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16.06.2014

12:21 Uhr

Markus Frick

Ex-Börsenguru gesteht Kursmanipulation

Für die Empfehlung einer Aktie in seinem Börsenbrief soll Markus Frick 1,9 Millionen Euro kassiert haben. Das hat der frühere TV-Börsenguru nun vor Gericht gestanden. Bei anderen Aktien sei aber kein Geld geflossen.

Markus Frick im Saal des Landgerichts Frankfurt am Main: Teilgeständnis im Betrugsprozess. dpa

Markus Frick im Saal des Landgerichts Frankfurt am Main: Teilgeständnis im Betrugsprozess.

Frankfurt/MainDer angeklagte Ex-TV-Börsenexperte Markus Frick hat im Strafprozess gegen ihn ein Teilgeständnis abgelegt. Er habe 1,9 Millionen Euro in bar dafür kassiert, dass er in einem Börsenbrief die Aktie eines französischen Shopping-Portals empfohlen hat, sagte der 41-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt.

Der Anklagepunkt der Kursmanipulation dürfte damit bereits am zweiten Verhandlungstag belegt sein. Der bereits einschlägig vorbestrafte Frick nannte die Empfehlung einen „schweren Fehler“, an dem er und seine Familie schwer trügen. Er habe 2012 unter starkem finanziellen Druck gestanden. Ihm seien schon häufig hohe Beträge angeboten worden, damit er bestimmte Titel empfehle. „Ich habe in diesem Moment nicht widerstehen können“, sagte er vor Gericht. Seit Januar sitzt der gelernte Bäckermeister in Untersuchungshaft.

Weitere Börsentipps gegen Bezahlung habe er aber nicht abgegeben, widersprach Frick der Anklage, die ähnliche Vorgänge für zwei weitere Aktien ausgemacht hat und von einer Bestechungssumme in Höhe von 2 Millionen Euro ausgeht. Ungenannte Hintermänner sollen die von Fricks Tipps ausgelösten Kursgewinne genutzt haben, um sich zu überhöhten Preisen von ihren Aktien zu trennen. Die Anklage hat für drei Aktientipps in 90 ausgewählten Musterfällen einen Schaden von 625.000 errechnet. Zur Höhe des Gesamtschadens äußert sie sich nicht. In dem fraglichen Zeitraum sind die drei Aktien in einem Volumen von rund 21 Millionen Euro gehandelt worden.

Wann Anleger misstrauisch werden sollten

Vorsicht Vermittler

Viele Finanz- und Versicherungsvermittler haben vor allem eines im Sinn: Die eigene Provision. Die Verbraucherzentrale NRW zeigt, wann Anleger misstrauisch werden sollten.

Interessen kennen

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass es keine kostenlosen Beratungen gibt. Aufgrund des Provisionsinteresses ist jede „Beratung“ durch eine Bank oder einen Finanzvertrieb in Wirklichkeit ein Verkaufsgespräch.

Gier vermeiden

Lassen Sie sich von den angepriesenen Renditechancen nicht blenden, sondern hinterfragen Sie kritisch auch die mit dem Anlageprodukt verbundenen Risiken.

Heitere Gelassenheit

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn man Ihnen keine Zeit lassen will, um das Angebot nochmals zu überdenken und zu prüfen, dann hat der Anbieter etwas zu verbergen.

Gefährliche Formulierungen

Prüfen Sie das Beratungsprotokoll und achten Sie darauf, dass nicht irgendwelche Formulierungen enthalten sind, mit denen Ihnen im Streitfall die Verantwortung zugeschoben wird – beispielsweise mit Formeln wie „auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden“ oder Risikohinweisen, die im Gespräch überhaupt nicht auf den Tisch gebracht worden sind.

Schneller Rücktritt

Nutzen Sie beim Abschluss eines Vertrags in den eigenen vier Wänden die Widerrufsfrist, um das Geschäft nochmals zu überdenken. Zögern Sie im Zweifelsfall nicht, von Ihrem Rücktrittsrecht auch Gebrauch zu machen.

Ausdauer

Unterschreiben Sie niemals einen Vertrag, wenn Sie das Finanzprodukt nicht voll und ganz verstanden haben.

Fürsorge

Helfen Sie mit, ältere Menschen vor Finanzhaien zu schützen, indem Sie innerhalb Ihrer eigenen Familie Aufklärungsarbeit leisten und Ihren Eltern bei ihren Finanzgeschäften Unterstützung anbieten.

Initiative

Machen Sie sich in Finanzfragen nicht von externen Beratern abhängig, sondern eignen Sie sich Grundwissen über die wichtigsten Anlageformen an. Die Verbraucherzentralen bieten hierzu leicht verständliche und praxisnahe Ratgeber.

Strategie

Stellen Sie immer die Finanzplanung an die erste Stelle und entscheiden Sie erst danach, welche Produkte überhaupt infrage kommen. So vermeiden Sie spontane Anlageentscheidungen, die langfristig nicht zu Ihrer Lebensplanung passen. Quelle: Schwarzbuch Banken von der Verbraucherzentrale NRW

Die Verantwortung für das von den Ermittlern vermutete System des bandenmäßigen Betrugs wollte der bereits vor zwei Jahren wegen Kursmanipulation vorbestrafte Börsenjournalist Frick in seiner verlesenen Erklärung offenbar weit von sich halten. Die Initiative zur Gründung des Börsenbriefs „Deutscher Aktiendienst“ im Jahr 2012 mit rund 3000 Abonnenten sei von dem mitangeklagten Geschäftspartner Michael J. ausgegangen. Dieser habe die technische Abwicklung organisiert, während er nur für den redaktionellen Teil verantwortlich gewesen sei. Einziges ihm bekanntes Ziel sei es gewesen, einen seriösen und erfolgreichen Börsendienst aufzubauen, um später die Aktien des von J. gegründeten Internethandels Zoo-Gigant AG lukrativ an den Markt zu bringen.

Von den 1,9 Millionen habe er 660.000 Euro an seine Geschäftspartner weitergeleitet, sagte Frick weiterhin aus. Er sei bereit, die bei ihm verbliebenen 1,24 Millionen Euro an das Gericht zu übergeben. Alle übrigen Aktien habe er nach bestem Wissen und gründlicher Analyse öffentlich zugänglicher Informationen empfohlen und dafür auch keine versteckten Zahlungen erhalten.

In Zivilprozessen konnten Fricks Anwälte bisher Ansprüche von Anlegern erfolgreich abwehren. Es soll jedoch zu zahlreichen Vergleichen gekommen sein. Einige Zivilprozesse gegen Frick laufen noch. Ob sich die Erfolgsaussichten für die Anleger durch eine strafrechtliche Verurteilung Fricks verbessern würden, ist aber ungewiss.

„Frick hat gegen Normen verstoßen, die den Markt schützen sollen“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert von der auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Kanzlei Brüllmann in Stuttgart. „Daraus allein lässt sich nach bisheriger Meinung der Gerichte aber nicht unmittelbar ein Schadenersatzanspruch für Anleger ableiten.“ Die besseren Chancen hätten Anleger deshalb häufig, wenn es in ihren Verfahren zu einem Vergleich komme.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

05.11.2013, 15:48 Uhr

In der Gefängnisbäckerei brauchen sie noch gute Ratschlaggeber. Bei dem Schaden sind mind. 10 Jahre angemessen!

Wenn er in diesem Umfeld falsche Tipps und Tricks probieren sollte, dann wird die Reaktion schneller und nachhaltiger erfolgen, als unsere Gerichte dies jemals vermögen.

Diese Subjekte gehören "geteert und gefedert" und den "hirngefressenen Anlegern" sollte man den ergangenen Verlust ein zweites Mal als Strafe auferlegen.

Diese Typen (Ratgeber und Ratnehmer) besudeln die gesamte Aktienkultur!

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