monaten auf ein Angebot der niederländischen SPS Bank und wurden stutzig. „Sofortkredite online. Schnell und unbürokratisch“, hieß es. Für ein Darlehen in Höhe von 5000 Euro sollten allerdings vorab 450 Euro auf ein niederländisches Konto überwiesen werden.

Sie meldeten den Fall der sächsischen Verbraucherschutzbehörde, die ihn bundesweit in das Frühwarnsystem des Marktwächters einspeiste. Schließlich wurde die Finanzaufsicht Bafin informiert. Die Bafin stellte fest, dass die SPS Bank in Deutschland ohne Erlaubnis tätig ist und untersagte ihr das Einlagen- und Kreditgeschäft.

So viele Deutsche haben sich wegen Überschuldung beraten lassen

Erläuterung

Quelle: Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamts

Die Behörde hat die Zahl von Beratungsgesprächen wegen Überschuldung hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung. Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 2014.

unter 20 Jahre

1690 Betroffene

durchschnittliche Schulden: keine Angabe

20 bis 24 Jahre

30.283 Betroffene

durchschnittliche Schulden: 8.205 Euro

25 bis 34 Jahre

127.519 Betroffene

durchschnittliche Schulden: 18.639 Euro

35 bis 44 Jahre

107.478 Betroffene

durchschnittliche Schulden: 35.712 Euro

45 bis 54 Jahre

106.661 Betroffene

durchschnittliche Schulden: 48.183 Euro

55 bis 64 Jahre

59.787 Betroffene

durchschnittliche Schulden: 47.542 Euro

65 bis 69 Jahre

13.375 Betroffene

durchschnittliche Schulden: 50.562 Euro

70 Jahre und älter

13.831 Betroffene

durchschnittliche Schulden: 55.163 Euro

Das ist ein Paradebeispiel für die Arbeit des Marktwächters. Vor 18 Monaten fiel der Startschuss für dieses Projekt. Die Idee: Die bei den Verbraucherzentralen angesiedelten Marktwächter für Finanzen und die digitale Welt sollen durch den engen Kontakt zu den Verbrauchern schon frühzeitig über Fehlentwicklungen der Märkte aufmerksam werden. Da sie über keine hoheitliche Befugnisse verfügen, sollen sie in letzter Konsequenz die speziellen Aufsichten informieren. Nur diese dürfen dann beispielsweise Verbote aussprechen.

„Wir wollten mit der Einführung de Marktwächter bewusst neue Wege im Verbraucherschutz gehen“, sagte der Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Ulrich Kelber, auf einer Veranstaltung in Berlin. „Und ich ziehe eine strahlende Zwischenbilanz“, so Kelber. Mit dem neuen Instrument sei man in der Lage, systematisch Fehler aufzuspüren und das bestehende Ungleichgewicht zwischen Anbietern und Verbrauchern gerade bei Finanzanlagen besser auszutarieren.

Zahlen lieferte der Vorstand der Verbraucherzentralen Bundesverband, Klaus Müller. Nach knapp 18 monatiger Projektlaufzeit wurden mehr als 6800 auffällige Meldungen aus über einer halben Million Anfragen und Beratungen der 200 Verbraucherstellen in Deutschland gesammelt und ausgewertet. Schwerpunktmäßig ging es dabei um kapitalsparende Lebensversicherungen und Garantiezinsen sowie Gebühren und Entgelte für Girokonten.

Kommentare (10)

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Gustav Godorzky

25.08.2016, 12:49 Uhr

Und das Handelsblatt ist eine Plattform für die Anbieter von Copy-Tradern....

Baron v. Fink

25.08.2016, 13:25 Uhr

Das ist doch wieder typisch. Da bieten fleißige Investoren Finanzprodukte
an, um den Wohlstand zu mehren und Arbeitsplätze zu schaffen und schon
kommt der sozialistische Wächter-Rat zum Zuge.

 Hier kann sich der Anleger
nur angewidert abwenden und seine Kompetenzen, wie lesen, schreiben und rechnen einbringen. Deshalb kaufen Sie den Finken-Tanker-Fond mit unschlagbaren 5% Rendite und persönlicher Beratung. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette[/i]

Herr Josef Hirsepp

25.08.2016, 14:19 Uhr

KIS -Geschaefte nicht KISS- GEschaefte !

KATZ IM SACK!

..da kann ich auch direct mit Geld zur Spielbank fahren, & in Socken und Unterwaesche anschliessend nach Hause laufen !

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