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04.09.2014

17:18 Uhr

Mit Fußfessel

Skandalbanker Kerviel darf Gefängnis verlassen

Jérôme Kerviel, der die französische Großbank Société Générale mit Finanzspekulationen fast ruiniert hatte, darf das Gefängnis verlassen. Ein Richter ordnete die Freilassung mit elektronischer Fußfessel an.

Nach nur vier Monaten Haft darf der als Milliardenzocker bekanntgewordene Börsenhändler Jérôme Kerviel das Gefängnis wieder verlassen. Er muss eine elektronische Fußfessel tragen. dpa

Nach nur vier Monaten Haft darf der als Milliardenzocker bekanntgewordene Börsenhändler Jérôme Kerviel das Gefängnis wieder verlassen. Er muss eine elektronische Fußfessel tragen.

ParisDer wegen seiner Milliarden-Spekulationen verurteilte französische Skandalbanker Jérôme Kerviel kommt bald wieder auf freien Fuß. Das Pariser Berufungsgericht ordnete am Donnerstag eine vorzeitige Haftentlassung des 37-Jährigen mit einer elektronischen Fußfessel an, wie Kerviels Anwalt David Koubbi sagte. Kerviel werde das Gefängnis am Montag verlassen können. „Er wird wieder ein ganz normales Leben führen“, sagte sein Anwalt.

Ein Pariser Gericht hatte bereits Ende Juli eine vorzeitige Haftentlassung angeordnet. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen aber Berufung eingelegt. Kerviel sitzt seit Mitte Mai im Gefängnis, derzeit in Fleury Mérogis im Süden von Paris.

Kerviel hatte vor sechs Jahren mit seinen Finanzspekulationen die französische Großbank Société Générale fast in den Ruin getrieben. Er wurde deswegen zu fünf Jahren Haft verurteilt, von denen zwei zur Bewährung ausgesetzt wurden. Automatische Strafmilderungen und die 41 Tage eingerechnet, die Kerviel 2008 in Untersuchungshaft saß, hätte er bis September 2016 im Gefängnis bleiben müssen.

Einen Antrag auf Entlassung mit einer Fußfessel konnte er aber schon jetzt stellen - diesem wurde nun auch in zweiter Instanz stattgegeben.

Société Générale: Skandalbanker Kerviel erringt Teilerfolg

Société Générale

Skandalbanker Kerviel erringt Teilerfolg

Jérôme Kerviel hatte riesige Summen verzockt, nun erringt er einen Teilerfolg vor dem höchsten französischen Gericht: Seine Haft wurde bestätigt, der Schadenersatz für Société Générale muss aber neu verhandelt werden.

Die juristischen Auseinandersetzungen um Kerviel sind indes noch lange nicht vorbei: Frankreichs Oberster Gerichtshof bestätigte zwar im März die Haftstrafe gegen den Banker, erklärte den gegen ihn verhängten Rekord-Schadenersatz von 4,9 Milliarden Euro aber für ungültig.

Der Schadenersatz wird nun vor dem Berufungsgericht von Versailles bei Paris neu verhandelt. Kerviel bestreitet, dass er der Société Générale mit seinen Finanzspekulationen einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro bescherte.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

04.09.2014, 19:29 Uhr

Skandalbankster wieder frei
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Nach nur vier Monaten Haft darf der als Milliardenzocker bekanntgewordene Börsenhändler Jérôme Kerviel das Gefängnis wieder verlassen.

Wer einen Kaugummi klaut, wird zu fünf Jahren ohne Bewährung verurteilt.
Wer aber eine Bank durch Spekulationen um fast 5 Milliarden schädigt, kommt nach 4 Monaten wieder frei.

Kerviel bestreitet, dass er der Société Générale mit seinen Finanzspekulationen einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro bescherte.

Es sind ja nur "Peanuts".
Und er ist/war natürlich "unschuldig"!

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