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04.08.2014

18:54 Uhr

Milliarden-Prozess

Gericht wartet auf HRE-Akten

900 Millionen Euro plus Zinsen lauten die Forderungen an die notverstaatlichte Hypo Real Estate. Die bekam eine Deadline gesetzt, um endlich interne Akten einzureichen. Ob die Dokumente angekommen sind, ist fraglich.

Mehrere hundert Kläger werfen der Hypo Real Estate vor, die Öffentlichkeit über ihre desaströse Lage zunächst getäuscht zu haben. Interne Dokumente der notverstaatlichten Bank die darüber Aufschluss geben sollten, sind trotz Deadline bisher nicht beim Oberlandesgericht München eingetroffen. dpa

Mehrere hundert Kläger werfen der Hypo Real Estate vor, die Öffentlichkeit über ihre desaströse Lage zunächst getäuscht zu haben. Interne Dokumente der notverstaatlichten Bank die darüber Aufschluss geben sollten, sind trotz Deadline bisher nicht beim Oberlandesgericht München eingetroffen.

MünchenDie notverstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate steht in einem milliardenschweren Schadenersatzprozess in München am Scheideweg. Um die Klagen der Investoren abzuwehren, sollte die Bank bis zum Montag interne Dokumente über ihre Lage in der Finanzkrise beim Oberlandesgericht einreichen. Bisher seien die Unterlagen nicht eingegangen, sagte ein Gerichtssprecher am Montag.

Die Hypo Real Estate, die in dem Prozess bisher auf eine Geheimhaltung der Akten gepocht hatte, wollte sich zu ihren Plänen nicht äußern. Ob die Akten dem Senat doch noch fristgerecht zugegangen sind, kann das Gericht nach eigenen Angaben wegen der Aktenlaufzeiten voraussichtlich erst am Freitag sagen.

Investoren werfen der Hypo Real Estate vor, sie habe die Öffentlichkeit in den Jahren 2007 und 2008 lange über ihre desaströse Lage getäuscht und sei deshalb verantwortlich für spätere Aktienkursverluste. Als die Bank am 15. Januar 2008 unerwartet hohe Abschreibungen bekanntgab, brachen die damals im Leitindex Dax gelisteten HRE-Aktien um 35 Prozent ein.

Stellvertretend für einige hundert Kläger fordert Rechtsanwalt Andreas Tilp als Schadenersatz 900 Millionen Euro plus Zinsen. Die HRE, die später vom Bund vor dem Zusammenbruch gerettet wurde, weist den Vorwurf der Falschinformation zurück.

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Um die Sache genauer zu prüfen, hatte Richter Guido Kotschy von der Bank mehrfach vergeblich interne Unterlagen angefordert und ihr dafür schließlich ein Ultimatum bis zum 4. August gesetzt. Wenn die Hypo Real Estate die Behauptungen der Klägerseite nicht mit internen Unterlagen widerlege, könnten die Kläger Recht bekommen, hatte er angekündigt.

Der Richter behielt sich vor, am 25. September ein Urteil zu fällen. Das Fiasko der einst größten deutschen Immobilienbank war eines der dramatischsten Kapitel der Finanzkrise.

Von

rtr

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